Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio Ein Italiener, der auch Offensive kann

Alfa Romeo freut sich über die guten Verkaufszahlen beim SUV-Modell Stelvio. Eine neue Top-Variante mit 510 PS soll Porsche und Mercedes Paroli bieten. Attacke!

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Der erste Eindruck: Attacke im Maßanzug.

Das sagt der Hersteller: Läuft! Seit Alfa vor knapp zwei Jahren die Giulia auf den Markt brachte, geht es für die Marke wieder aufwärts. Allein im vergangenen Jahr legten die Alfa-Romeo-Zulassungszahlen in Deutschland um 50 Prozent zu. Noch entfalle der größte Anteil auf die neue Limousine, sagt Alfa-Sprecher Sasha Wolfinger. Doch 2018 wird das erste volle Verkaufsjahr des neuen SUV-Modells Stelvio sein, das zudem auch in der soeben vorgestellten Sportvariante Quadrifoglio antritt.

Aller Voraussicht nach wird der Stelvio deshalb binnen Jahresfrist zum meistverkauften Alfa aufsteigen. Die Sportversion soll jedoch nicht nur die Statistik polieren, sondern auch das Selbstbewusstsein. "Eine Rundenzeit von 7:51,7 Minuten auf der Nordschleife des Nürburgrings macht den Stelvio Quadrifoglio zum schnellsten SUV der Welt", brüstet sich Alfa-Cheftechniker Roberto Fedeli.

Das ist uns aufgefallen: Unter den SUVs aus der Abteilung Protz ist der Stelvio einer mit Stil. Nicht nur das nachgeschärfte Design ist dezent, auch der Motor übt sich in einer - in dieser Liga eher seltenen - akustisch vornehmen Zurückhaltung. Das V6-Aggregat verfügt zwar über Ferrari-Gene, doch das schreit es nicht allzu aufdringlich in die Welt hinaus. Ja, mitunter streut die Elektronik dann doch ein paar knallende Fehlzündungen in die Gangwechsel ein, und beim Kickdown im Sportprogramm klingt die Maschine durchaus aggressiv. Doch während man sich in einem Mercedes-AMG GLC 63 schon beim Anlassen bisweilen peinlich berührt umschaut oder sich mit einem Porsche Macan Turbo die Nachbarn rasch zum Feind macht, kann der Alfa auch piano.

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Autogramm Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio: SUV extrem

Dabei ist das Auto alles andere als ein Leisetreter. Der Motor mit zwei Turboladern mobilisiert 510 PS Leistung und 600 Nm Drehmoment, Letztere stehen bereits ab 2500 Umdrehungen bereit. Damit liegt der Stelvio exakt auf dem Niveau des Mercedes AMG GLC 63, fühlt sich aber deutlich lebendiger an. Anders als Mercedes und andere Konkurrenten hat Alfa den Antrieb des SUV tatsächlich auf die Hinterachse konzentriert. Die Vorderräder werden nur im äußersten Notfall und auch dann nur mit maximal 50 Prozent des Drehmoments bedient.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Alfa Stelvio Quadrifoglio - mit unserem 360-Grad-Foto:

Das garantiert bei widriger Witterung die nötige Sicherheit und bei Sonnenschein zugleich maximalen Fahrspaß. Sobald der Fahrprofil-Regler auf "Sport" oder "Race" eingestellt ist, reichen schon eine Autobahnausfahrt oder ein paar Landstraßenkurven aus, um den Unterschied deutlich zu machen. Der Alfa schiebt nicht nur an wie ein Bulle, er bewegt sich zudem viel filigraner und graziler als die Konkurrenten, fühlt sich trotz der stattlichen Länge von 4,70 Meter eine halbe Klasse kleiner an und entwickelt heckwärts ein lustvolles Eigenleben. Weil man sich dem Auto dank der direkten Lenkung und der guten Sitzposition so eng verbunden fühlt, hat man es immer intuitiv bestens im Griff.

So begeisternd der Antritt des Stelvio sein mag, so ernüchternd ist das Ambiente des Autos. Während der SUV von außen noch stilvoll und elegant wirkt, ist er innen einfach nur schlicht - und leider auch ein bisschen billig geraten. Das mag in der Basisversion des Stelvio für 39.800 Euro noch angehen. Doch wer mit den von AMG & Co. ausstaffierten Protz-Modellen konkurrieren will, darf nicht nur Sportsitze ins Auto schrauben und ein paar Karbon-Konsolen ins Cockpit kleben, sondern der sollte auch auf Hartplastik verzichten, die allzu klobigen Schalter austauschen und das Infotainmentsystem ein wenig aufblasen.

Das muss man wissen: Der Stelvio Quadrifoglio kommt in diesen Tagen zu Preisen ab 89.000 Euro in den Handel. Statt der bisherigen Vierzylindermotoren mit maximal 280 PS steckt dann der 2,9 Liter große V6-Motor unter der Haube, der den Wagen in 3,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Und wo die Konkurrenz zumindest pro forma bei 250 km/h einen Riegel vorschiebt, bekommt der Alfa ganz ohne Aufpreis Auslauf bis 283 km/h. Der starke Motor fordert allerdings spätestens an der Tankstelle seinen Tribut. Schon im Durchschnitt schluckt der Stelvio Quadrifoglio 9,0 Liter - ein Wert, der sich bei artgerechter Nutzung spielend verdoppeln lässt.

