Honda Jazz: Variabel komponiert

Von Tom Grünweg

Wer mit kleinen Autos Erfolg haben will, muss sich im dichten Feld der Konkurrenz etwas einfallen lassen. Honda versucht, den Jazz als eine Art Minivan zu positionieren. Bei der Neuauflage kommen Fans des Innenraum-Umbaus voll auf ihre Kosten.

Einen klassischen Kleinwagen wie den Toyota Yaris oder den Nissan Micra hat Honda nicht im Programm. Doch Kunden, die ein kompaktes und pfiffiges Auto suchen, können dennoch fündig werden. Der Jazz ist kürzer als ein VW Polo, variabler als ein Renault Modus und geräumiger als mancher kleine Kombi. Im November kommt die nächste Generation.

Der neue Jazz ist zwar im Prinzip ein völlig neues Auto, doch optischen Unterschiede zum Vorgänger gibt es kaum. Die Motorhaube ist etwas stärker konturiert, die Scheinwerfer sind größer und die Flanken athletischer, so dass der ganze Wagen etwas sportlicher wirkt. Es bleibt aber bei der bekannten Grundform, die an einen zu heiß gewaschenen Van erinnert.

Größer geworden ist der Jazz im Vergleich zum Vorgänger: Länge und Radstand wuchsen jeweils um rund fünf Zentimeter. Außerdem wurde der Wagen zwei Zentimeter breiter und einen Zentimeter höher. Das kann man kaum sehen, doch innen merkt man den Unterschied. Weil zudem die Frontscheibe weiter nach vorne rückt und auf Wunsch ein großes Glasdach angeboten wird, verstärkt sich dieser Eindruck optisch noch.

Allerdings ging es den Honda-Entwicklern nicht nur um ein besseres Raumgefühl. "Wir wollten den neuen Jazz noch übersichtlicher machen", sagt Honda-Sprecher Alexander Heintzel und verweist auf die deutlich größeren Glasflächen und die endlich versenkbaren Kopfstützen in der Rückbank. Egal in welcher Richtung man aus dem Jazz herausschaut - jetzt sieht man besser, wo der Wagen zu Ende ist.

Entscheidendes Merkmal des Jazz ist und bleibt das variable Innenleben, das weiter verfeinert wurde. Weil der Tank nicht wie sonst unter der Rückbank, sondern unter Fahrer- und Beifahrerplatz positioniert ist, haben Langzeiturlauber, Möbelpacker und Hobbysportler im Fond mehr Möglichkeiten als in jedem anderen Fahrzeug dieser Klasse.

So können die zwei asymmetrischen Hälften der Rückbank nicht nur wie üblich flachgelegt werden. Sondern die Sitzkissen können auch aufgestellt und sperrige Güter gleich hinter der ersten Reihe verstaut werden. Außerdem lässt sich die Lehne des Beifahrersitzes umklappen und die Ladelänge so auf 2,40 Meter erweitern. Schon in der kleinsten Konfiguration und ohne das Unterbodenfach mit 64 Litern fasst der Jazz künftig 364 Liter Gepäckvolumen. Und mit maximal knapp 1400 Liter bis unters Dach kann er es mit manchem Kombi aufnehmen.

Ein Handgriff reicht aus, dann wandelt sich der Fond

Gegenüber dem Vorgänger wurden aber nicht nur ein paar Liter Stauraum gewonnen. Auch der Klappmechanismus an der Rücksitzbank wurde vereinfacht, so dass nun zum Stühlerücken tatsächlich ein Handgriff genügt. Außerdem lassen sich die Türen jetzt weiter öffnen, im Fußraum hinten links gibt es ein zusätzliches Staufach, das Handschuhfach ist zweigeteilt und in der oberen Hälfte auf Wunsch klimatisiert, und ringsum im neuen Cockpit und den vielen Konsolen gibt es Platz für zehn Dosen oder Becher.

Unter dem Blech nutzten die Ingenieure den Generationswechsel für kleinere Verbesserungen. Immerhin ist die neu abgestimmte Hinterachse jetzt komfortabler, und die beiden Benzinmotoren sind mit der Umstellung auf die variable Ventilsteuerung VTEC jetzt kraftvoller geworden. Die Leistungswerte liegen allerdings noch immer unverständlich dicht beieinander; der 1,2-Liter-Motor kommt nun auf 90 statt 78 PS, und beim 1,4-Liter steigt die Leistung von 83 auf 100 PS.

Als Extra gibt es Schalttasten am Lenkrad

Insbesondere mit dem größeren Motor ist der Jazz jetzt quirlig und flott unterwegs. Für Sprintrekorde reicht es zwar ebenso wenig wie für Bestleistungen auf der Autobahn, aber gut 13 Sekunden bis Tempo 100 und rund 180 Sachen sind für den kleinen Lademeister nicht schlecht.

Und wer für 1100 Euro das automatisierte Schaltgetriebe bestellt, fühlt sich dank der kleinen Schalttasten am Lenkrad fast ein bisschen wie im Sportwagen. Obendrein soll der Jazz trotz der gestiegenen Leistung auch noch sparsamer sein als früher - wenngleich Honda den offiziellen Mittelwert noch gar nicht gemessen hat.

Allerdings gibt es den Fortschritt nicht zum Nulltarif. Gute tausend Euro schlägt Honda im Vergleich zum bisherigen Modell auf und verkauft den neuen Jazz nun ab 12.550 Euro. Firmensprecher Heintzel: "Erstmals gehören jetzt sechs Airbags und auch der Schleuderschutz VSA (Hondas ESP-System, Anm. d. Red.) zur Serienausstattung."

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  • Montag, 15.09.2008 – 09:46 Uhr
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Fahrzeugschein
Hersteller: Honda
Typ: Jazz 1.4
Karosserie: Kleinwagen
Motor: Vierzylinder-Benziner
Getriebe: Automatisiertes Sechsganggetriebe
Antrieb: Front
Hubraum: 1.339 ccm
Leistung: 100 PS (74 kW)
Drehmoment: 127 Nm
Von 0 auf 100: 13,6 s
Höchstgeschw.: 180 km/h
Verbrauch (ECE): 5,4 Liter
CO2-Ausstoß: 128 g/km
Kraftstoff: Super
Kofferraum: 364 Liter
umgebaut: 1.396 Liter
Preis: 17.050 EUR


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