Autogramm Aston Martin DB11 AMR Auf Streifzug - mit 334 km/h

Aston Martin bringt mit dem DB11 AMR ein neues Top-Modell, das stärker, schneller und teurer ist als der Vorgänger. Wer Fitness scheut, sollte jedoch die Finger vom Lenkrad lassen.

Aston Martin

Der erste Eindruck: Ein Hauch von Provokation durch neonfarbene Elemente. Der Aston Martin DB11 AMR ist ohne die Dekorierung einer der elegantesten Supersportwagen - nicht so schwülstig wie ein Bentley, nicht halbseiden wie ein Lamborghini.

Das sagt der Hersteller: Firmenchef Andy Palmer hat dem Modell DB11 viel zu verdanken. Denn der Gran Turismo war vor zwei Jahren das erste neue Auto nach der Sanierung des maroden britischen Sportwagen-Herstellers und brachte seither mehrmals in Folge einen Quartalsgewinn ein. Zum Dank dafür entlässt Palmer den Wagen nach knapp 4200 produzierten Exemplaren in die Sammlergaragen und schickt an seiner Stelle den DB11 AMR ins Rennen. "Mit feinen aber wirkungsvollen Verbesserungen haben wir unser Flaggschiff schneller und präziser- und das Design auf den neuesten Stand gebracht, ohne dass der bisherige DB11 deshalb alt aussehen würde", sagt Palmer. "So führen wir die Baureihe in Würde weiter."

Aston Martin

Das ist uns aufgefallen: Nur weil er wahlweise ein paar giftgrüne Streifen trägt, die Ingenieure noch einmal mehr Leistung aus dem Zwölfzylindermotor gekitzelt haben und das Auto jetzt das Kürzel der Rennsportabteilung trägt, will der DB11 AMR kein kompromissloser Rennwagen sein.

Klar, das Auto ist laut, es ist schnell, man kann mit ihm trotz des stattlichen Formats, der irren Breite und des stolzen Gewichts messerscharf durch die Kurven einsamer Eifelstraßen schneiden, wo in der Nähe des legendären Nürburgrings das Aston Martin Entwicklungszentrum liegt. Im sportlichsten Set-up lässt der DB11 AMR keine Zweifel am schlechten Zustand der Asphaltdecke aufkommen, so hart sind die Federn eingestellt. Doch im Vergleich zu Rennmaschinen oder solchen, die es gerne sein möchten, verzichtet Aston Martin auch in der neuen, getunten Version auf die üblichen Schweller und Spoiler konkurrierender Sportmodelle. Auch der Antrieb benimmt sich vorbildlich. Weder wurde der Motor lauter noch schaltet die achtstufige Automatik jetzt nervöser oder härter.

So kann man auch mit dem DB11 AMR vergleichsweise lässig über die Berg- und Talbahnen der Vulkaneifel cruisen. Schwungvoll geht der DB11 AMR in Kurven, läuft fast von allein geradeaus und kommt so schnell in einen Groove, der sich für den Fahrer anfühlt wie auf Carving-Ski. Das ist es, was Luxusmarken meinen, wenn sie von einem Gran Turismo sprechen.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Aston Martin DB11 AMR - mit unserem 360-Grad-Foto:

Und wer es eilig hat, kann auf einer freien Autobahn bis Tempo 334 beschleunigen - schneller als mit jedem anderen GT-Modell von Aston Martin zuvor.

Das muss man wissen: Den Wechsel vom DB 11 zum DB11 AMR hat Aston Martin bereits vollzogen und die Auslieferung des neuen Modells beginnt in diesen Tagen. Der Preis steigt dabei von 209.700 auf 218.500 Euro; Aston Martin rechtfertigt das nicht zuletzt mit dem Plus an Leistung. Denn der 5,2 Liter große V12-Motor, den die Briten in einer eigenen Halle bei Ford in Köln montieren lassen, leistet jetzt 639 statt bislang 608 PS und kommt auf ein maximales Drehmoment von 700 Nm. Damit beschleunigt der DB11 AMR in 3,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und erreicht bis zu 334 km/h. Die Verbindung zwischen Ford und Aston Martin stammt noch aus früheren Zeiten. Bis 2007 gehörte der britische Sportwagenhersteller zum US-Konzern, der dann die Mehrheit seiner Anteile an den Briten verkaufte.

