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Autogramm BMW i3: Bleibt alles anders

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Autogramm BMW i3: Radikal gewöhnungsbedürftig Fotos
BMW

BMW hat um den i3 jede Menge Wirbel gemacht, jetzt kommt das E-Mobil auf die Straße. Das Auto steht für einen Neuanfang der Bayern - und sorgt bei der Probefahrt für einige Überraschungen.

Der erste Eindruck: Respekt. Selten hat ein Hersteller ein Auto so radikal neu gedacht und gemacht wie BMW den i3 - und das auch so deutlich zur Schau gestellt. Schon die hoch aufragende Karosserie mit den gegenläufig angeschlagenen Türen ohne B-Säule und dem üppigen Platzangebot auf kleiner Fläche hat kaum Parallelen zum 1er oder 3er. Die aufrechte Sitzposition ist entspannter als in anderen BMW-Modellen, die Materialauswahl ökologisch durchdacht und die Atmosphäre luftig. Hier fährt eine Art Bio-Boutique für Besserverdiener vor.

Das sagt der Hersteller: Radikal, revolutionär, konsequent, ganzheitlich - wenn Projektleiter Andreas Feist über den i3 spricht, dann nur mit markigen Schlagworten. Das, was im November 2007 "ohne Altlasten und ohne Grenzen" als Project i begann und seitdem geschätzt weit mehr als drei Milliarden Euro verschlungen hat, ist einfach zu groß, um es kleinzureden. Feist sagt, der Wagen sei eine Revolution und markiere den Start in eine neue Ära der Mobilität. "Der i3 hat das Unternehmen sowie unseren Blick auf das Auto und die Mobilität verändert."

Das ist uns aufgefallen: So neuartig dieser BMW auch sein mag, das Fahrgefühl ist fast ganz das alte. Die Sitzposition ist zwar anders als im 1er oder 3er, nämlich entspannter und passiver, was unmittelbar auf die Fahrweise abfärbt. Man krallt sich nicht ans Lenkrad, sondern surft eher lässig durch den Verkehr. Doch wenn man kräftig aufs Pedal tritt, reagiert auch der i3 markentypisch vehement. Beim Ampelstart schnellt er davon und behält diesen Elan auch jenseits des Ortschilds. Während andere Elektroautos über Land eher zäh dahinrollen, schiebt der i3 kräftig weiter. Erst bei Tempo 150 dreht die Elektronik dem Stromer den Saft ab.

Fahrwerk und Lenkung sind beim i3 sportlich abgestimmt. Die Federung ist stramm, der Schwerpunkt liegt dank der massigen Batterien im Wagenboden tief und die Lenkung reagiert präzise. Der Wendekreis beträgt lediglich 9,86 Meter, das fühlt sich fast ein bisschen nach Autoscooter an.

Aber für Bleifüße ist ein Elektroauto natürlich nicht gedacht. Mit jedem Stromstoß zählt der Bordcomputer ein paar Kilometer Reichweite runter, und der nach individuellem Fahrstil, Topografie, Straßentyp und Verkehrsfluss berechnete Aktionsradius auf der Navi-Karte wird immer kleiner. Um die von BMW angegebene Reichweite von 130 bis 200 Kilometer auszuschöpfen, braucht der Fahrer also die richtige Einstellung. Auf sich selbst bezogen heißt das: leichter Gasfuß und Weitblick. Und beim sogenannten Fahrerlebnisschalter den Modus "Eco-Pro+".

Bei diesem Setting schaltet sich die Klimaanlage ab, die Motorleistung wird gedrosselt und die Höchstgeschwindigkeit auf 90 km/h begrenzt. Nimmt man den Fuß vom Gaspedal, wird beim Ausrollen automatisch Energie gewonnen. Nebeneffekt dieser Rekuperation ist ein extremer Bremseffekt, so stark, dass man anfangs nach vorn in den Gurt geworfen wird. Im "Eco-Pro"-Betrieb ist das Stromsparprogramm nicht ganz so intensiv, und im "Comfort-Modus" beschleunigt der Wagen sogar ziemlich flott und rekuperiert nur sanft.

Der Einfluss auf die Reichweite ist allerdings geringer als erwartet: Bei unserer Testfahrt mit vollem Akku stieg das Durchhaltevermögen je nach Fahrerlebnis-Modus um maximal zehn Kilometer.

