Autogramm Chevrolet Corvette 427 Cabrio: Abschied mit Getöse

Von Tom Grünweg

Autogramm Corvette 427 Cabrio: Kracher aus Kentucky
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GM

In wenigen Tagen präsentiert Chevrolet in Detroit eine komplett neue Corvette. Der alten Baureihe wird kurz zuvor noch ein spektakuläres Ende gesetzt: Mit dem bislang stärksten Cabrio der Corvette-Geschichte.

Der erste Eindruck: Die Reinkarnation der aktuellen Baureihe kommt kurz vor der Vorstellung der neuen Corvette etwas überraschend - und macht Eindruck. Das Sondermodell mit der Bezeichnung 427, mit dem Chevrolet jetzt das Finale der sechsten Corvette-Generation einleitet, steht flach, lang und breit wie immer auf der Straße. "Steig ein und gib mir die Sporen. Du willst es doch auch", scheint das Design dem Betrachter zu vermitteln. Und darauf gibt es selbstverständlich nur eine Reaktion. Rein setzten und Gas geben.

Das sagt der Hersteller: "2013 ist für die Corvette ein ganz besonders Modelljahr", sagt Chris Perry aus dem Chevrolet-Marketing. "Es steht für den 60. Geburtstag des Sportwagens und zugleich für das Ende der sechsten Generation." Um das gebührend zu feiern, brauche man auch ein besonderes Fahrzeug. "Wir haben zwei Dinge kombiniert, die in der Corvette-Geschichte sehr begehrt waren: das Cabrio und den 427er-Motor." Europäern ist diese Zahl wahrscheinlich nur wenig vertraut - in der US-Nomenklatur steht sie für cubic inches und benennt den Hubraum des Achtzylindermotors. Wer sie umrechnet, kommt auf sieben Liter und versteht, weshalb die Amerikaner so heiß sind auf den Motor, der übrigens noch immer als Small Block geführt wird. In den USA ist ein großer Hubraum noch immer ein Verkaufsargument.

Die Edition 427 ist allerdings nicht nur ein Marketing-Modell, sondern auch ein ernstzunehmender Sportwagen. Noch nie gab es ein derart starkes Cabrio in den bisherigen 60 Corvette-Jahren. Außerdem lässt das Auto viele Konkurrenten in mindestens einem Punkt alt aussehen: dem Preis. In den USA kostet der Wagen 76.000 Dollar, hierzulande werden es 100.750 Euro sein. Und das ist deutlich weniger als man für einen Ferrari California (180.600 Euro) oder einen Audi R8 Spyder (158.100) hinblättern muss. Die Corvette 427 hat obendrein das bessere Leistungsgewicht: Jedes PS muss lediglich 2,99 Kilogramm bewegen - so wenig wie bei keinem der Wettbewerber.

Das ist uns aufgefallen: Wie gierig die Corvette nach Gasstößen lechzt und wie willig sie diese mit Vortrieb quittiert. Schon beim Anlassen wackeln ringsum die Wände. Wer das Spiel mit dem kurzen, knochentrocken geführten Schaltknauf und den eng beieinander liegenden Pedalen beherrscht, hüllt das Cabrio in einen beißenden Qualm, ehe der Rückspiegel nur noch zwei dicke schwarze Streifen auf dem Asphalt zeigt. Das Anfahren ist eine Show: Ein kurzes Zittern, dann hebt sich ganz leicht der Bug und der Wagen schießt nach vorn.

Um ein beliebtes Vorurteil gleich auszuräumen: Der Wagen taugt nicht nur für den Drag Strip, auf dem in den USA traditionell die Beschleunigungsrennen gefahren werden. Auch auf kurvigen Strecken oder besser noch auf einer Rennstrecke beweist der Zweisitzer überraschend viel Schärfe und Biss. So weit ist das US-Modell in Sachen Fahrverhalten von den europäischen Fabrikaten gar nicht entfernt.

Was allerdings doch auffällt, ist das mittlerweile reife Alter der Basis-Corvette. Das Fahrgefühl ist zwar ungestüm und frisch, doch im Innenraum trägt der Wagen inzwischen eine Staubschicht. Die Instrumente sind schlicht, das Head-Up-Display grob und verpixelt, das Navigationssystem der Zeit hinterher und die Konsolen aus billigem Plastik - gut, dass der Generationswechsel ansteht. Auch das Verdeck ist reif für ein Update. Es öffnet sich nur dann auf Knopfdruck, wenn der Wagen steht und zusätzlich die Handbremse angezogen wird; und dann zieht sich die Prozedur auch noch in die Länge.

Das muss man wissen: Das 427 Cabrio bedient sich technisch bei den bislang als Coupé angebotenen Sportmodellen. Der sieben Liter große V8-Motor mit 512 PS und bis zu 637 Nm Drehmoment zum Beispiel stammt von der Corvette Z06. Und die Karbonteile für die überhöhte Motorhaube, die Kotflügel, die Schweller und Spoiler wurden von der radikalen Corvette ZR-1 übernommen. So sinkt das Gewicht des Cabriolets auf 1531 Kilogramm. Entsprechend attraktiv sind die Fahrleistungen: Von 0 auf 100 beschleunigt das Auto binnen 4,2 Sekunden und Schluss ist erst bei 307 km/h.

Die auch mit Rallyestreifen lieferbare 427er Corvette ist ein echter Blickfang. Doch ab Mitte Januar werden PS-Nerds nur noch Augen für das Nachfolgemodell haben, die Corvette der Generation sieben. Enthüllt wird das Auto auf der Autoshow in Detroit. Bislang ist über das neue Modell kaum etwas bekannt. Es wird wieder mit einem V8-Motor antreten und diese Maschine mit 6,2 Liter Hubraum, 450 PS und 610 Nm Drehmoment wird die stärkste sein, die bislang in einem Corvette-Basismodell grummelte. Der Sprintwert von 0 auf Tempo 100 soll bei weniger als vier Sekunden liegen.

