Kleinwagen-Duell Audi A1 - Mini Cooper D: Schicki gegen Micki
Der eine ist schon Kult, der andere würde es gern werden. Selten waren Kleinwagen-Kontrahenten so klar gegeneinander positioniert wie Mini und Audi A1. Beide machen auf Lifestyle, aber was taugen sie im Alltag? SPIEGEL ONLINE hat die beiden Autos verglichen.
Die Autowelt blickt ebenso neidisch wie fasziniert auf den unter der Federführung von BMW entstandene Mini. Der ziemlich teure Retro-Kleinwagen wurde dank geschicktem Marketing zum Kultauto; die einen lieben das charmant-putzige Design, andere das knackige Fahrgefühl und manche die ungewöhnliche Historie des britischen Wägelchens. Die Erfolgsstory diente als Blaupause für andere Hersteller - Fiat etwa reaktivierte das Modell 500 nach ähnlichem Muster.
Audi, der größte Konkurrent von BMW, versucht seit diesem Sommer mit einem exaktem Gegenentwurf des Mini dessen Erfolg zu kontern. A1 heißt das Auto, das ebenfalls die Zielgruppe der gutverdienenden Großstädter ansprechen soll, aber mangels Vorbild keinerlei Anleihen in der Vergangenheit macht. Schon optisch wird der Unterschied klar: Dem kubisch-klassischen Mini steht der Audi A1 als Mini-Coupé mit Kuppeldach gegenüber. Während der Mini aus Kulleraugen-Scheinwerfern leuchtet, erhellt der A1 mit coolen Strahlern und LED-Leuchtstreifen die Fahrbahn.
Der Vorteil des Audi A1: Zumindest im Augenblick ist er, weil erst vor kurzem auf den Markt gekommen, das neuere, aufregendere, ungewöhnlichere Auto. Am Mini hat man sich allmählich satt gesehen. Unterwegs mit beiden Autos wird das unmittelbar deutlich: Nach dem Mini dreht sich kein Mensch mehr um; sobald jedoch der kleine Audi auftaucht, nähern sich interessierte Passanten, erkundigen sich nach Details und blicken neugierig in den Innenraum.
Dort sind die Unterschiede zwischen beiden Kleinwagen ebenfalls immens: Der Audi A1 macht auf nobel. Die Materialien fühlen sich prima an, die Bedienelemente sind klassisch-übersichtlich angeordnet, das gesamte Interieur wirkt wie aus einem Guss. Der Mini dagegen wirkt auch nach der jüngsten Überarbeitung in diesem Sommer wie ein Spiel- und Spaßmobil mit teils verwirrenden Details. Die Bedienknöpfe für das Navigationssystem zum Beispiel befinden sich im Tal zwischen den Vordersitzen, und auch der zentral angeordnete Tacho wirkt zwar zunächst originell, ist aber, weil er sich nicht im Blickfeld des Fahrers befindet, später eher ein Ärgernis.
Die große Illusion vom individuellen Großserienmodell
Was beide Autos verbindet, ist die Möglichkeit, sie ganz nach dem persönlichen Geschmack zu konfigurieren - die beiden Zubehörkataloge umfassen dutzende Seiten mit hunderten Optionen. Lackfarben, Anbauteile, Klebefolien, Interieur-Konsolen, Sitzbezüge, Zierelemente und vieles mehr können nach den individuellen Vorlieben ausgesucht werden; das ist fein für Hobby-Designer, jedoch der Horror für entscheidungsschwache Menschen.
Den größten Gewinn daraus ziehen die Hersteller, denn mit jedem Extra steigt der Preis des Autos. Glänzende Manschetten für die Lüftungsdüsen, ein Lederüberzug auf dem Armaturenbrett, Aufkleber auf der Motorhaube, ein bunt bemaltes Dach oder Außenspiegelkappen in einem Komplementär-Farbton - ruck-zuck hat sich, das gilt für Mini wie für Audi A1, der Preis des Grundmodells beinahe verdoppelt. Dabei sind schon die Standardtarife von 15.800 Euro für den Audi A1 und 15.550 Euro für den Mini recht happig für Autos dieser Größe. Die beiden nahezu gleich stark motorisierten Diesel-Modell im Vergleich von SPIEGEL ONLINE klafften preislich weiter auseinander. Der Mini Cooper D kostet 21.250 Euro, der Audi A1 1.6 TDI ist fast 2500 Euro billiger.
Zwischenstand:
Audi A1 und Mini zielen auf die gleiche Kundschaft, bedienen allerdings unterschiedliche Ansprüche. Der Mini will das poppig-coole Auto-Accessoire sein, der Audi A1 dagegen tut so, als sei er ein lediglich arg geschrumpftes Luxusmodell. Stilistisch ist es in etwa vergleichbar mit dem Duell Kapuzenpulli gegen Lederjacke.
- 1. Teil: Schicki gegen Micki
- 2. Teil: Mini gegen Audi A1: Jetzt geht es auf die Autobahn
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- Montag, 25.10.2010 – 14:06 Uhr
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| Hersteller: | Mini |
|---|---|
| Typ: | Cooper D (2010) |
| Karosserie: | Kleinwagen |
| Motor: | Vierzylinder-Diesel |
| Getriebe: | Sechsgang-Schaltgetriebe |
| Antrieb: | Front |
| Hubraum: | 1.598 ccm |
| Leistung: | 112 PS |
| Drehmoment: | 270 Nm |
| Von 0 auf 100: | 9,7 s |
| Höchstgeschw.: | 197 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 3,8 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 99 g/km |
| Kofferraum: | 160 Liter |
| Versicherung: | 17 (HP) / 22 (TK) / 18 (VK) |
| Preis: | 21.250 EUR |
| Hersteller: | Audi |
|---|---|
| Typ: | A1 1.6 TDI |
| Karosserie: | Kleinwagen |
| Motor: | Vierzylinder-Diesel |
| Getriebe: | Fünfgang-Schaltgetriebe |
| Antrieb: | Front |
| Hubraum: | 1.598 ccm |
| Leistung: | 105 PS (77 kW) |
| Drehmoment: | 250 Nm |
| Von 0 auf 100: | 10,5 s |
| Höchstgeschw.: | 190 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 3,8 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 99 g/km |
| Kofferraum: | 270 Liter |
| Versicherung: | 17 (HP) / 21 (TK) / 18 (VK) |
| Preis: | 18.800 EUR |
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