Das werden wir nicht vergessen: Das eigenwillige Gefühl, ein derart starkes und sportliches Auto mit einem derart zierlichen Lenkrad zu dirigieren. Das ist ein bisschen so, als versuche man, einen wütenden Hund an einem Bindfaden zu führen. Bei knapp zwei Tonnen Auto wäre es auf ein paar Gramm für ein Lenkrad zum Zupacken sicher nicht angekommen.

Fahrzeugschein
Hersteller: Alfa Romeo
Typ: Stelvio Quadrifoglio
Karosserie: SUV
Motor: V6-Benzindirekteinspritzer mit Biturbo
Getriebe: Achtgang-Automatik
Antrieb: Allrad
Hubraum: 2.898 ccm
Leistung: 510 PS (375 kW)
Drehmoment: 600 Nm
Von 0 auf 100: 3,8 s
Höchstgeschw.: 283 km/h
Verbrauch (ECE): 9,0 Liter
CO2-Ausstoß: 210 g/km
Kofferraum: 525 Liter
umgebaut: 1.600 Liter
Gewicht: 1.905 kg
Maße: 4702 / 1955 / 1681
Preis: 89.000 EUR
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insgesamt 55 Beiträge
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Seite 1
mazzmazz 16.01.2018
1. Scharfes Teil
Nachdem die Giulia diese Maschine schon länger bietet, ist es nur konsequent, auch den zweiten großen Alfa damit auszurüsten. Das hecklastige Antriebskonzept macht ohnehin Sinn. Der Innenraum des Stelvio ist m.E. ganz gut gelungen. Eben weil er unaufdringlich ist und den Blick für das Wesentliche, das Fahren, nicht verstellt. Preislich ist er wettbewerbsfähig. Ich für meinen Teil vermisse eine Giulia Kombi mit dieser Maschine, Hinterradantrieb und Handschaltung. Aber die Limousine gibt es wneigstens so. Durch den hohen Wertverlust bei Alfa wird ein Stelvio QV in 2 Jahren für 45.000 Eur zu haben sein. Das wäre dann durchaus eine Alternative zu Autos wie VW Tiguan und Audi Q5 2.0. Der Spritverbrauch ist bei solchen Autos sowieso uninteressant, denn Vielfahrer kaufen so etwas nicht. Für mich ist der Stelvio neben dem Porsche Macan und dem Volvo XC90 eines der ganz wenigen kaufbaren SUVs. Feine Sache.
was-zum-teufel... 16.01.2018
2. Wunderschön. Und ein irrer Motor.
Ich durfte auf der Alfa Romeo Race Experience 2016 die Giulia QV Probe fahren. Allerdings mit Schaltgetriebe. Der Motor ist unglaublich kraftvoll, hört sich gut an, ohne peinlich zu sein und verbrauchte auf dem Racetrack gar nicht so viel, wie ich zuerst annahm. Und eine Höchstgeschwindigkeit von über 300 km/h ist auch nett ;-) Ein stilvoller SUV. Danke Alfa!
ralfthevoice 16.01.2018
3. Die Welt ist verrückt
Mit Erstaunen habe ich festgestellt, dass die letzten drei vorgestellten Autos der SPON-Redaktion zusammen deutlich über 1.500 PS verfügen und jedes Auto deutlich zweistellige Benzinverbräuche und entsprechend hohe CO2-Ausstöße aufweist. Alles kein Grund, den brandneuen BMW M5, die neue Mercedes G-Klasse und das neue Spitzenmodell des Alfa Romeo SUV Stelvio nicht begeistert vorzustellen. Die Antwort auf die Frage, warum die Hersteller so unnütze, wie umweltschädliche Autos produzieren , lautet natürlich ganz einfach, weil es einen Markt dafür gibt und viele Menschen mit ihrem Auto posen und Spaß haben möchten. Also, wir selbst, die Autofahrer sind Schuld an diesen Protz-Schleudern. Das hatte ja auch schon VW-Manager Müller mal gesagt, VW würde seit vielen Jahren schon E-Autos produzieren, wenn die Kunden sich dafür nur mal interessiert hätten. Taten sie aber nicht. Also produzierte VW weiter sehr unsaubere Diesel mit Betrugssoftware. Dazu passend vermeldete VW gestern Rekord-Verkaufszahlen. Ja, die Welt ist verrückt.
ooskar 16.01.2018
4. 9 Liter
mit 500 PS?? Dass die Automobilindustrie das schreibt, versteh ich ja. Aber der Spiegel auch schon??
redneck 16.01.2018
5.
Der Alfa wiegt 2 Tonnen. Die deutsche Ware ist aber noch schwerer. Zum Vergleich - mein AMC Rebel von 1969 wiegt gerade mal 1400kg und 300 PS/5.6l. Der Motor zieht ab 600 Umin bis 5500 durch. Keine klickende Relais , nichts summt, kein Turbowhine, kein Turboloch. Extrem komfortables Interieur für 6, Riesenkoffer.
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