Das werden wir nicht vergessen: Den wahnwitzigen Spaß, den man mit der nicht mehr ganz taufrischen Corvette noch haben kann. Vielleicht ist das Alter sogar von Vorteil, denn dieser Wagen ist eine glühende Kraftmaschine, kein elektronisch heruntergekühltes High-Tech-Geschoss. Außer ESP und ABS hat der Heißsporn keine weiteren Fahrhilfen zu bieten. Und mal ganz ehrlich: Wer interessiert sich schon für das peinliche Head-Up-Display, das lahme Verdeck oder das Billigplastik, wenn der 427er-Motor loslegt und die Adrenalinreserven freisetzt?

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insgesamt 31 Beiträge
fritz_64 02.01.2013
wie die Amis hierzulande Ihre Gewinne realisieren: 76.000$ = 57.582€ Verkauft wird der Wagen dann aber doch für über 100.000€...na ja die deutschen Preminumhersteller machen ja auch so...nur genau anders herum... teuer im [...]
wie die Amis hierzulande Ihre Gewinne realisieren: 76.000$ = 57.582€ Verkauft wird der Wagen dann aber doch für über 100.000€...na ja die deutschen Preminumhersteller machen ja auch so...nur genau anders herum... teuer im "Heimatland" günstig in den USA...warum komme ich mir immer nur abgezockt vor...
hokie 02.01.2013
Bis hierhin und nicht weiter gelesen... Wie kann man ein (angeblicher) Autoexperte sein, oeffentlich Artikel verbreiten und dann nicht einmal den Unterschied zwischen einem small und einem big block kennen ?! Von einem [...]
Zitat von sysopWer sie umrechnet, kommt auf sieben Liter und versteht, weshalb die Amerikaner so heiß sind auf den Motor, der übrigens noch immer als Small Block geführt wird.
Bis hierhin und nicht weiter gelesen... Wie kann man ein (angeblicher) Autoexperte sein, oeffentlich Artikel verbreiten und dann nicht einmal den Unterschied zwischen einem small und einem big block kennen ?! Von einem Europaer erwartet man fast nix anderes, aber von einem "Experten" der selber jahrelang in den Staaten lebt und von seinem Metier berichtet ... sehr traurig!
franko_potente 02.01.2013
Jup, das ist nicht nur traurig, das ist peinich und unverschämt. Als Journalist sollte man das schon wissen, zumindest in diesem Ressort. Ben Johnson war ja auch Hochspringer. ^^ Was mich allerdings immer wieder stutzig [...]
Zitat von hokieBis hierhin und nicht weiter gelesen... Wie kann man ein (angeblicher) Autoexperte sein, oeffentlich Artikel verbreiten und dann nicht einmal den Unterschied zwischen einem small und einem big block kennen ?! Von einem Europaer erwartet man fast nix anderes, aber von einem "Experten" der selber jahrelang in den Staaten lebt und von seinem Metier berichtet ... sehr traurig!
Jup, das ist nicht nur traurig, das ist peinich und unverschämt. Als Journalist sollte man das schon wissen, zumindest in diesem Ressort. Ben Johnson war ja auch Hochspringer. ^^ Was mich allerdings immer wieder stutzig macht ist die "magere" Ausbeute aus soviel Basis. 512 PS bei 7L? Bei Audi gibts zB aus 5,0l 730. Bei 7l Hubraum sollten wenigesten 800 PS rauskommen und 700Nm. Nunja, zum Thema Preispolitik wurde ja bereits das Wesentliche ausgeführt. Hilft nur Eigenimport.
karsten rohde 02.01.2013
Angesichts eines Preisunterschiedes von 50.000 Euro sollte sich doch eine Privateinfuhr mehr als lohnen.
Angesichts eines Preisunterschiedes von 50.000 Euro sollte sich doch eine Privateinfuhr mehr als lohnen.
karsten rohde 02.01.2013
Aber in Deutschland zockt GM den Kunden noch nicht mal am schlimmsten ab. Das Modell Camaro kostet in den USA ab 26.580 USD, das sind 54.497 Brasilianische Reais, inklusive Einfuhrkosten wäre ein Preis von etwas unter oder über [...]
Aber in Deutschland zockt GM den Kunden noch nicht mal am schlimmsten ab. Das Modell Camaro kostet in den USA ab 26.580 USD, das sind 54.497 Brasilianische Reais, inklusive Einfuhrkosten wäre ein Preis von etwas unter oder über 100.000 BRL angemessen und gewinnbringend. GM verkauft den Wagen in Brasilien ab 203.000 BRL.
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  • Mittwoch, 02.01.2013 – 10:48 Uhr
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Fahrzeugschein
Hersteller: Chevrolet
Typ: Corvette 427 Cabrio
Karosserie: Cabrio/Roadster
Motor: V8-Benziner
Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe
Antrieb: Heck
Hubraum: 7.011 ccm
Leistung: 512 PS (377 kW)
Drehmoment: 637 Nm
Von 0 auf 100: 4,2 s
Höchstgeschw.: 307 km/h
Verbrauch (ECE): 13,8 Liter
CO2-Ausstoß: 325 g/km
Kofferraum: 295 Liter
umgebaut: 212 Liter
Gewicht: 1.531 kg
Maße: 4460 / 1928 / 1236
Preis: 100.750 EUR



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