Von Tom Grünweg
Als der Kia Soul als erster koreanischer Pkw überhaupt mit dem renommierten "red dot design award" ausgezeichnet wurde, war das so etwas wie ein Ritterschlag. Und die Juroren zeichneten nicht nur die gelungene Formensprache des Autos aus, sondern zugleich auch den Mut von Kia-Designchef Peter Schreyer, der sich mit Verve gegen den sonst in Korea vorherrschenden Zweckbau entschieden hatte. Das Modell Soul nämlich bricht mit vielen Konventionen. Nur so nämlich konnte eine coole Kiste entstehen, die irgendwo zwischen Van und Geländewagen rangiert und sich auf erfrischende Weise dem Schubladendenken widersetzt.
Auch bei den Kunden kommt das Konzept an. Während Nissan den ähnlich gestrickten, kastenförmigen Kleinwagen Cube schon wieder vom Markt genommen hat und der Daihatsu Materia ebenfalls bald seinen Abschied gibt, freut sich Kia über bislang fast 50.000 Soul-Zulassungen in Europa und anhaltend regen Zuspruch. Damit das so bleibt, erhält der Soul, der mindestens 13.900 Euro kostet, jetzt noch etwas mehr Groove.
Der Auftritt des Autos profitiert ab sofort von einer neuen Frontschürze inklusive LED-Tagfahrleuchten, die wirken wie glitzernder Modeschmuck, auch wenn sie nicht leuchten. Das erregt selbst dort Aufsehen, wo man ungewohnte Fahrzeuge gewohnt ist. Bei der ersten Ausfahrt zwischen Nizza und Monaco jedenfalls haben dem Soul viele Passanten hinterher geschaut und so manche das Fotohandy gezückt.
Als Benziner kommt nun ein Direkteinspritzer zum Einsatz
Im Innenraum gibt es nun eine neue Mittelkonsole und ein überarbeitete Instrumente. Der Bordcomputer wirkt jetzt pfiffiger, Tacho und Drehzahlmesser weniger wie Armbanduhren aus dem Kaugummi-Automaten. Außerdem gibt es eine Reihe neuer Extras: Auf Wunsch lässt sich der Soul jetzt per Startknopfdruck anlassen, es ist ein Lichtassistent verfügbar und ebenso können Sitzbezüge aus Leder geordert werden. Was bleibt sind die ordentlichen Platzverhältnisse, die vielen Ablagen und so poppige Details wie das Ambientelicht mit umschaltbaren Farben, das passend zur gespielten Musik pulsiert.
Die wichtigste Neuerung jedoch steckt unter der Haube. Dort ersetzen die Koreaner den bisherigen Saugmotor durch einen Benzindirekteinspritzer. Es bleibt bei 1,6 Litern Hubraum, aber statt 126 leistet die neue Maschine jetzt 140 PS und wirkt daher nicht mehr ganz so behäbig. Wenn man flott durch die sechs Gänge schaltet und sich nicht an den hohen Drehzahlen stört, reichen selbst 166 Nm Drehmoment für eine halbwegs flotte Fahrt. Im dichten Verkehr auf der Promenade des Anglais jedenfalls schwimmt man locker mit. Draußen auf der Corniche jedoch lässt der Elan nach. In Zahlen: Von 0 auf 100 dauert 10,4 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 Sachen.
Alle Getriebe des Soul verfügen nun über sechs Gänge
Unverändert bleibt der Dieselmotor mit ebenfalls 1,6 Litern Hubraum und 128 PS im Programm. Dank einer neuen Schaltbox wird die Leistung jedoch besser genutzt. Einer besseren Beschleunigung und höherer Endgeschwindigkeit steht ein geringerer Verbrauch gegenüber. Das gilt für den Schalter ebenso wie für die Automatik-Version.
Für Kia bleibt der Soul ein Spaßmobil, dass man nicht an allzu ernsten Maßstäben messen sollte. Das merkt man nicht zuletzt auch am laxen Umgang mit dem Verbrauch. Der ist zwar mit 4,9 Litern beim Diesel und 6,4 Litern beim Benziner nicht so schlecht. Aber er könnte deutlich niedriger sein, wenn der Soul neben der mächtigen Soundanlage und der eingebauten Discobeleuchtung auch ein Start-Stopp-System an Bord hätte. Beim Tanken nämlich endet für die meisten Kunden der Spaß.
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Auto | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Tests | RSS |
| alles zum Thema Kia | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH