Der erste Eindruck: Wie fast immer bei sogenannten Facelifts, also den Überarbeitungen bekannter Modelle, kommt es auch beim Lexus RX 450h auf den Blickwinkel an. Denn nur wenn man das Auto von vorn betrachtet, erkennt man, dass es sich um die neue Version handelt. Das liegt am Diabologrill. So nennt Lexus die von breiten Chromstreifen eingefasste Kühlluftöffnung zwischen den spitz zulaufenden Scheinwerfern, in denen jetzt - auch das ist neu - LED-Tagfahrlicht leuchtet. Insgesamt wirkt der große SUV jetzt optisch präsenter; Lexus wird endlich etwas mutiger, was das Design betrifft.
Das sagt der Hersteller: Gern betonen die Japaner den Trumpf des Autos, nämlich sein Hybridsystem aus V6-Benziner und je einem Elektromotor an Vorder- und Hinterachse. Diese Antriebskonfiguration bewegt den gut zwei Tonnen schweren SUV so effizient, dass ein Durchschnittsverbrauch von 6,3 Liter dabei herauskommt. Lexus sagt, dies sei "der geringste Kraftstoffverbrauch aller Premium-Crossover". Mit dem überarbeiteten RX debütiert auch die Variante F Sport, die dem Auto eine schneidigere Optik und "ein weiteres Plus an Fahrdynamik" bescheren soll.
Das ist uns aufgefallen: Die Sache mit der Dynamik sollte man als Fahrer eines RX 450h nicht zu ernst nehmen. Das Auto ist und bleibt ein SUV - will heißen: ein klobiges Trumm, das hohen Komfort und eine Rundum-sorglos-Ausstattung bietet, aber eben keine Rasanz im klassischen Sinn. Das ist auch gar nicht nötig, denn der Wagen trumpft mit seiner Antriebstechnik schon genug auf. Auf dem Bordmonitor lässt sich verfolgen, welcher Motor gerade aktiv ist, wie der Kraftfluss verläuft und was das dann für einen Benzinverbrauch zur Folge hat.
Und das ist ja der Trick: Wenn man schon ein Orchester aus V6-Benziner und zwei E-Motoren dirigiert, dann will man das als Fahrer meist möglichst souverän tun, was in diesem Fall nichts anderes bedeutet als effizient. Entsprechend umsichtig fährt man das Auto, und so wird selbst aus seinem SUV fast ein sozialverträgliches Fahrzeug.
Das muss man wissen: Auch wenn der RX 450h mit dieser Antriebskonfiguration seit 2009 auf dem Markt ist, begeistert das reibungslose Zusammenspiel der drei Maschinen (Systemleistung 299 PS) nach wie vor. In der einfachsten Variante kostet der auch dann schon luxuriös eingerichtete SUV 59.950 Euro; billiger geht es, wenn man auf die Hybridtechnik verzichtet und die Variante RX 350 mit V6-Benziner bestellt, die 53.150 Euro kostet. Dann leistet der Verbrenner 277 PS, treibt permanent alle vier Räder an und schluckt im Schnitt 10,7 Liter - das sind gut vier Liter mehr als bei der sprintstärkeren Hybridvariante. Die aufwändige Technik lohnt sich also durchaus - zumindest für Vielfahrer.
Das werden wir nicht vergessen: Wer unter die Haube blickt, um einen Blick auf die komplexe Antriebstechnik zu werfen, wird enttäuscht. Zu sehen gibt es außer Plastikabdeckungen nämlich nichts, was auf die konstruktive Raffinesse des Autos hindeutet. Ernüchternd ist auch die Grafik des Navigationssystems, die im Vergleich zu allen anderen Ansichten des Bordcomputers altbacken wirkt. Man kann über solche Details hinweg sehen. Wenn der RX ins Rollen kommt und butterweich dahinschnurrt - mit einem Spriteinsatz, der auch manchem Kleinwagenfahrer nicht fremd sein dürfte.
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