BMW in Genf Warten auf?

Im Grunde interessiert bei BMW in diesem Jahr nur der neue Siebener. Der kommt allerdings erst zur IAA im September, weshalb die Münchner beim Genfer Autosalon bemüht sind, mit ganz vielen kleineren Neuheiten die Ungeduld zu mildern.


Offiziell fährt BMW eine ganze Batterie von Neuheiten am Genfer See auf. Da ist der neue BMW 3er Compact (Weltpremiere), da ist der Geländewagen X5 nun auch mit Dreiliter-Dieselmotor (Weltpremiere), da ist die neue Motorsteuerung Valvetroninc, die beim Kraftstoffsparren hilft (Weltpremiere) und es gibt einige andere Fahrzeuge, die zwar längst bekannt, aber so noch nie in Europa live zu sehen waren.

BMW X5 3.0d: Erste Dieselvariante der blau-weißen Geländebauwagenreihe

BMW X5 3.0d: Erste Dieselvariante der blau-weißen Geländebauwagenreihe

Gemeint sind der X5 4,6is, das M3 Cabrio sowie das M Coupé und der M Roadster. Bei soviel verwirrenden Nachrichten aus München ist es praktisch, dass sich zwei der Weltpremieren in einem Fahrzeug paaren: Das Einstiegsmodell des neuen 3er Compact ist nämlich mit einem Valvetronic-Motor ausgerüstet. Es handelt sich dabei um den 316ti mit Vierzylindermaschine (115 PS/85 kW), einer Höchstgeschwindigkeit von 201 km/h und einem Durchschnittsverbrauch, den BMW mit 6,9 Liter Superbenzin je 100 Kilometer angibt.

Hinter dem Begriff "Valvetronic" verbirgt sich eine Technik, die den variablen Hub der Einlassventile ermöglicht, was in den mittleren und damit relevanten Drehzahlbereichen zu Kraftstoffeinsparungen führt.

Der Dreitürer mit großer Heckklappe aus der 3er-Baureihe ist im Vergleich zur Limousine bei gleichem Radstand um 21 Zentimeter kürzer. Das Fahrwerk ist sportlicher abgestimmt und es wird möglich sein, den kleinen Dreier gehörig aufzurüsten. 70 Extras stehen auf der Sonderausstattungsliste - rund doppelt so viele wie beim Vorgängermodell.

BMW Valvetronic: Variabler Hub der Einlassventile

BMW Valvetronic: Variabler Hub der Einlassventile

Das schafft nicht nur die Möglichkeit, den Wagen zum Beispiel mit Bi-Xenon-Licht zu ordern, sondern auch, den Preis des Autos nahezu beliebig in die Höhe zu treiben. Der Gedanke, ein wenig Sparsamkeit könnte nicht schaden, steckt vermutlich hinter dem X5 3,0d, denn das Auto ist die erste Dieselvariante der bulligen, blau-weißen Geländebauwagenreihe.

Der Reihensechszylinder leistet 184 PS (135 kW), es gibt also keinen Grund, über etwaige Leistungsdefizite besorgt zu sein. BMW bleibt auch bei den Selbstzündern seiner selbstgewählten Devise nach maximaler "Mir-san-mir"-Mentalität unterm Blech treu: Der Wagen läuft 200 km/h, rennt in 10,5 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und verfeuert im Schnitt 9,7 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer.

BMW 316ti: 201 km/h schnell, Durchschnittsverbrauch von 6,9 Liter Superbenzin

BMW 316ti: 201 km/h schnell, Durchschnittsverbrauch von 6,9 Liter Superbenzin

Ein ganz anderes Kaliber ist der X5 4,6is, die Hochleistungsversion des Offroaders, die ab Herbst "den Freunden des oberen Leistungssegments", wie es BMW ausdrückt, zur Verfügung stehen wird. In Genf kann diese Klientel schon ein wenig auf Tuchfühlung gehen mit dem Koloss, dessen V8-Motor 347 PS (255 kW) leistet und ein Drehmoment von 480 Nm freisetzt. Die Höchstgeschwindigkeit wird über der 240-km/h-Marke liegen. Damit das Auto fahrbar bleibt, gibt es allerlei elektronische Regelsysteme, zum Beispiel das Stabilitätsprogramm DSC III oder das ABS mit Cornering-Brake-Control sowie die Anfahrhilfe ASC-X als auch die Dynamic Brake Control DBC. Was diese Heinzelmännchen im Einzelnen können, muss der Fahrer nicht wissen. Entscheidend ist, der teure Wagen bleibt auch bei hanebüchenen Fahrexperimenten in der Spur.



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