Autogramm Lancia Flavia Cabrio: Sturmfrisur zum Discountpreis

Von Tom Grünweg

Lancia Flavia Cabrio: Altmodisch, aber ein Spaßbringer
Fotos
Lancia

Ein Cabrio hat es bei Lancia schon lange nicht mehr gegeben. Jetzt füllen die Italiener diese Lücke, auch wenn der Flavia in Wahrheit ein aufgehübschter Chrysler ist. Für Lancia-Traditionalisten mag das ein Frevel sein, doch der verkleidete US-Import hat auch seine Vorzüge.

Der erste Eindruck: Mit italienischer Automobilkultur hat das Lancia-Cabrio auf Basis des Chrysler 200 zwar nicht mehr viel zu tun. Aber Spaß bringt es trotzdem. Zumindest, solange die Kurven nicht zu eng, die Bodenwellen nicht zu hoch und die Steigungen nicht zu steil werden. Und mit fast fünf Metern Länge ist es tatsächlich groß genug für vier Erwachsene und deren kleines Gepäck.

Das sagt der Hersteller: Markenchef Saad Cheehad will mit dem Flavia die Begeisterung für das Dolce Vita neu entfachen und seine Kunden in die Traumwelt der Cinecitta - dem legendären Filmstudio in der Nähe Roms - entführen. Immerhin war der originale Flavia aus den Sechzigern in über 60 Kino-Produktionen unterwegs.

Genau so süß und unbeschwert wie das Leben in den Filmen von Marcello Mastroianni und Co. soll auch das Auto sein, sagt Cheehad. Nicht nur beim Fahren, sondern schon beim Kauf. Deswegen gibt es nur eine Motor- und eine Ausstattungsvariante, mehr als die Farben von Blech und Interieur muss man nicht wählen. Vielleicht gibt diese Unkompliziertheit der Marke in Deutschland ja Auftrieb - denn letztes Jahr verkaufte Lancia hierzulande gerade mal 1617 Autos.

Das ist uns aufgefallen: Wie entspannt und gemütlich man im Flavia über breite Boulevards und sanft geschwungene Landstraßen rollen kann. Dort macht der mit 2,4 Litern Hubraum groß geratene Vierzylinder eine ganz ordentliche Figur. Während es unter der Haube nur leise säuselt und das Fahrwerk auch grobe Asphalt-Scharten ausbügelt, flaniert man eher, als dass man fährt.

Doch wehe, man wechselt auf die Autobahn oder gar in die Berge. Bei schnellerer Gangart macht sich die Kehrseite des butterweichen Fahrwerks bemerkbar und der Motor wirkt überfordert. 170 PS, 220 Nm und eine träge Sechsstufen-Automatik sind zu wenig, wenn man 1,9 Tonnen voranwuchten muss.

Statt des rauschenden Fahrtwinds hört man dann vor allem das Jaulen hoher Drehzahlen, die 10,8 Sekunden bis Tempo 100 wollen nie vergehen, und wenn man bei 120 zum Überholen ansetzt, keimen leichte Zweifel an der Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h auf. Wenn die überhaupt zu schaffen sind, dann nur mit viel Anlauf.

Auch an der Tankstelle macht der Vierzylinder keine sonderlich gute Figur. Schon auf dem Prüfstand verbraucht der betagte Motor aus der alten Allianz von Chrysler, Mitsubishi und Hyundai 9,4 Liter. Und am Ende unserer eher gemächlichen Testfahrt standen sogar 14,7 Liter Durchschnittsverbrauch auf dem Display.

Was noch auffällt, ist die wenig liebevolle Materialauswahl. Auf den ersten Blick sehen die hellen Ledersitze, die Chromrahmen im Cockpit und die Konsolen noch ganz nett aus. Aber sobald man das Interieur mal anfasst, manche Klappe öffnet oder in den Kofferraum schaut, lässt der Reiz deutlich nach.

Das muss man wissen: Italienisch ist am Lancia Flavia nicht viel mehr als der Name. Denn im Grunde ist das Cabrio ein Chrysler 200, bei dem lediglich die Markenlogos ausgetauscht und das Fahrwerk neu abgestimmt wurden. Er kommt in diesen Tagen in den Handel und kostet mindestens 36.900 Euro. Damit ist er das billigste Cabrio in dieser Klasse.

