Ford Mustang GT Jetzt klappt's auch mit dem Nachbarn

Ford baut den Mustang seit mehr als 50 Jahren. In der neuesten Generation fährt der US-Klassiker mit Zehngang-Automatik vor - und einem Extra, mit dem sich der Wagen im Wohngebiet Freunde macht.

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Der erste Eindruck: Yeehaa! Der Mustang ist ein Pony-Car, das nie aus der Mode kommt.

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Autogramm Ford Mustang GT: Pony-Express

Das sagt der Hersteller: Zwar wissen die Verantwortlichen bei Ford um die Faszination des Autos, doch von der Nachfrage für den Mustang waren sie trotzdem überrascht. "Die Begeisterung unserer europäischen Kunden hat sich als noch größer erwiesen, als wir erwartet hatten - mehr als 33.000 Exemplare sind inzwischen auf den Straßen des Kontinents unterwegs", sagt Ford-Europa-Chef Steven Armstrong und führt das auf eine Kombination aus Tradition, Stil und Leistung zurück. Und natürlich auch auf den Preis. Denn der Mustang zählt zu den Schnäppchen unter den Sportwagen. Ein Billigmodell soll der Wagen aber nicht sein, weshalb er jetzt weiter aufgewertet wird.

Das ist uns aufgefallen: Quietschende Reifen, ein schlingerndes Heck und aus den vier Endrohren bollert V8-Sound. Nein, die ersten Male kann man mit dem Mustang GT einfach nicht zurückhaltend anfahren. Schließlich sitzt man in einem Wagen mit einem klassischen Fünflitermotor unter der Haube.

Der neue Mustang im Video:

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Doch je öfter man so prollig von der Ampel wegfährt, desto mehr schämt man sich. Denn mit jedem Kickdown und vor allem mit jeder Kurve wächst die Erkenntnis, dass der Ford Mustang solche peinlichen Spielchen gar nicht mehr nötig hat. Früher, als der Wagen nur für die USA entwickelt wurde und seine Power meist nur auf der Viertelmeile-Geraden eines Dragstrips ausleben durfte, da waren kleine Sprints die große Stärke. Doch heute ist der Mustang ein Weltauto, der Geradeaus-Rennwagen ist zu einem ambitionierten Allrounder gereift, der sich auch auf einer kurvigen Landstraße bewährt. Erst recht dank des neuen Magne-Ride-Fahrwerks, das die Dämpfung bis zu tausendmal pro Sekunde anpasst. Zugleich generiert die neu gestaltete Frontpartie weniger Auftrieb an der Vorderachse.

Natürlich nutzt der Bolide die Straße noch immer als Bühne und beherrscht den großen Auftritt. Das klassische Design wurde nachgeschärft, es gibt jetzt vier statt bislang zwei Auspuffendrohre sowie serienmäßig LED-Scheinwerfer. Doch selbst die Entwickler haben eingesehen, dass man in einem Mustang niemandem mehr etwas beweisen muss, und deshalb ein Gimmick eingebaut: den "Gute-Nachbarschaft-Modus". Mit dem werden die Schallklappen im Auspuff so programmiert, dass der GT zu vorgegebenen Zeiten besonders leise bleibt und beispielsweise morgens beim Anlassen niemanden mehr aus dem Bett bollert.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Ford Mustang GT - mit unserem 360-Grad-Foto:

Das Auto fährt gut und bietet mit der ersten Zehngang-Automatik in dieser Klasse sogar einen technischen Leckerbissen. Doch obwohl Ford in den Innenraum investiert hat und mehr Liebe zum Detail erkennbar ist, bleiben Ambiente und Anmutung weiterhin hinter den europäischen Konkurrenten zurück. Daran ändert auch der neue Startknopf nichts, der mit exakt 30 Takten pulsiert, so, wie das Herz eines ruhigen Ponys. Andererseits - ähnlich gestrickte Sportwagen wie ein BMW M4 oder ein Mercedes-AMG C 43 werden nicht in solchen Stückzahlen produziert wie der Mustang und sie sind viele Zehntausende Euro teurer.

