Autogramm Audi Q3 Ab ins Zelt

Audi will den Q3 aus der Ecke der weichgespülten SUVs holen. Damit dem Boulevard-Boliden endlich ein Hauch von Abenteuer anhängt, gibt es zum Facelift ein neues Outdoor-Extra.

Audi

Der erste Eindruck: Das Ende des Audi-Einerleis naht! Der Q3 sieht nach dem Facelift tatsächlich ein wenig eigenständiger aus. Funkelnde neuen Chromstege an den oberen Ecken des Kühlergrills tragen dazu bei, dass man den Q3 jetzt eindeutiger von einem Q5 oder einem A3 Sportback unterscheiden kann.

Das sagt der Hersteller: "Facelift mit Tiefgang" nennt der technische Projektleiter Michael Zeilinger die Überarbeitung des kleinen SUV. Denn die Audi-Leute haben nicht nur das Design aufgefrischt, sondern auch die Motoren optimiert oder gleich ganz ausgetauscht, um den Q3 fit für die Euro-6-Norm zu machen. "Dabei haben wir den Verbrauch um bis zu 17 Prozent gesenkt und mit 4,4 Liter Durchschnittsverbrauch für den 150-PS-Diesel den Maßstab in dieser Klasse neu definiert", sagt Ingenieur Zeilinger selbstbewusst.

Sieht man einmal von den gesetzlichen Schadstoffanforderungen ab, war die Überarbeitung eigentlich noch gar nicht nötig. Denn das 2011 eingeführte Auto verkauft sich bestens - in den ersten neun Monaten 2014 lag das Absatzplus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 30 Prozent.

Das ist uns aufgefallen: An das neue Gesicht muss man sich erst gewöhnen, aber innen kommt einem der Q3 angenehm vertraut vor. Kein Wunder, denn dort wurde auch wenig geändert. Nach wie vor bietet der Q3 eine vornehme Materialauswahl und ist ein Vorbild für Ergonomie und Übersichtlichkeit. Mit zwei Ausnahmen: Der Startknopf für den Motor ist fast versteckt, während der Bedienknopf für das MMI-Bordcomputersystem mittig in der Armaturentafel platziert ist, anstatt - wie es logisch wäre - auf der Mittelkonsole.

Eine Überraschung steckt im Kofferraum. Und damit ist nicht das großzügige Ladevolumen von 460 bis 1365 Liter gemeint, sondern die Gepäckraumabdeckung, auf die Projektleiter Zeilinger stolz hinweist. Der Grund ist fast banal: Das Teil gehört erst jetzt zur Serienausstattung. Im Umkehrschluss heißt das, dass man bislang für diese Selbstverständlichkeit extra bezahlen musste. Bei einem "kompakten Premium-SUV", wie Audi das Auto nennt, eine Dreistigkeit, über die man sich auch nachträglich noch ärgern kann.

60 Prozent der Q3-Kunden bestellen das Auto mit Allradantrieb, zudem gibt es elektronische Helfer wie eine Gespannstabilisierung oder eine Bergabfahrhilfe. Geländetouren oder große Abenteuerreisen kommen einem mit dem Q3 dennoch als Allerletztes in den Sinn. Die Audi-Verantwortlichen sehen das jedoch anders, weshalb es ein neues Extra gibt, das den Outdoor-Charakter des Q3 unterstreichen soll: ein spezielles Zelt. Die 1390 Euro teure Hightech-Camping-Behausung verfügt über ein "Gestänge" zum Aufpumpen und eine Verbindung zur geöffneten Kofferraum-Klappe. So lässt sich binnen sieben Minuten eine Wohn- und Schlafgelegenheit an den SUV anbauen.

Das muss man wissen: Verkaufsbeginn des aufgefrischten Q3 ist im kommenden Februar, der Einstiegspreis liegt dann bei 29.600 Euro. Für diese Summe gibt es den Wagen mit einem neuen 1,4-Liter-Benziner mit 150 PS, der dank Zylinder-Abschaltung auf einen Verbrauch von 5,5 Liter kommen soll. Daneben bieten die Bayern zunächst zwei 2-Liter-Benziner mit 180 oder 220 PS und zwei Diesel-Varianten an. Die Selbstzünder haben 2,0 Liter Hubraum, kommen auf 150 oder 185 PS und sind im besten Fall mit 4,4 Liter zufrieden - mit Handschaltung, Frontantrieb und der geringeren Leistung.

Dabei macht der stärkere Motor natürlich mehr Spaß. Beim Anfahren ist der Diesel mit 185 PS zwar ein wenig knurrig, danach aber läuft er umso kräftiger. Das Überholen auf der Landstraße wird dank des starken Antritts zum Kinderspiel, und wenn man die Fahrregelung "drive select" auf "Sport" stellt, spürt man nichts mehr von der hochbeinigen Konstruktion des Wagens.

Wie mittlerweile in fast allen Audi-Baureihen gibt es auch für den Q3 ein Sportmodell, das ebenfalls überarbeitet wurde und künftig mindestens 56.600 Euro kostet. Dessen Fünfzylinder-Benziner kommt jetzt auf 340 statt 310 PS, verbraucht aber nur noch 8,4 statt 8,8 Liter.

Das werden wir nicht vergessen: Das Glanzlicht des überarbeiten Q3 sind die neuen Rückleuchten, zumindest sofern man sie mit LED-Technik bestellt hat. Dann inszeniert der Blinker nämlich schon beim Entriegeln des Wagens eine derart beeindruckende Lightshow, dass man versucht ist, den Schlüsselknopf wieder und wieder zu drücken.

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insgesamt 67 Beiträge
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sirmika 14.11.2014
1. Seit 2001 wird der gebaut?
Die Zeit vergeht wie im Flug!
cor 14.11.2014
2. Zelt direkt am Kofferraum
Find ich ehrlich gesagt gar nicht mal übel, die Idee.
DerOberlehrer 14.11.2014
3. Ab ins Zelt
Ein Auto für schlappe dreißigtausend kaufen und sich dann in ein primitives Zelt legen ? Sowas gab es schon vor langer Zeit, als die altehrwürdigen Trabis mit einem Dachzelt ausgestattet werden konnten. Na, mal abwarten, wie oft man im nächsten Jahr Q3-(Trabis) auf Parkplätzen sieht, die ein Zelt installiert haben. Oder muß man damit auf einen Campingplatz ? Wer soviel Geld investiert, sollte auch soviel Stil haben, bei einem Hotel vorzufahren und dort einzuchecken. Oder ist das einfach nur wieder eine Innovation, um sich interessant zu machen. Das wird bestimmt den Nerv der meisten Audi-Fahrer treffen.
Tiananmen 14.11.2014
4.
Toll, die Idee mit dem Zelt am Heck. Wenn man dann den Motot laufen lässt, wirds auch kuschelig warm im Zelt, der Auspuff ragt ja dann direkt hinein. Und das bisschen Kohlenmonoxid sorgt für einen tiefen Schlaf
istanbulu 14.11.2014
5. SUV- und kein Wort über die Geländegängigkeit
90% der SUV sind unnötig wie ein Kropf, die alten Modelle wie der X-trail , können im Gelände noch was, die anderen sind nur noch gut für die Bordstenkante an der Oper. Da ändert auch das Zelt nichts.
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