Autogramm Hyundai Santa Fe Western war gestern

Wer fährt schon mit einem SUV ins Gelände? Eben. Deshalb hat Hyundai die vierte Generation des Santa Fe vor allem für Familien geplant. Ein Auto, das an vielen Stellen fürsorglich mitdenkt - nur nicht beim Antrieb.

Hyundai

Der erste Eindruck: Der neue Santa Fe hat mit dem wilden Westen und einer Optik von Freiheit und Abenteuer abgeschlossen. Statt derber Formen und großer Anbauteile gibt es feine Linien, elegante Proportionen sowie reichlich Chrom.

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Autogramm Hyundai Santa Fe: Muttis Bester

Das sagt der Hersteller: Hak Soo Ha aus der Designabteilung von Hyundai rühmt den Santa Fe als Stütze des Erfolges - der Wagen ist seit 16 Jahren und drei Generationen das meistverkaufte SUV-Modell der Marke. Und weil SUVs gerade den meisten Zuspruch finden und vor allem in Europa niemand Limousinen wie den Grandeur kennt oder gar kauft, ist der größte Hyundai-Allradler auch das heimliche Flaggschiff. "Dieser Rolle haben wir bei der neuen Auflage mit noch mehr Status und noch besserer Ausstattung Rechnung getragen", sagt Ha. Wichtiger ist ihm aber eine andere Änderung: Früher waren SUVs Männerautos für den Matsch, heute sind es Familienautos und werden meist von Müttern gefahren, hat Ha gelernt und daraus seine Schlüsse gezogen. "Wir haben weniger Macho im Design, aber dafür mehr fürsorgliche Technik eingebaut."

Der neue Santa Fe im Video:

SPIEGEL ONLINE

Das ist uns aufgefallen: Auf den ersten Blick ist der neue Hyundai Santa Fe ein SUV wie viele andere. Von außen erinnert er ein bisschen an den BMW X5. Wäre da nicht das große Hartplastik-Element in der unteren Hälfte der Armaturentafel, könnte man sich im Innenraum fast ein bisschen an den Mercedes GLE erinnert fühlen. Denn das üppige Chromornat, die ansonsten sehr feinen Materialien, das erstmals bei Hyundai digitale Cockpit, das vollfarbige Head-up-Display und der frei stehende Infotainment-Bildschirm sind schon sehr hochwertig. Nur dass man den Bildschirm im Hyundai - anders als bei Mercedes - auch mit den Fingerspitzen bedienen kann. Dazu gibt's bequeme Sitze, wie immer bei Hyundai ein Heer elektrischer Helfer bis hin zur Lenkrad-Heizung sowie Ablagen für wirklich jeden Kleinkram.

Sein Alleinstellungsmerkmal spielt der Wagen erst aus, wenn man ihn tatsächlich im Alltag bewegt. Die dritte Reihe mit ihren beiden ausklappbaren Sitzen, deren Einführung auf dem deutschen Markt aus gutem Grund noch diskutiert wird, ist zwar eine Zumutung, weil man weder ordentlich einsteigen noch menschenwürdig sitzen kann. Doch der "Safety Exit Assist" zum Beispiel ist eine clevere Erfindung, die überfällig war: Hyundai koppelt dafür die Sensoren fürs Parken, der Spurführungshilfe und des Toten-Winkel-Assistenten mit den hinteren Türschlössern. Der Wagen gibt diese nur frei, wenn sich von hinten kein Fahrzeug nähert.

Auch die Heckklappensteuerung denkt mit: Damit der Kofferraumdeckel nicht gegen das Garagendach knallt, überprüfen Sensoren die zur Verfügung stehende Höhe und schlagen Alarm, wenn sich die Decke oder ein Gegenstand nähert.

Sollte ein Santa-Fe-Fahrer gar ein Haustier oder den Nachwuchs im Wagen vergessen, wird er mit einem 30 Sekunden langen Hupkonzert und einer Nachricht auf dem Smartphone erinnert.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Hyundai Santa Fe - mit unserem 360-Grad-Foto:

Das muss man wissen: Der neue Santa Fe soll die bisher aus dem fünfsitzigen Santa Fe und dem Grand Santa Fe mit sieben Sitzen bestehende Doppelspitze ersetzen und alle Kunden mit einer Karosserievariante ansprechen. Diese neue Positionierung dürfte sich auch im Preis niederschlagen, der allerdings erst kurz vor der Markteinführung im August bekannt gegeben wird. Doch nachdem der normale Santa Fe aktuell unter 35.000 Euro startet und der Grand Santa Fe über 40.000 beginnt, wird es künftig wohl bei etwa 38.000 Euro losgehen.