Das muss man wissen: Der aufgefrischte Ford Mustang kommt im späten Frühjahr in den Handel und wird weiterhin als Coupé und Cabrio mit Vier- oder Achtzylindermotor angeboten. Die Preise beginnen bei 39.000 Euro für das Vierzylinder-Coupé mit einem 290 PS starken 2,3 Liter-Aggregat. Das Cabrio kostet 4500 Euro mehr, und für 7000 Euro Aufschlag gibt es den 5,0 Liter großen V8 im GT-Modell, dessen Leistung um knapp zehn Prozent zugelegt hat und jetzt bei 450 PS liegt. Wer dann noch einmal 2500 Euro investiert, bekommt die erste und einzige Zehngang-Automatik in dieser Liga und profitiert von rasend schnellen Schaltzeiten. Sie verhelfen dem Mustang GT zu einem Beschleunigungswert von 4,3 Sekunden und machen ihn zum bislang besten Sprinter in der Modellgeschichte.

Das werden wir nicht vergessen: Den Blick ins neue, digitale Cockpit. Für Traditionalisten mag der zwölf Zoll große Bildschirm im Stil des Ford GT ein Sakrileg sein, und Petrolheads halten die Animation im Stil eines Videospiels (vor einem Kickdown) wahrscheinlich für eine schlechte Spielerei. Doch für alle anderen ist der Wagen ein weiterer Beweis dafür, dass der Mustang in der Moderne angekommen und zu einem ernst zu nehmenden Sportwagen gereift ist.

Fahrzeugschein
Hersteller: Ford
Typ: Mustang GT (2018)
Karosserie: Coupé
Motor: V8-Benziner
Getriebe: Zehngang-Automatik
Antrieb: Heck
Hubraum: 5.038 ccm
Leistung: 450 PS (331 kW)
Drehmoment: 529 Nm
Von 0 auf 100: 4,3 s
Höchstgeschw.: 250 km/h
Verbrauch (ECE): 12,1 Liter
CO2-Ausstoß: 270 g/km
Kofferraum: 408 Liter
Gewicht: 1.831 kg
Maße: 4794 / 1916 / 1381
Preis: 48.500 EUR
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insgesamt 43 Beiträge
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Seite 1
derspiegeldesspiegel 24.04.2018
1. Es werden also noch vernünftige Motoren eingesetzt
Totes Auto! Vor allem ehrliche Abgaswerte. Die nächsten die dran sind, sind die tfsi Motoren weil sie benzol lungengängig ausstossen. Aber darüber empören wir uns erst in ein paar Jahren. Erst muss vag verkaufen und auf meine Gesundheit Geld verdienen. Da ist mir ein ehrlicher 5 Liter Motor zehnmal lieber. Müssen auch nicht alle Dichtungen alle 120k km erneuert werden! Gut dass die Amis am Konzept festhalten!
goebbelp 24.04.2018
2.
Wieso ist es in diesem Land, in dem sonst alles reglementiert ist, überhaupt erlaubt, dass Fahrzeuge, sogenannte Sportwagen, zu jeder Tages- und Nachtzeit ganze Stadtviertel beschallen können? Hunderte oder gar tausende Menschen müssen diesen blödsinnigen Lärm ertragen, für das kindische Vergnügen Einzelner. Grundsätzlich sollten nur Fahrzeuge zugelassen werden, die den technischen Möglihkeiten entsprechend maximal schallgedämmt sind. Aber auf wessen Seite Regierung und Behörden stehen hat der Dieselskandal ja mehr als deutlich gezeigt.
Dogbert 24.04.2018
3. Nix für E-Auto Fans
aber für echte Autoliebhaber ein herrliche sinnloses Gerät zum fröhlichen Verbrennen von raffinierten Kohlenwasserstoffgemischen. Und, mal ehrlich, jeder begeht halt seine eigen Sünden.
nic 24.04.2018
4. Mit dem werden die Schallklappen im Auspuff
Ich dachte Schallklappenauspuff wären inzwischen durch die EU verboten. Wenn nicht, wäre das nicht wirklich verständlich.
paulmuc 24.04.2018
5. Schallklappen
Ja, ich stehe auf schnelle Autos und den Mustang fand ich schon immer geil. Was mich aber tierisch nervt, ist, dass heute anscheinend alle richtig schnellen Autos prollig laut sein müssen. Dabei heißt es in § 30 der StVO ausdrücklich: "Bei der Benutzung von Fahrzeugen sind unnötiger Lärm [...] verboten. Es ist insbesondere verboten, [...] Fahrzeugtüren übermäßig laut zu schließen." Sogar Türenknallen ist verboten! Da frage ich mich, wie es sein kann, dass Schallklappen durch die Typprüfung kommen. Andererseits, wenn man bedenkt, welche Kungelei zwischen Herstellern und Behörden in Zusammenhang mit dem Diesel bekannt geworden ist, wundert mich eigentlich gar nichts mehr.
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