Bugatti EB 16.4 Veyron Jenseits der 1000 PS

Der Volkswagenkonzern stößt in Genf endgültig die Tore zu neuen automobilen Dimensionen auf. Bugatti will einen 1001 PS starken Wagen bauen, und VW möchte mit einem Achtzylinder-Passat punkten.

Von Jürgen Pander


Kraftmeier: Der Bugatti soll mehr als 1000 PS auf die Straße bringen

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Konzernchef Ferdinand Piëch will, so hat es den Anschein, den VW-Chefsessel nicht räumen, ohne einige fahrende Denkmäler hinterlassen zu haben. Und weil er ein Mann der Extreme ist, fährt er demnächst - nach dem ersten Dreiliter-Serienauto (Lupo) - das erste 1000-PS-Auto vor. Gestern in Genf wurde offiziell verkündet, dass der Supersportwagen Bugatti EB 16.4 Veyron ab dem Jahr 2003 gebaut werden wird.

Die neu gegründete Volkswagen-Tochter Bugatti Automobiles S.A.S. soll den Wagen fertigen, wie der Präsident und technische Vorstand des noch taufrischen Unternehmens, Karl-Heinz Neumann, verkündete. Neumann ist zugleich bei VW verantwortlich für die Motorenentwicklung.

Vorstoß in die Luxusklasse: Mit Bugatti will VW den Nobelmarken Konkurrenz machen

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Das trifft sich gut, denn der allradgetriebene Bugatti wird von einem außergewöhnlichen Aggregat bewegt: Zwei gekoppelte Achtzylinderbänke bilden den Kern des W16-Motors aus Leichtmetall, der aus acht Litern Hubraum eine Leistung von 1001 PS (741 kW) holt und mit gleich vier Turboladern ausgestattet ist. Das maximale Drehmoment liegt zwischen 2200 und 5500 Umdrehungen pro Minute an und beträgt 1250 Nm. Kein anderes Serienauto weltweit kann ähnlich extreme Leistungsdaten bieten.

Bei der Präsentation rutschte Piëch offenbar nicht ganz unbeabsichtigt heraus, dass diese Daten "erst einmal Mittelwerte" seien. Das Publikum wunderte sich - bis Gerüchte die Runde machten, dass der Chef aus Wolfsburg an ein Fahrzeug mit 1200-PS-Motor denke.

Ab 2003 in Serie: Der Bugatti EB 16-4 Veyron

Ab 2003 in Serie: Der Bugatti EB 16-4 Veyron

Ganz so abgedreht sind die Pläne bei der Kernmarke VW nicht. Doch auch hier ist deutlich erkennbar, dass die Reise in Richtung Luxusklasse geht. Bevor der lange erwartete Oberklassewagen D1 kommt, soll der in Genf präsentierte Passat W8 die Speerspitze des VW-Modellportfolios bilden. Das W steht übrigens, wie beim Bugatti, für die W-förmige Anordnung der acht Zylinder. Der neukonstruierte Motor leistet 275 PS (202 kW), entwickelt ein maximales Drehmoment von 370 Nm und macht den Top-Passat bis zu 250 km/h schnell.

Das Auto, das es als Limousine und Kombi geben wird, ist serienmäßig mit Allradantrieb ausgestattet. Äußerlich zu erkennen ist der Passat-Kraftmeier an verchromten Doppelauspuff-Endrohren, an einer Extraportion Chromleisten, Bi-Xenon-Scheinwerfern und 17-Zoll-Leichtmetallfelgen. Innen verströmen Chrom- und Holzdetails, Leder-Stoff-Sitzbezüge sowie eine Klimaautomatik das Ambiente der Oberklasse.

Speerspitze: Mit 250 km/h soll der Passat W8 die Autobahnen unsicher machen
AP

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Ab Werk installiert sind darüber hinaus Kopfairbags vorne und hinten, ein Bordcomputer und eine Diebstahlwarnanlage mit Innenraumüberwachung. In der zweiten Jahreshälfte soll der Passat W8 auf den Markt kommen; er wird als Limousine 79.602 und als Kombimodell Variant 81.851 Mark kosten.



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