Unter der Haube bietet Hyundai die Wahl zwischen einem 2,4 Liter großen Benziner mit 185 PS, zwei Varianten eines 2,0-Liter-Diesels mit 150 oder 182 PS oder einem 2,2 Liter großen Selbstzünder mit 197 PS. Alle Varianten gibt es mit einem neuen Allradantrieb, der seine Kraft variabel verteilt und an eine Fahrprofilregelung gekoppelt ist. In der Sport-Programmierung gibt es bis zu 50 Prozent mehr Drehmoment an den Hinterrädern, die Achtgang-Automatik schaltet schneller und die Lenkung reagiert spontaner. Von dem Diesel mit 182 PS darf man allerdings keine Wunder erwarten. Er ist zwar leise und läuft kultiviert, doch obwohl er auf imposante 397 Nm Drehmoment kommt, ist er kein Ausbund an Temperament.

Das werden wir nicht vergessen: Die vielen Steckdosen und USB-Ports, die der Santa Fe besitzt. Für den Nachwuchs der Generation Smartphone ist der Wagen bestens gerüstet und steht buchstäblich unter Strom. Schade nur, dass das nicht auch für den Antrieb gilt. Denn ein zeitgemäßer Plug-in-Hybrid kommt frühestens zur Modellpflege in drei Jahren.

Fahrzeugschein
Hersteller: Hyundai
Typ: Santa Fe (2018)
Karosserie: SUV
Motor: Vierzylinder-Diesel
Getriebe: Achtgang-Automatik
Antrieb: Allrad
Hubraum: 1.995 ccm
Leistung: 182 PS (134 kW)
Drehmoment: 397 Nm
Von 0 auf 100: 10,0 s
Höchstgeschw.: 200 km/h
Kofferraum: 625 Liter
Maße: 4770 / 1890 / 1680
Preis: 38.000 EUR
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insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
mariuscaesar 19.03.2018
1.
Ist es zu viel verlangt in der Tabelle Länge, Breite und Höhe darzustellen? Dazu vllt noch Gewicht... Alles wichtige Infos!
touri 19.03.2018
2.
Zitat von mariuscaesarIst es zu viel verlangt in der Tabelle Länge, Breite und Höhe darzustellen? Dazu vllt noch Gewicht... Alles wichtige Infos!
Da muss ich Ihnen irgendwie recht geben, wobei die Maße (jetzt?) drinstehen. Eine Verbrauchsangabe wäre auch ganz nett...
retro71 19.03.2018
3. Steht alles drin
Zitat von mariuscaesarIst es zu viel verlangt in der Tabelle Länge, Breite und Höhe darzustellen? Dazu vllt noch Gewicht... Alles wichtige Infos!
unter Maße : 4770 / 1890 / 1680....und damit viel zu groß. Was dieses ewige größer, fetter, schwerer soll erschließt sich mir nicht.Da fahre ich meinen Opel Zafira B lieber bis er auseinanderfällt. Der ist mit 4.48 noch kompakt, lässt sich überall parken und hat ein Kofferraumvolumen von 645l
mariuscaesar 19.03.2018
4. @retro
In der App stehen die Maße nämlich nicht drin, hab es eben mit der Desktop Version verglichen. Interessant wieso es das nicht in die App schaffen kann... Aber ja das ist auf jeden Fall zu groß!
Fait Accompli 19.03.2018
5. Nicht nur Hybrid wäre schön...
... sondern auch Vollelektrisch. Zur Zeit gibt es auf der Welt scheinbar nämlich nur einen einzigen Elektro-Familienvan den Nissan e-NV200 Evalia. Ich würde mich freuen, wenn es endlich mal *praxistaugliche* Elektrokutschen gäbe, für 4 Personen, Gepäck und 350km echte Reichweite. Und nicht unpraktische Designexperimente oder 2 Personenautos ausschliesslich für die Stadt. Bei mir wird es bald Zeit für meinen Citroen Berling und ich wäre gerne bereit, mehr Geld für einen Elektrischen auszugeben. Allein, man lässt mich nicht...
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