Ford Maverick Imageträger statt Massenverführer

Was kaum jemand weiß: Auch Ford hat einen SUV (Sport Utility Vehicle). Doch der Maverick fällt angesichts der starken japanischen und koreanischen Konkurrenz auf deutschen Straßen nur wenig auf. Jetzt haben die Kölner ihren Freizeit-Geländegänger noch einmal optisch und technisch überarbeitet.

Von Frank Wald


Ford Maverick: Nicht wirklich ein neu gestyltes Modell

Ford Maverick: Nicht wirklich ein neu gestyltes Modell

Geld verdienen wird Ford allerdings auch mit der neuen Generation wohl nicht. Dafür fallen die jährlich rund 2200 verkauften Exemplare in Deutschland kaum ins Gewicht. Doch als Imageträger spielt der SUV für die Kölner Ford-Werke AG eine große Rolle. Marketing-Direktor Jürgen Stackmann sieht ihn neben den Volumen-Baureihen in einer Linie mit dem Streetka und Sportka oder den ST-Modellen von Focus, Mondeo und künftigem Fiesta. "Er ist ein weiterer Beleg dafür, dass Ford auch wieder Modelle kreiert und anbietet, die Emotionen wecken."

Nun ist der seit Jahren in Kooperation mit Mazda gebaute Maverick, ebenso wie sein japanisches Pendant Tribute, nicht wirklich ein neu gestyltes Modell. Auch nicht nach dem dezenten Facelift. Die sichtbaren Neuerungen beschränkten sich auf Scheinwerfer in Klarglas-Optik, runde Nebelleuchten sowie modifizierte Stoßfänger und 16-Zoll-Leichtmetallräder. "Ganz bewusst", sagt Jürgen Stackmann, "um den Alten nicht alt aussehen zu lassen."

Heckansicht: Kräftiger und schneller Antritt, besserer Beschleunigung sowie spontanerem Ansprechverhalten bei Zwischenspurts

Heckansicht: Kräftiger und schneller Antritt, besserer Beschleunigung sowie spontanerem Ansprechverhalten bei Zwischenspurts

Im Innenraum findet sich jetzt eine durchgehende Mittelkonsole mit integriertem Schalt- und Handbremshebel im Gegensatz zur bisherigen Lenkradschaltung. Das werden Fans des klassischen US-Cockpits bedauern, doch wichtig war laut Stackmann, "die Bedienung zu europäisieren". Dazu kommt eine Armlehne mit einer Staubox darunter sowie ein Zwölf-Volt-Stromanschluss. Das vollwertige Reserverad ist jetzt unter dem Ladeboden angebracht und ermöglicht einen ebenen Gepäckraum. Der fasst in der fünfsitzigen Konfiguration 470 Liter, die bequem durch die separat öffnende Heckscheibe gefüllt werden können. Klappt man alles bis zum Vordersitz um, öffnen sich insgesamt 1810 Liter.

Die wesentlichen Veränderungen jedoch stecken unterm Blech. Da ist zunächst mal der neue 2,3-Liter-Duratec-Vierzylinder mit 150 PS (110 kW), der den bisherigen Zweiliter (124 PS) ersetzt. Der komplett aus Aluminium gefertigte Benziner besticht nicht nur durch sein geringeres Gewicht (minus 18 Kilogramm) und seine größere Leistung, sondern vor allem durch ein höheres Drehmoment, das nun früher einsetzt und sich über ein breiteres Drehzahlband erstreckt.

Fahrzeugschein
Hersteller: Ford
Typ: Maverick
Karosserie: Geländewagen/Pickup/SUV
Motor: Vierzylinder -Benziner
Hubraum: 2.261 ccm
Leistung: 150 PS (110 kW)
Drehmoment: 200 Nm
Höchstgeschw.: 171 km/h
Verbrauch (ECE): 9,9 Liter
CO2-Ausstoß: 2353 g/km
Kraftstoff: Normal
Kofferraum: 470 Liter
umgebaut: 1.810 Liter
Versicherung: 20 (HP) / 19 (TK) / 19 (VK)
Preis: 25.700 EUR
Auf der Straße zeigt sich das in einem kräftigen und schnellen Antritt des rund 1,6 Tonnen schweren Fahrzeugs, besserer Beschleunigung sowie spontanerem Ansprechverhalten bei Zwischenspurts und Überholmanövern. Was uns hingegen gar nicht gefiel, war das rührige und schroff klackende Fünfgangschaltgetriebe. Top-Triebwerk bleibt nach wie vor der Dreiliter-Sechszylinder mit 203 PS (149 kW), der überarbeitet wurde und jetzt, ebenso wie der neue Vierzylinder, die Abgasnorm Euro 4 erfüllt.

Beiden gemeinsam und ebenfalls neu ist das "Intelligent 4WD System". Das elektronisch gesteuerte Allradsystem erkennt, wenn sich die Traktionsverhältnisse unter den normalerweise angetriebenen Vorderrädern des Maverick ändern und schaltet bei Bedarf über eine elektromagnetische Kupplung die Hinterachse bis zu einer Kraftverteilung im Verhältnis von 50 zu 50 hinzu. Das alles geschieht automatisch, ohne dass der Fahrer es bemerkt oder einen zusätzlichen Knopf drücken muss.

Innenraum: Durchgehende Mittelkonsole mit integriertem Schalt- und Handbremshebel

Innenraum: Durchgehende Mittelkonsole mit integriertem Schalt- und Handbremshebel

So marschiert der Maverick zwar über staubige Steigungen und durch matschige Schlaglöcher, aber er ist "kein klassischer Hardcore-Offroader" (Stackmann). Seine Stärken liegen eindeutig auf Asphalt. Deshalb haben die Ford-Ingenieure auch das Fahrwerk schwerpunktmäßig auf Abroll- und Federungskomfort sowie Pkw-ähnliches Handling überarbeitet. Dazu bietet der Wagen eine neue ABS-Bremsanlage mit Scheibenbremsen rundum und Bremsassistent. Die passive Sicherheit wurde ebenfalls optimiert durch das "Intelligent Protection System", das zweistufige Frontairbags, Seitenairbags sowie Kopf-Schulter-Luftsäcke vorn und hinten umfasst.

Angeboten wird der neue Maverick mit dem 2,3-Liter-Motor ab 25.700 Euro. Rund 1000 Euro mehr als beim Vorgänger, was Ford mit den verbauten Neuheiten rechtfertigt. Immer noch ein stolzer Preis, auch wenn der Wagen schon in der Basisausführung unter anderem mit Alu-Rädern, elektrischen Fensterhebern vorn und hinten, Klimaanlage und Audiosystem mit CD-Player recht üppig ausgestattet ist. Die Topversion mit V6-Motor Limited (plus elektrisch verstell- und beheizbare Vordersitze, Tempomat, Schiebe-/Hubdach, Teilleder, CD-Wechsler) kostet ab 31.320 Euro.



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