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Ford F-150 SVT Raptor: Die Wüste bebt

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Wo dieses Auto entlangdonnert, da wächst kein Gras mehr. Der Ford F-150 SVT Raptor ist so etwas wie der Porsche unter den Pick-ups. Gebaut für wilde Wüstenrennen im Südwesten der USA, ist er stärker, schneller und vor allem verrückter als alle anderen Pritschenwagen.

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Ford F-150 Raptor: Stampede auf Rädern
Für Europäer ist der monströse Ford F-150 ein Exot, doch in den USA steht er mit rund 400.000 Zulassungen pro Jahr in der Käufergunst ganz oben. Kein Wunder also, dass sich in Amerika nach diesem Auto normalerweise keiner umdreht. Diesmal ist das anders. Denn wir fahren bei unserem Test nicht die Normaloversion, sondern den F-150 SVT Raptor, eine aufgebrezelte Variante des Autos - da recken viele die Hälse, und zwar meist nach oben.

Den passenderweise nach einem Dinosaurier benannten Kraftmeier hat das ansonsten für Rennwagen zuständige Special Vehicles Team (SVT) in Detroit für Wüstenrennen im Südwesten der USA entwickelt. Das klingt nach einer sehr überschaubaren Zielgruppe, doch den Kunden scheint das Auto zu gefallen, auch jenen,die vermutlich nie abseits der Straße unterwegs sind. Anders ließe sich nicht erklären, dass in nur sechs Monaten fast 4000 Exemplare verkauft wurden.

"Während sich Chevrolet und Dodge bei den Sportversionen ihrer Pick-ups vor allem auf Straßenversionen konzentrieren und deren Beschleunigung optimieren, sind wir die einzigen, die ab Werk einen echten Rennwagen fürs Gelände anbieten", sagt Ford-Entwicklungsleiter Matt Johnson. Am Motor mussten die Ingenieure nichts ändern. Der normale 5,4-Liter-V8-Motor ist potent genug. Im Zusammenspiel mit einer Sechsgang-Automatik bringt es die Maschine unter lautem Gebrüll auf 320 PS und 495 Nm - das ist selbst für den Dreitonner reichlich Kraft. Schon nach etwa acht Sekunden sind Tempo 100 erreicht, bei 160 km/h wird der Vortrieb abgeregelt.

"Wichtiger als ein stärkerer Motor war uns das stabilere Fahrwerk", sagt Johnsons Kollege Herman Salenbach. Wer mit Vollgas über Stock und Stein prügelt und dabei regelmäßig durch Sprünge die Bodenhaftung verliert, muss gut abheben und sicher wieder landen können. Mit der Normalversion wäre das ein möglicherweise tödliches Unterfangen. Die Zielvorgabe der Entwickler war daher klar. "Was der Fahrer auch macht, der Raptor darf dabei nicht kaputt gehen", sagt Johnson.

Das Fahrwerk ist im Prinzip unzerstörbar

Herzstück des Tuningpakets sind eine um 25 Zentimeter breitere Spur mit entsprechend ausgestellten Kotflügeln, ein schier unverwüstlicher Unterfahrschutz, verstärkte Achslager und vor allem neue Rennstoßdämpfer. "Die gibt es sonst an keinem Pick-up", behauptet Entwickler Salenbach. Gefüllt mit einem von Militärforschern entwickelten Spezialöl und im Viererpack teurer als der Motor, dämpfen sie den fliegenden Giganten beim Walzer in der Wüste flockig ab.

Auch nach wildesten Sätzen federt der Raptor einfach nur kurz und butterweich ein, kommt wieder hoch und jagt weiter, als wäre nichts geschehen. An Bord fühlt sich das durchaus an, als hocke man auf einem Trampolin. Dabei zieht der Wagen unbeirrt seine Bahn, pflügt Dünen hinauf, hetzt Sprungkuppen hinunter und wühlt sich durch ausgetrocknete Flussbetten. Nur enge Kurven sollte man meiden. "Wenn drei Tonnen erst einmal in Fahrt sind, hilft auch der Allradantrieb nicht weiter", mahnt der Instruktor vom Beifahrersitz.

Natürlich kann man mit dem Raptor auch langsamer fahren, die Feinheiten des Untersetzungsgetriebes ausprobieren und mit der Hill Descent Control spielen, die auf starken Gefällestücken das Tempo automatisch regelt. Aber hatten die SVT-Ingenieure nicht von einem Rennwagen gesprochen?

Skrupellosigkeit in Sachen Spritverbrauch ist gefragt

Während man den Blick durch die geräumige Kabine schweifen lässt und sich zum Beispiel an der zweifarbigen Mittelkonsole oder den vorinstallierten Schaltern für Winden und Zusatzscheinwerfer erfreut, sollte man den Bordcomputer besser ignorieren. Schon der Normverbrauch ist mit umgerechnet 18 Litern mehr als heftig, verkommt aber beim eiligen Einsatz im Gelände zur Theorie. Eine gewisse Skrupellosigkeit in Sachen Spritkonsum gehört zu den Grundeigenschaften, die man am Steuer des Raptor mitbringen muss.