Das muss man wissen: 34.950 Euro kostet der i3, doch einige Extras für den elektrischen Betrieb werden gesondert berechnet. Der Wärmetauscher (660 Euro) etwa, der das Aufheizen von Batterie und Innenraum beschleunigt, oder die Option fürs Schnelladen (1590 Euro), mit der die Dauer für eine 80-Prozent-Ladung von acht Stunden auf bis zu 30 Minuten sinkt. Die Wallbox, eine Ladestation für die heimische Garage, kostet 895 Euro, die dazugehörige Installationsberatung 99 Euro, und dann kommt auch noch die Montage hinzu. Und wer den i3 mit Range-Extender ordert - also mit 34 PS starkem Hilfsmotor, der während der Fahrt Strom für weitere 100 Kilometer produziert - zahlt 4500 Euro extra.

Über die bisherige Resonanz der Kundschaft sagt BMW nur dies: Es gebe schon mehr als 100.000 Anfragen für eine Probefahrt und dass wer jetzt einen i3 bestelle, das Auto nicht mehr zum Marktstart im November erhalte, sondern erst im Frühjahr 2014.

Das werden wir nicht vergessen: Einerseits das sportlich-spaßige Fahrgefühl des i3. Gleichzeitig beeindruckt vor allem die Konsequenz, mit der BMW die Idee von der Nachhaltigkeit und dem grünen Premium-Anspruch umgesetzt hat.

Einige Dinge irritieren dann aber doch, zum Beispiel der winzige Cockpit-Bildschirm oder dass sich die hinteren Seitenfenster nicht öffnen lassen. Und die Schalterleiste für die Bedienung von Radio und Klimaanlage sehen einfach altbacken aus. Zum Teil stammen diese Instrumente aus dem BMW 1er - ein Missgriff, denn wer wie BMW mit dem i3 ein so großes Rad dreht, sollte nicht an ein paar kleinen Rädchen sparen.

