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25. September 2010, 08:12 Uhr

Ford C-Max

Kompaktvan in zwei Größen

Doppelt gemoppelt verkauft sich besser. Daher gibt es den neuen Ford C-Max, der ab November bei den Händlern stehen wird, in zwei Versionen. Neben dem bekannten Fünfsitzer wird also auch ein Grand C-Max mit sieben Sitzen angeboten. SPIEGEL ONLINE fuhr bereits beide.

Die Kompaktklasse gewinnt weltweit an Bedeutung. "Zurzeit gehört rund um den Globus jedes vierte Auto in dieses Segment. Im Jahr 2014 wird es sogar schon jeder zweite Neuwagen sein", prognostiziert Wolfgang Booms, Vertriebschef von Ford in Köln. "Nur Hersteller mit einem besonders breiten Angebot an Kompaktwagen können von dieser Verschiebung profitieren." Ford will einer dieser Hersteller sein - und will daher auf der neuen Focus-Plattform künftig mehr Varianten anbieten denn je.

Die neue Vielfalt beginnt schon vor der Premiere des eigentlichen Kernmodells Focus mit der zweiten Auflage des Kompaktvans C-Max, der zu Preisen ab 18.600 Euro in den Handel kommt. Erstmals wird es den Wagen in zwei Varianten geben: Als konventionellen C-Max mit fünf Sitzen und als Grand C-Max mit 13 Zentimeter längerem Radstand, Schiebe- statt Klapptüren im Fond und der Option auf eine dritte Sitzbank (Aufpreis 700 Euro). Damit verbinden die Ford-Verantwortlichen die Hoffnung auf ein deutliches Zulassungsplus. "30 Prozent mehr", nennt Vertriebschef Booms als Ziel. In Deutschland sollen also im kommenden Jahr mindestens 23.000 Modelle verkauft werden.

Für die Konkurrenz mit VW Touran, Opel Zafira, Citroën Picasso oder Renault Scénic haben die Kölner den langen C-Max gut gerüstet. Nicht nur die Schiebetüren sind praktisch, auch der Innenraum ist wunderbar variabel: Wenige Handgriffe genügen, um die Plätze in der zweiten Reihe zu verschieben oder ganz hinten die Sitze sechs und sieben aus dem Boden zu falten. Außerdem macht Ford den Zugang zu Reihe drei besonders leicht: Wo man üblicherweise erst Lehnen klappen und dann in eine enge Höhle klettern muss, lässt sich beim Grand C-Max der Mittelsitz absenken und so ein bequemer Durchgang schaffen.

Zumindest Kinder reisen deshalb auch ganz hinten noch leidlich bequem. Viel Raum für Gepäck bleibt dann jedoch nicht mehr: Sind sieben Sitze besetzt, fast der Kofferraum nur noch 56 Liter. Als Fünfsitzer schluckt der große C-Max dagegen 439 Liter, und wer weitere Sitze einklappt, kann bis zu 1742 Liter zuladen. Kunden des normalen C-Max wiederum sparen die 1500 Euro Aufpreis für die Langversion und müssen dafür auf die Schiebetüren und die dritte Sitzreihe verzichten. Die zweite Reihe allerdings ist ähnlich variabel wie im größeren Modell, und das Ladevolumen (432 bis 1723 Liter) ebenfalls vergleichbar.

Flottes Karosseriedesign, übertrieben gestylter Innenraum

Variabel und geräumig, das sind die Autos der Konkurrenz auch. Doch wo sonst eher die Langeweile lebt und Familienväter vor allem mit nüchternen Fakten umworben werden, lockt Ford zudem mit Elan und Esprit. Das Design ist gut gelungen und vor allem der kurze C-Max mit dem sanft abfallenden Dach sieht sogar etwas sportlich aus. Im Innenraum jedoch sind die Kreativen übers Ziel hinaus geschossen: Das Cockpit mit futuristischen Formen und vielen Zacken erinnert eher an ein Raumschiff als an ein Auto - und das Lenkrad ist von Schaltern übersät wie ein Formel-1-Volant.

Zum emotionalen Anspruch der Kölner Neulinge passt auch das Fahrverhalten. Wo Konkurrenzmodelle vor allem handlich und gemütlich sind, kommt beim C-Max durchaus Fahrspaß auf. Dafür wurde das ohnehin schon gute Fahrwerk des alten C-Max weiter verbessert und zum Beispiel ein System zum sogenannten Torque Vectoring eingebaut. Die Technik reguliert die Drehmomentverteilung auf der Antriebsachse und bringt den Wagen so noch flotter um die Kurve. Trotzdem federt er weicher als früher und rollt viel leiser ab.

Mit den stärkeren Motoren kommt durchaus Fahrspaß auf

Für den Fahrspaß braucht es natürlich auch die entsprechenden Motoren. Mit den 105 PS des Basis-Benziners oder den 95 PS des kleinsten Dieselaggregats dürfte es eher zäh werden. Doch die Palette reicht bei den Benzinern bis 182 PS und bei den Selbstzündern bis 163 PS. Außerdem bietet Ford für die beiden jeweils stärksten Motoren ein Doppelkupplungsgetriebe an. Was dagegen fehlt, sind Spritspartechniken wie eine Start-Stopp-Automatik. Trotzdem liegt der Verbrauch des C-Max mit Werten zwischen 4,6 und 6,9 Litern auf dem Niveau etwa des VW Touran.

Der Stolz der Ingenieure ist der neue Benziner mit Eco-Boost-Technologie. Der Vierzylinder ist das zweite Aggregat aus einer Familie von Direkteinspritzern, die kleinen Hubraum durch einem Turbolader kompensieren. So reichen 1,6 Liter je nach Auslegung für 150 oder 182 PS. Schon die schwächere Variante kommt auf ein maximales Drehmoment von 270 Nm. Mit einer schnellen Hand am Schaltknauf und einem schweren Fuß auf dem Gaspedal kann man den C-Max so flott über die Piste treiben und glatt vergessen, dass man, leicht erhöht, in einem Kompaktvan sitzt. Auch der 163-PS-Diesel ist ein munterer Motor, der etwa im Grand C-Max die paar Kilo Mehrgewicht und das größere Format locker egalisiert.

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