Der Preis für den Brachial-Pick-up beginnt bei 38.995 Dollar (umgerechnet rund 27.000 Euro) und ist selbst für die vom Dauerrabatt verwöhnten Amerikaner eine Überraschung. Nachdem sich das Auto in USA verkauft wie aufgeschnittene Bagel, denken die Verantwortlichen auch über den Export - etwa nach Russland oder in die Golf-Region - nach. Deutschland steht vorerst nicht auf dem Plan. Wer dennoch Raptor fahren möchte, muss dafür nicht in die USA: Allein auf der Internetplattform mobile.de wird derzeit ein knappes Dutzend Modelle angeboten. Zu Preisen zwischen 40.000 und 50.000 Euro sind sie zwar deutlich teurer als im Mutterland, doch gemessen an anderen Autos dieser Art noch immer günstig.

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1. Den will ich auch
Hagar001 18.01.2010
Zitat von sysopWo dieses Auto entlang donnert, da wächst kein Gras mehr. Der Ford F-150 SVT Raptor ist so etwas wie der Porsche unter den Pickups. Gebaut für wilde Wüstenrennen im Südwesten der USA, ist er stärker, schneller und vor allem verrückter als alle anderen Pritschenwagen. http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/0,1518,672132,00.html
Juhuuu, den will ich auch. Genug mit Müsli, her mit dem Braten... Gruß, C.H.
2. Was soll sowas
dr. manhattan 18.01.2010
Wer braucht so einen Artikel. Völlig subjektiv und bar jeder Kritik. Soll ich jetzt Lust bekommen, mir so einen Weltzerstörer-Vehikel zu kaufen? Warum erscheint ein Bericht über so ein Fahrzeug auf Spiegel Online?
3. Warum nicht
liebski74 18.01.2010
Wieso soll das Fahrzeug weltzerstoererisch sein, wenn man die ganze Woche mit OPNV oder Fahrrad zur Arbeit faehrt und am Wochenende seinem Hobby nachgeht? Ist vielleicht immer noch besser als die abertausenden Fahrzeuge mit nur einer Person besetzt. Natuerlich ist es ein subjektiver Artikel und warum die Aufmachung monstroes sein soll, sehe ich auch nicht, es ist ja schliesslich nur ein F-150, der Author sollte sich mal ein gute aufgebauten F-350 or RAM3500 anschauen, mit 'nem ordentlichen Diesel und dem Einstieg in Brusthoehe. Was man nicht vergessen sollte, die meisten Pickups werden in NA gewerblich genutzt, sind eher das Equivalent zum VW Transporter oder Ducato. Leider gibt es keine neuen VW Transporter oder Busse in Nordamerika, da sie die Abgasrichtlinien nicht erfuellen.
4. genau deshalb...
andy69 18.01.2010
Zitat von dr. manhattanWer braucht so einen Artikel. Völlig subjektiv und bar jeder Kritik. Soll ich jetzt Lust bekommen, mir so einen Weltzerstörer-Vehikel zu kaufen? Warum erscheint ein Bericht über so ein Fahrzeug auf Spiegel Online?
... braucht man einen solchen Artikel, damit wegen Leuten wie Ihnen nicht nur noch vernünftige Themen auf der Agenda stehen. Das Auto braucht in der Tat kein Mensch, trotzdem lebt ein Magazin wie " Der Spiegel" von der Vielfalt seiner Themen und sollte sich hüten, diese auf dem Altar der Öko-Correctness zu opfern.
5. Handwerk
Relation 18.01.2010
Zitat von liebski74Wieso soll das Fahrzeug weltzerstoererisch sein, wenn man die ganze Woche mit OPNV oder Fahrrad zur Arbeit faehrt und am Wochenende seinem Hobby nachgeht? Ist vielleicht immer noch besser als die abertausenden Fahrzeuge mit nur einer Person besetzt. Natuerlich ist es ein subjektiver Artikel und warum die Aufmachung monstroes sein soll, sehe ich auch nicht, es ist ja schliesslich nur ein F-150, der Author sollte sich mal ein gute aufgebauten F-350 or RAM3500 anschauen, mit 'nem ordentlichen Diesel und dem Einstieg in Brusthoehe. Was man nicht vergessen sollte, die meisten Pickups werden in NA gewerblich genutzt, sind eher das Equivalent zum VW Transporter oder Ducato. Leider gibt es keine neuen VW Transporter oder Busse in Nordamerika, da sie die Abgasrichtlinien nicht erfuellen.
War zuletzt laenger in USA. Handwerk scheint da noch goldenen Boden zu haben, so viele aufgemotzte Kleinlaster wie da rumfahren ;-) PS: war nur an den Kuesten, evtl. sieht die Situation im Mittleren Westen, etc. anders aus. Der F-150 soll ja Fords meistzugelassenes Auto in USA sein.
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Fahrzeugschein
Hersteller: Ford
Typ: F-150 SVT Raptor
Karosserie: Geländewagen/Pickup/SUV
Motor: V8-Benziner
Getriebe: Sechsgang-Automatik
Antrieb: Allrad
Hubraum: 5.414 ccm
Leistung: 320 PS (235 kW)
Drehmoment: 495 Nm
Von 0 auf 100: 8,0 s
Höchstgeschw.: 160 km/h
Verbrauch (ECE): 18,0 Liter
CO2-Ausstoß: 424 g/km

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Ford F-150 Raptor

Einsteigen: ...weil die Renntechniker ganze Arbeit geleistet haben und das Auto kaum mehr kostet als ein Ford Kuga.

Aussteigen: ...weil es uns an Wüsten und Prärien mangelt.

Umsteigen: ...aus Hummer oder Mercedes G 55 AMG, von Enduros oder vom Rodeopferd.


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