Autogramm Kia ProCeed: Jetzt gibt's was auf die Augen

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Kia ProCeed: Der Dritte im Bunde Fotos
Kia

Der Kia Ceed ist eh schon schick, die zweitürige Variante ProCeed ein echter Herzensbrecher - deutsche Kompakte sehen dagegen alt aus. Nur die alte Gleichung, dass zwei Türen sich auch im Preis niederschlagen, gilt nicht mehr.

Der erste Eindruck: Schick ist der neue Kia ProCeed geworden. Vor allem die Kehrseite des Dreitürers ist so knackig, dass man sie die ganze Zeit tätscheln möchte.

Das sagt der Hersteller: Für Kia ist der Ceed das europäische Erfolgsmodell. Die Koreaner haben den Wagen in Europa entwickelt und lassen ihn auch dort bauen. Schon die erste Generation hat sich mehr als 400.000-mal verkauft. Und der seit vergangenem Jahr erhältliche Nachfolger eifert diesem Triumph nach.

Der Dreitürer ProCeed soll das Angebot neben dem Fünftürer namens Ceed und dem mit Ceed sw titulierten Kombimodell nun abrunden. Kia hat damit eine weitere Kundenschicht im Ziel, sagt Deutschland-Chef Martin van Vugt: "Der ProCeed richtet sich an all jene, die auf ein betont sportliches Auftreten Wert legen."

Glaubt man Styling-Chef Peter Schreyer, hat der Hersteller für den Kompakten ein Dutzend Modelle aus über 8500 Kilogramm Ton und 50 Kubikmetern Hartschaum sowie 18.164 CAD-Skizzen angefertigt. Doch die Mühe hat sich gelohnt: Beim Design-Award "red dot" hat Kia für den ProCeed gerade den Preis "Best of the best" eingefahren.

Das ist uns aufgefallen: Wie groß der Unterschied zwischen Auftritt und Antritt ist. So sportlich, wie der ProCeed aussieht, fährt der Wagen längst nicht. Zwar kann man den Lenkwiderstand auf Knopfdruck verstellen und hat im Sportmodus tatsächlich ein besseres Gefühl für die Straße. Doch der von uns getestete und von den Kunden wohl am häufigsten bestellte Motor, ein 1,6-Liter-Diesel mit 128 PS, wirkt irgendwie müde.

Immerhin, der Normverbrauch von bestenfalls 3,8 Litern klingt vernünftig - und wo es bei der Leistung noch ein bisschen mangelt, überrascht der Dreitürer mit reichlich Luxus. Das Ambiente ist vornehm und mindestens so liebevoll gestaltet wie im VW Golf, der animierte Tacho und der Monitor in der Mittelkonsole sind brillant wie ein LED-Fernseher und die Ausstattung ist üppig.

Zum Teil gegen Aufpreis gibt es allerlei Extras, vom beheizten Lenkrad über den Einpark-Roboter bis hin zum großen Panoramadach. Aber diese Aufrüstung hat auch Schattenseiten: Das Lenkrad zum Beispiel ist dann derart mit Schaltern garniert, dass man sich ganz schön konzentrieren muss, wenn man nur mal eben den Radiosender wechseln möchte.

Das muss man wissen: Der Dreitürer kommt in diesen Tagen in den Handel und zeugt auch bei der Preisgestaltung vom neuen Selbstbewusstsein der Koreaner. Denn anders als früher in der Kompaktklasse üblich, spart man durch den Verzicht auf die zwei hinteren Türen kein Geld mehr. Im Gegenteil: Mit immerhin 300 Euro Aufpreis im Vergleich zum Ceed lässt sich Kia die Schönheitskur sogar teuer bezahlen und startet erst bei 18.490 Euro.

Mit 4,31 Metern ist der Dreitürer genauso lang wie der Fünftürer, und auch das Kofferraumvolumen ist identisch. Weil er jedoch vier Zentimeter flacher ausfällt, müssen die Passagiere im Fond ein wenig den Kopf einziehen und der Fahrer beim Rangieren einmal öfter in die Außenspiegel schauen. Die Kniefreiheit auf der Rückbank ist allerdings unverändert und für diese Klasse völlig in Ordnung.

Weil der ProCeed ja der Sportler in der Familie sein soll, hat Kia nur die stärkeren Motoren übernommen. Neben dem getesteten Diesel gibt es deshalb noch einen Benziner mit ebenfalls 1,6 Litern Hubraum und 136 PS, der aber auch nur 195 km/h schafft.

Das werden wir nicht vergessen: Die Erkenntnis, dass sich durch kleine Eingriffe manchmal ein großer Effekt erzielen lässt: Das Dach vier Zentimeter runter, zwei Türen weg und Hüften etwas lustvoller geformt - schon hat man einen verführerischen Blickfang.

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insgesamt 47 Beiträge
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    Seite 1    
1. ob der Designer
and_over 20.03.2013
auf die Idee gekommen ist, dass man auch mal schräg rückwärts ausparken muss? Wieder ein Auto mit sinnlos eingeschränkter Sicht. Form should follow function...
2. .
tanzschule 20.03.2013
Zitat von sysopDer Kia Ceed ist eh schon schick, die zweitürige Variante ProCeed ein echter Herzensbrecher - deutsche Kompakte sehen dagegen alt. Nur die alte Gleichung, dass zwei Türen sich auch im Preis niederschlagen, gilt nicht mehr. Kia ProCeed: Ein Zweitürer zum Hingucken - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/kia-proceed-ein-zweituerer-zum-hingucken-a-888791.html)
ein auto mit handarbeit , spätestens nach der fahrt durch die waschstrasse.
3. Gähn!
jaidru 20.03.2013
Die Rücklichter erinnern fatal an zwischenzeitliche, gescheiterte Renault-Designversuche. Und natürlich wieder einmal ein Hinweis auf den Normverbrauch. Wen interessiert der bitteschön?
4.
pollasto 20.03.2013
die Kopffreiheit stark eingeschränkt." Wer sich ein Coupe' bzw Zweitürer kauft, schert sich einen feuchten Dreck, ob jemand hinten bequem sitzt. Andernfalls hat er schlicht das falsche Auto gekauft.
5. Coupe vs. Limo
digitus_medius 20.03.2013
Also dass 2türige Coupés mehr kosten als 4türige Limos ist ja nichts wirklich neues und schon lange so. Ansonsten ein schöner Wettbewerber zum Leon und neuen MB A.
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Fahrzeugschein
Hersteller: Kia
Typ: ProCeed
Karosserie: Sportwagen/Coupé
Motor: Vierzylinder-Common-Rail-Diesel
Getriebe: manuelles 6-Gang-Getriebe
Antrieb: Front
Hubraum: 1.582 ccm
Leistung: 128 PS (94 kW)
Drehmoment: 260 Nm
Von 0 auf 100: 10,9 s
Höchstgeschw.: 197 km/h
Verbrauch (ECE): 4,3 Liter
CO2-Ausstoß: 114 g/km
Kofferraum: 380 Liter
umgebaut: 1.225 Liter
Gewicht: 1.375 kg
Maße: 4310 / 1780 / 1470
Preis: 19.890 EUR

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