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insgesamt 247 Beiträge
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1. Geht's noch hässlicher?
combattant 10.10.2013
Wow! BMW hat es in der Vergangenheit immer schon mal geschafft, Autos zu bauen, deren Design, sagen wir's mal vorsichtig, "polarisierte". Aber diese Karre ist ja dermaßen verunstaltet, dass man auf die Idee kommen könnte, die Hürde auf E-Mobilität umzusteigen, sollte so hoch wie möglich gelegt werden. Warum muss ein E-BMW so aussehen, dass jeder dessen Besitzer wegen seiner offensichtlichen Geschmacksverirrung bemitleidet?
2.
Oliver Gnutz 10.10.2013
Zitat von sysopBMWBMW hat um den i3 jede Menge Wirbel gemacht, jetzt kommt das E-Mobil auf die Straße. Das Auto steht für einen Neuanfang der Bayern - und sorgt bei der Probefahrt für einige Überraschungen. http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/bmw-i3-so-faehrt-das-erste-ganz-auf-e-mobilitaet-gepolte-bmw-modell-a-926805.html
Was ist daran "überraschend" das ein BWM wenig Kofferraum aber "viel teuer" hat. Mi einem gebrauchten 850-er Diesel Kombi von Volvo bin ich besser (und ökologischer) bedient. Aber die Mistkiste macht schon ab 500.000 werkstattbedürftige Mucken - das kann bei BMW nicht passieren, der steht ja eh ständig in der Werkstatt :-(
3. Mutiger Schritt, aber besorgniserregende Entwicklung
haxman 10.10.2013
Ich kann BMW nur dazu gratulieren, mit soviel Mut und Konsequenz einen solchen Schritt zu gehen! Von daher kann man dem Unternehmen auch nur wünschen, daß dieser Schritt erfolgreich sein wird. Als langjähriger BMW-Fahrer allerdings betrachte ich diese neue Entwicklung mit allergrößter Sorge! Das Design und der Antrieb brechen mit allem, was die Marke bislang ausgemacht hat! Das hat nichts mehr mit der berühmten "Freude am Fahren" zu tun, sondern vielleicht mit der "Freude am Sparen". Es ist zu bedauerlich, daß BMW vor längerer Zeit schon das Konzept des Wasserstoffantriebs offensichtlich aufgegeben hat und sich nun voll auf den Elektroantrieb konzentriert. Ich hatte neulich die Gelegenheit, das BMW 1er Elektro-Coupé zu fahren, das wenigstens vom Design her noch ein BMW ist. Das Fahrerlebnis war interessant, hatte aber eher etwas von U-Bahnfahren. Ich war überglücklich später wieder in meinem BMW-Cabrio mit Sechszylindermotor zu sitzen. Der Antrieb macht für mich deutlich mehr als 50% des Fahrerlebnisses aus. Wenn dieser rein synthetisch ist, kann der Rest das auch nicht mehr wettmachen. Sollte BMW also diese Entwicklung mit der entsprechenden Konsequenz weiterverfolgen und nur noch Elektrofahrzeuge und parallel maximal Vierzylinder anbieten, werde ich dann nach weit über 20 Jahren die Marke wechseln müssen. Aber vielleicht wird BMW ja versuchen, mit der neuen Ausrichtung neue Kunden zu gewinnen und gleichzeitig noch Fahrzeuge anbieten, die die Kunden bedienen, die wirklich Freude am Fahren haben wollen.
4. Sorry, geht gar nicht....
Nachteuie 10.10.2013
Konsequent designt und konstruiert? Quatsch! Die hintere Sitzbank des i3 ist einfach nicht nutzbar, nur und reines Alibi! Die Türen lassen sich nur öffnen wenn die vorderen Türen geöffnet werden - vielleicht nützlich wenn man nur nen mantel oder ne Tasche auf die Rücksitzbank legen will - wer dort aber zum Beispiel seine Kinder unterbringen will....einfach nur Mist. Die Sitze samt Kopfstützen hinten sind bestenfalls für gelegentliche Nutzung zumutbar, und die nicht-öffenbaren hinteren Seitenscheiben sind dann noch das i-Tüpfelchen - fehlt nur noch das "hintere Sitze bitte-nicht-benutzen-Schild". Dann sollte man doch ehrlich sagen: Dies ist ein Zweisitzer und Fertig! Und dann der sogenannte Kofferraum - Ladekante gefühlte 1,5 Meter überm Boden, Platzangebot....also 2 normale Kasten Mineralwasser gehen nicht rein.....Über das Antriebskonzpt will ich jetzt gar nicht reden. Bei einem Fahrzeug für 35000,- Euro und mehr erwarte ich selbst bei Mega-Öko-Bonus wenigstens einen Nutzwert auf Kleinwagenniveau. Der i3 ist ein hoffnungslos über-designter Schnellfahr-Smart für Bestverdienende. Sorry BMW, hier hat man ein Antriebssystem gebaut und dann mal ein paar Sitze und ne Karosserie rumgebaut - und wundert sich dann wenn sich Elektromobile nicht verkaufen. Elektroantrieb muss als Antriebskonzept für ein Automodell konzipiert werden, nicht das Auto als "Verkleidung" für einen Elektroantrieb! Der Nutzwert muss das Ziel sein!
5. sehr geil, aber ...
lapo123 10.10.2013
... so ganz verstehe ich nicht, wieso man einen viersitzer konstruiert, dessen eigenschaften, die viersitzigkeit, aber konsequent ignoriert. die nicht zu öffneden fenster hinten sind nur das eine. das andere ist, dass hinten niemand zusteigen kann, wenn vorne personen sitzen und beispielsweise angeschnallt sind. die gurte für vorne sind nämlich an den hinteren türen angeschlagen. werden diese geöffnet, "stranguliert" man die frontinsassen. zum anderen ist die verarbeitung und materialanmutung - karbon und recyclingmaterial hin oder her - nicht sonderlich vertrauenerweckend. zu guter letzt bin ich mal gespannt, was ein satz reifen der größe 155/70 r19 kosten wird. wahrscheinlich mehr als die wallbox, die für unverschämtes geld gekauft werden muss. ich glaube, ich bleibe dann doch lieber beim prius oder nehme einen ampera. beide sind günstiger, für meinen alltag besser nutzbar und ich muss mich nicht mit einem rangeextender rumärgern, der nur 100 kilometer mehrreichweite bringt. wenn range extender, dann doch bitte mit einer "normalen" reichweite. für alle anderen reicht doch die batteriereichweite von bis zu 200 km. und: schade, dass sich bmw von seinem typischen tagfahrlicht immerweiter entfernt.
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Fahrzeugschein
Hersteller: BMW
Typ: BMW i3
Karosserie: Kleinwagen
Motor: Elektromotor
Antrieb: Heck
Leistung (E-Motor): 170 PS (125 kW)
Drehmoment (E-Motor): 250 Nm
Von 0 auf 100: 7,2 s
Höchstgeschw.: 150 km/h
Kofferraum: 260 Liter
Gewicht: 1.270 kg
Maße: 3999 / 1775 / 1578
Preis: 34.950 EUR

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