Audi A7 Sportback: Selbstbewusster Beau aus Bayern

Von Tom Grünweg

Mit einem schwungvollen Auto und schmissigen Reden schließt Audi die Lücke zwischen der Mittel- und der Oberklasse: A7 Sportback heißt das viertürige Coupé aus Ingolstadt, das dem Mercedes CLS ab Oktober die Alleinstellung raubt. SPIEGEL ONLINE saß schon am Steuer.

Audi A7 Sportback: Flacher Abgang
Fotos

Die ruhigen Zeiten für den Mercedes CLS sind vorbei. Eine Fahrzeuggeneration lang war das schwäbische Luxusmodell mit vier Türen und Coupé-Optik praktisch allein auf weiter Flur. Jetzt, unmittelbar vor der Premiere der zweiten Mercedes-CLS-Generation auf dem Autosalon in Paris, bringt Audi mit dem neuen A7 Sportback ein Konkurrenzmodell an den Start. Auch dieses Auto verfügt über vier Türen und die schlanke Silhouette eines Coupés, sucht aber mit der weit ins Dach reichenden Heckklappe zudem noch die Nähe zum Kombi. "Das beste aus drei Welten", heißt es deshalb bei Audi selbstbewusst.

Erstmals enthüllt wurde der Audi schon vor ein paar Wochen in der Münchner Pinakothek der Moderne, jetzt stand der Wagen zu ersten Probefahrten bereit. Bereits nach wenigen Kilometern wird deutlich, dass der neue Audi meisterlich die unterschiedlichen Aufgaben erfüllt: Eben noch komfortabler Dauerläufer, gibt er ein paar Meter weiter den sportlichen Sprinter, der flott um Kurven und über Kuppen fährt.

Am besten allerdings steht dem Wagen die Rolle des Gran Turismo, des großen Reisewagens für die schönen Strecken. Dazu sollte man das adaptive Fahrwerk keineswegs auf die strammste Stufe stellen. Eine mildere Abstimmung passt auch gut zur fein dosierten Unterstützung der elektromechanisch arbeitenden Servolenkung. Autofahren wird so beinahe zur Entspannungsübung.

Das gilt umso mehr, wenn der kleinste für den A7 verfügbare Motor unter der Haube steckt. Wobei klein relativ ist, denn der A7 Sportback zum Preis von 51.650 Euro ist mit einem 2,8 Liter großen V6-Benziner bestückt, der 204 PS leistet. Solange man gelassen dahin gleitet oder auf der Autobahn mit konstantem Tempo fährt, ist das allemal ausreichend. Auch die stufenlose Automatik macht ihre Sache dann ganz gut, und ebenso ist der Frontantrieb ok. Kräftig und kultiviert kommt die Fuhre in Fahrt, und hinter den dick gedämmten Scheiben und Blechen hört man gerade so viel vom Benzindirekteinspritzer, dass es nicht unheimlich wird.

Bei sportlicher Fahrweise ist der kleine Benziner überfordert

Wenn es zwischendurch jedoch mal etwas schneller gehen soll und man zum Beispiel auf einer bergigen Landstraße zum Überholen ansetzt, stoßen Motor und Getriebe an ihre Grenzen: Das Geräuschniveau schwillt unvermittelt an, die Maschine röhrt rau und heiser und die lange Gerade mit dem spärlichem Gegenverkehr wirkt plötzlich erschreckend kurz.

Um solche Fälle zu vermeiden, bietet die Preisliste natürlich Alternativen. Schon der gleich starke V6-Diesel mit drei Litern Hubraum (ab 51.900 Euro) wirkt kraftvoller, weil er 120 Nm mehr Drehmoment hat. Darüber rangieren - stets mit Allradantrieb - für 58.100 Euro ein weiterer Dreiliter-Diesel mit 245 PS oder für 58.600 Euro das vorläufige Top-Modell mit aufgeladenem V6-Benziner und 300 PS. Später soll ein V8-Motor folgen, das dazugehörige Auto wird dann S7 heißen.

Ein Design zwischen Zweireiher und Smoking

Wo die Limousine A6 bislang die automobile Entsprechung des grauen Zweireihers ist und der A8 so etwas wie der Smoking des Audi-Angebots, tritt der A7 als eleganter Maßanzug an. Das spürt man auch im Innenraum, in dem sich die Designer mehr Freiheiten erlaubten - von den Holzintarsien im Yachtdesign bis hin zu den leichten Formen von Armaturentafel und Konsolen. Insgesamt ist der A7 ein typischer Audi mit präziser Ausstattung und etwas, das Firmenchef Rupert Stadler "eingebaute Wohlfühlgarantie" nennt. Man sitzt tatsächlich gut im A7, und er fühlt sich auch überall gut an.