Autos wie der offene Audi A5, der 3er BMW mit faltbarem Stahldach oder der Volvo C70 sind allesamt ein paar Tausender teurer - und lange nicht so üppig ausgestattet: Denn Extras wie die Lederausstattung, das schlüssellose Zugangssystem, der Tempomat oder das Navigationssystem sind bei den Italienern Standard. Dafür gibt es bis auf den Tempomat keine Assistenzsysteme.

Anders als beim Chrysler 200 gibt es unter der Haube und am Himmel bei Lancia keine Wahl: Der 3,6 Liter große V6-Motor bleibt ebenso in Amerika wie die Variante mit versenkbarem Hardtop. Stattdessen gibt es bei uns nur ein elektrisch und per Fernbedienung öffnendes Stoffdach und einen 2,4 Liter großen Vierzylinder.

Das werden wir nicht vergessen: Wie lange einem die 28 Sekunden werden, bis sich das Dach ausschließlich bei stehendem Fahrzeug irgendwann mal aus dem Kofferraum gefaltet hat. Nördlich der Alpen muss man da beinahe Angst haben, dass der Sommer dann schon wieder vorbei ist.

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insgesamt 42 Beiträge
Nun dieser US Italiener hat den genau gleichen Preis Hier wie ein 2 Liter A5 Cabrio mit Superausstattung im US Markt. Eher sind wir ein Premium-Markt als das der Lancia Discount wäre. Lancia wird bestimmt eine recht saftige [...]
Nun dieser US Italiener hat den genau gleichen Preis Hier wie ein 2 Liter A5 Cabrio mit Superausstattung im US Markt. Eher sind wir ein Premium-Markt als das der Lancia Discount wäre. Lancia wird bestimmt eine recht saftige Marke bei diesem D/Preis einstreichen.
restauradores 14.07.2012
Kooperationen im Autobereich mit USA bringt nie etwas gutes. Mercedes-Benz - Chrysler Opel - GM Lancia - Chrysler
Zitat von sysopEin Cabrio hat es bei Lancia schon lange nicht mehr gegeben. Jetzt füllen die Italiener diese Lücke, auch wenn der Flavia in Wahrheit ein aufgehübschter Chrysler ist. Für Lancia-Traditionalisten mag das ein Frevel sein, doch der verkleidete US-Import hat auch seine Vorzüge. Lancia Flavia: Italienisches Cabrio in amerikanischem Gewand - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/0,1518,842817,00.html)
Kooperationen im Autobereich mit USA bringt nie etwas gutes. Mercedes-Benz - Chrysler Opel - GM Lancia - Chrysler
güti 14.07.2012
gewöhnt..."us der alten Allianz von Chrysler, Mitsubishi und Hyundai" Daimler wird bei der Aufzählung kurzfristig weggelasen..warum wohl? Außerdem muss man 3 Mal erwähnen dass das kein echter Lancia ist...beim [...]
Zitat von sysopEin Cabrio hat es bei Lancia schon lange nicht mehr gegeben. Jetzt füllen die Italiener diese Lücke, auch wenn der Flavia in Wahrheit ein aufgehübschter Chrysler ist. Für Lancia-Traditionalisten mag das ein Frevel sein, doch der verkleidete US-Import hat auch seine Vorzüge. Lancia Flavia: Italienisches Cabrio in amerikanischem Gewand - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/0,1518,842817,00.html)
gewöhnt..."us der alten Allianz von Chrysler, Mitsubishi und Hyundai" Daimler wird bei der Aufzählung kurzfristig weggelasen..warum wohl? Außerdem muss man 3 Mal erwähnen dass das kein echter Lancia ist...beim AUDI A3 wird nie erwähnt dass er eigentlich ein Golf ist.. was sich bei dem Interieur nicht so anfühlt wie es aussieht würde mich dann auch interessieren... die Audis und BMWs dieser Welt kosten nicht ein paar tausender mehr sondern ganze 10 000€ mehr(in der Basisversion ohne irgendwelche Zusatzausstattungsvarianten)
atherom 14.07.2012
immer auszeichnete,verblasst allmählich. Was blieb,ist die (nicht so ganz unsympathische) Unzuverlässigkeit und etwas besser gewordene Verarbeitung. Eine Zumutung sind die meisten Werkstätten (zumindest in und um Frankfurt am [...]