Das werden wir nicht vergessen: Das verschwitze Hemd, die schmerzenden Fingerknöchel und die schweren Arme nach zwei Stunden ambitionierter Fahrt durch die Eifel. Sport ist eben doch anstrengend. Zumindest für den Fahrer. Und in dieser Hinsicht ist der DB11 AMR ganz sicher ein Sportwagen.

Fahrzeugschein
Hersteller: Aston Martin
Typ: DB11 AMR
Karosserie: Coupé
Motor: V12-Turbo-Benzindirekteinspritzer
Getriebe: Achtgang-Automatik
Antrieb: Heck
Hubraum: 5.204 ccm
Leistung: 639 PS (470 kW)
Drehmoment: 700 Nm
Von 0 auf 100: 3,7 s
Höchstgeschw.: 334 km/h
Verbrauch (ECE): 11,4 Liter
CO2-Ausstoß: 265 g/km
Gewicht: 1.970 kg
Maße: 4750 / 1950 / 1290
Preis: 218.500 EUR
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insgesamt 30 Beiträge
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Seite 1
andreasm.bn 05.06.2018
1. Watt denn jetzt?
334 km/h oder 342 km/h? Nicht, dass es einen großen Unterschied machen würde, aber irgendwie sollte man in einem Artikel dann schon eine klare Aussage erwarten dürfen.
gruebi01 05.06.2018
2. Die Zukunft von Fahrzeugen wie diesem
Sinn machen solche Sportfahrzeuge im Alltag keinen. Auf (deutschen) Autobahnen staut es sich oder Baustellen verhindern die rasende Fahrt. In den meisten Ländern gibt es vernünftige Höchstgeschwindigkeitsgrenzen, da kann man legal also eh nicht 300 km/h fahren. Dennoch werden solche Teile noch eine Weile gebaut und nachgefragt werden, und zwar: 1. als Sammlerstücke/Geldanlage für die Garage 2. als Sportinstrumente für Wettbewerbe auf Rennstrecken. Das Aus kommt erst, wenn es (fast) nur noch Leute wie mich gibt: Das Geld für so ein Teil wäre vorhanden, aber jede Lust, es zu kaufen, fehlt. Wenn ich schnell von Zürich nach Hamburg will, setze ich mich in einen Flieger und nicht hinter ein Lenkrad.
vulkaneifler 05.06.2018
3. Ich vermisse
Wo sind die Werte von Stickoxid und co2 , wenn ein Auto vorgestellt wird was zudem noch so überflüssig ist wie nur was , dann sollte in :der heutigen Zeit. Auch diese Werte mit angegeben werden
homo_popularis 05.06.2018
4. Ich vermisse das Lesen des Artikels vorm Pöbeln...
Zitat von vulkaneiflerWo sind die Werte von Stickoxid und co2 , wenn ein Auto vorgestellt wird was zudem noch so überflüssig ist wie nur was , dann sollte in :der heutigen Zeit. Auch diese Werte mit angegeben werden
Der CO2-Wert ist angegeben, Stickoxid wird auch bei allen anderen Fahrzeugen nicht erwähnt. Wenn über einen Artikel gepöbelt wird, was zudem noch inhaltlich überflüssig ist, dann sollte in der heutigen Zeit, dieser zuvor auch gelesen werden.
barlog 05.06.2018
5.
@vulkaneifler: Diese Autos, die Ihnen überflüssig vorkommen, werden nur in kleinen Stückzahlen produziert und ganz bestimmt nicht von Pendlern täglich verwendet. Weshalb gerade der Schadstoffausstoß solcher Autos wirklich nicht so wichtig ist. Trotzdem hat man (für Sie) den CO2-Ausstoß angegeben, vielleicht finden Sie ihn?
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