Beim Einsteigen in den Fond muss man zwar den Kopf einziehen, hat drinnen aber genügend Platz. Nur dass sich die Fenster allenfalls bis zur Hälfte öffnen lassen, ist gerade an heißen Tagen nervig. Dafür jedoch ist der A7 ein prima Lademeister. Dessen Kofferraum fasst 535 Liter, die man durch Umlegen der Rücklehnen auf 1390 Liter erweitern kann.

Spritspartechnik und Leichtbau senken den Schadstoffausstoß

Eleganz paart Audi beim A7 auch mit Effizienz. An Bord sind Start-Stopp-Automatik, aktives Thermomanagement, Bremsenergie-Rückgewinnung (Rekuperation) und die schon erwähnte elektrische Servolenkung, die bis zu 0,3 Liter Sprit spart. Auch Leichtbau ist ein Thema: Durch den Einsatz neuer Stähle und reichlich Aluminium wiegt die Karosserie rund 15 Prozent weniger als mit konventioneller Bauart. Resultat für den Kunden: Der 204 PS starke Diesel kommt im Schnitt mit 5,3 Liter aus. "Damit sind wir unserem derzeit einzigen Konkurrenten um rund drei Liter voraus", schwärmt Stadler.

Wobei sich das rasch wieder ändern wird, denn der neue Mercedes CLS, auf den der Audi-Chef mutmaßlich anspielt, wird ja erst in drei Wochen in Paris enthüllt - und dürfte dann vermutlich auch allerlei Spritspartechnik an Bord haben. Was aber zutrifft ist dies: Auch in luxuriösen Automobilen gilt es inzwischen als schick, wenn der Kraftstoff nicht mehr verschwendet wird. Überfluss lässt sich nämlich auch sehr viel eleganter zelebrieren - wie nicht zuletzt der A7 Sportback zeigt.

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insgesamt 18 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
09.09.2010 von _Benutzername: Gibt es so nicht...

Den A7 gibt es in Deutschland ausschließlich mit quattro-Antrieb und S tronic (also nicht stufenlos)... mehr...

09.09.2010 von _Benutzername: Schon gesehen?

Also zu schreiben, dieser Wagen würde von innen aussehen wie ein BMW finde ich gewagt. Es gibt keinen einzigen BMW mit einem Klappschirm für's Navi. mehr...

08.09.2010 von cor: Geschmacksfrage

Sie sollten etwas genauer lesen. Ich motze nicht über das Audi-Design, denn das gefällt mir, wie ich bereits geschrieben habe. Was mich stört, ist, dass Audi nur dieses eine Design hat. Ich wünsche mir mehr Abwechslung in der [...] mehr...

08.09.2010 von seppiverseckelt: Wiederspruch !

... gerade der beue CLS ist stinkreaktionär 1 dem Mercedes-Publikum eben angepasst. Die waren ja so was von schockiert als der erste cls wirklich frisch daher kam mit seinen fliessendne Linien! UND beim Neuen steht der [...] mehr...

08.09.2010 von herrwurlitzer: Ein.... Volkswagen, gebraucht.....

mit fast so toller Technik aber weniger Image gibts für 10 bis 12 Kilo beim Gebrauchthöker, ist aber zugegebenermaßen lange nicht so schick, aber aus dem gleichen Haus ...Ganz schön schönes Auto für ganz schön viel [...] mehr...

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  • Datum: Dienstag 07.09.2010 | 13:36 Uhr
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Aktuelles zu

Fahrzeugschein

Hersteller: Audi
Typ: A7 Sportback
Karosserie: Limousine
Motor: V6-Benzindirekteinspritzer
Getriebe: stufenlose Automatik
Antrieb: Front
Hubraum: 2.773 ccm
Leistung: 204 PS (150 kW)
Drehmoment: 280 Nm
Von 0 auf 100: 8,3 s
Höchstgeschw.: 235 km/h
Verbrauch (ECE): 8 Liter
CO2-Ausstoß: 187 g/km
Kofferraum: 535 Liter
umgebaut: 1.390 Liter
Versicherung: 18 (HP) / 26 (TK) / 24 (VK)
Preis: 51.650 EUR

Schnellcheck

Audi A7 Sportback

Einsteigen: ...weil der Wagen vor allem von vorn und hinten prima aussieht und ausgezeichnet fährt.

Aussteigen: ...weil der Basisbenziner und vor allem das Getriebe nur bei gemächlicher Gangart Spaß machen.

Umsteigen: ...aus Mercedes CLS, Audi A8 oder A6 sowie aus Jaguar XJ oder BMW 6er.

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