Zitat von sysopEin Cabrio hat es bei Lancia schon lange nicht mehr gegeben. Jetzt füllen die Italiener diese Lücke, auch wenn der Flavia in Wahrheit ein aufgehübschter Chrysler ist. Für Lancia-Traditionalisten mag das ein Frevel sein, doch der verkleidete US-Import hat auch seine Vorzüge. Lancia Flavia: Italienisches Cabrio in amerikanischem Gewand - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/0,1518,842817,00.html)
immer auszeichnete,verblasst allmählich. Was blieb,ist die (nicht so ganz unsympathische) Unzuverlässigkeit und etwas besser gewordene Verarbeitung. Eine Zumutung sind die meisten Werkstätten (zumindest in und um Frankfurt am Main) und Gott behüte: Kulanzanträge, sofern ein Motor bei 30.000 in Brand gerät und der Wagen über 2 Jahre alt ist. So bleiben wir bei 2 Autos des Konzernes, lassen sie in einer freien Werkstatt warten und genießen die dolce vita beim Fahren. Und denken mit Grauen an einen Wagenwechsel: ein Fiat/Lancia wird es leider nicht mehr werden.
Chrysler-Fahrer 14.07.2012
Ich fahre das Vorgänger-Modell, den Chrysler Sebring Limited,V6, 2,7 l, 189 PS, Vollausstattung mit Stahldach, Navi, Leder, 6-Gang-Automatik, Soundsystem, das Modell von 2007, Baujahr 2008. Hat als Neuwagen unter 30.000 Euro inkl. [...]
Ich fahre das Vorgänger-Modell, den Chrysler Sebring Limited,V6, 2,7 l, 189 PS, Vollausstattung mit Stahldach, Navi, Leder, 6-Gang-Automatik, Soundsystem, das Modell von 2007, Baujahr 2008. Hat als Neuwagen unter 30.000 Euro inkl. MWSt. gekostet, und zwar beim Chrysler-Händler mit 6 (!!!) Jahren Garantie. Das ist ein wirklich tolles Auto, 5 Sterne im Crashtest, die 189 PS reichen auch für schnelles Beschleunigen und er verbraucht locker unter 10 Liter E10 beim normalen Fahren (Autobahn 140-150, Landstraße 100). Klar, in der Stadt ist es mehr, aber bei einem solchen Auto auch normal. Leider hat Lancia mit dem eigentlich tollen Chrysler 200 viele Fehler gemacht! Vor allem ist es der falsche Motor, der ist zu schwach. Es wäre viel sinnvoller gewesen, den neuen Pentastar zu nehmen, das hätte auch Chrysler-Fans mit dem Markenwechsel zu Lancia versöhnt. Aber der 2,4 l ist einfach ein Witz. Zweiter Fehler: Stoffdach. Nur weil BMW und Benz der Meinung sind, dass so ein Purismus mit dem Stoffdach toll ist, bleibt es trotzdem falsch. Es geht nur das Stahldach, was aus dem Auto ein voll wintertaugliches Allwetter-Mobil macht. Leute, die so ein Auto kaufen, wollen kein Stoffdach mehr haben, denn die sind keine 25 mehr. Und dem Rezensenten sei gesagt, dass knappe 30 Sekunden für das Dachöffnen völlig okay sind, ebenso wie die Innenausstattung. Nein, sie ist nicht so hochwertig wie beim 6er BMW, aber der kostet das Doppelte und verbraucht noch viel mehr. Hoffen wir mal, dass Lancia das mit dem Stahldach und dem Motor noch auf die Reihe kriegt, dann ist es ein wirklich großartiges Auto. Meinen Chrysler werde ich wohl noch viele Jahre fahren können, und dann gucke ich mal zum Lancia oder dessen Nachfolger.
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  • Samstag, 14.07.2012 – 09:39 Uhr
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Fahrzeugschein
Hersteller: Lancia
Typ: Flavia
Karosserie: Cabriolet
Motor: Vierzylinder-Benziner
Getriebe: 6G-Automatik
Antrieb: Front
Hubraum: 2.360 ccm
Leistung: 170 PS (125 kW)
Drehmoment: 220 Nm
Von 0 auf 100: 10,8 s
Höchstgeschw.: 195 km/h
Verbrauch (ECE): 9,4 Liter
CO2-Ausstoß: 221 g/km
Kofferraum: 377 Liter
umgebaut: 198 Liter
Gewicht: 1.856 kg
Maße: 4947/1843/1479
Preis: 36.900 EUR



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