Autogramm Lexus UX SUVtie

Mit dem UX will die Marke Lexus endlich Erfolge in Europa feiern - und mehr als 100.000 Autos jährlich verkaufen. Das Design des SUV wirkt dementsprechend angriffslustig - doch beim Fahren zeigt der Wagen seine andere Seite.

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Der erste Eindruck: Mit dem riesigen Kühlergrill und den scharfen Kanten sieht der Lexus UX aus, als wäre er einem japanischen Zeichentrick-Abenteuer entsprungen.

Das sagt der Hersteller: Außen SUV, innen Limousine - Chica Kako, die Projektleiterin des Lexus UX, hat den Wagen für Leute entworfen, die noch nicht so genau wissen, was sie wollen. Denn so sehr die neue, unter dem RX angesiedelte Baureihe nach SUV aussieht, so sehr soll sie sich nach Limousine anfühlen.

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Autogramm Lexus UX: SUV mit Grimasse

Kako nennt das neue Modell einen Urban Explorer, mit dem man vor allem in der Stadt auf Entdeckungsreise gehen soll. Und zwar vornehmlich in Europa, wo der Wagen dabei helfen soll, bis zum Ende der Dekade endlich auf über 100.000 Neuzulassungen pro Jahr zu kommen.

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Das ist uns aufgefallen: Hinter dem Lenkrad des UX fühlt man sich ganz anders als in den üblichen SUV. Nicht nur, dass man dem Boden näher ist als sonst. Sondern mit stark konturierten Sitzen, einer hohen Mittelkonsole und einem dem Fahrer zugewandten Cockpit nimmt einen der UX förmlich gefangen. Das, was Projektleiter Kako die "In-Control"-Position nennt, kennt man sonst eher von Coupés.

Auch das Platzangebot ähnelt eher einem Sportwagen als einem SUV. Zwar sitzt man in der ersten Reihe wirklich bequem, und in der zweiten Reihe bietet das Auto durchaus mehr Platz als etwa der auf der gleichen Plattform aufgebaute Toyota C-HR. Doch bei 4,50 Metern Länge und 2,64 Metern Radstand sind die Möglichkeiten limitiert. Besonders, weil das Dach flach abfällt und die Heckklappe schräg steht. So sind Knie- und Kopffreiheit im Fond etwas eingeschränkt und der Kofferraum zählt nicht zu den größten.

Die sportliche Sitzposition weckt allerdings Erwartungen, die der Wagen nur schwer erfüllen kann - zumindest in der Hybrid-Version. Die kommt zwar auf eine Systemleistung von 178 PS und ist damit sicher ausreichend stark. Doch das spürbar verbesserte, stufenlose CVT-Getriebe ist noch immer eine Spaßbremse, indem es die zunehmende Drehzahl nicht unmittelbar in spürbare Geschwindigkeit umsetzt. Für den Sprint von 0 auf 100 braucht der UX 250h 8,5 Sekunden und die maximale Geschwindigkeit beträgt 177 km/h.

Auch der Hybridantrieb des UX ist eine Enttäuschung, weil der Akku zu klein ist und nicht an der Steckdose geladen werden kann. Zwar hat Lexus recht mit der Einschätzung, der für den UX genannte Durchschnittsverbrauch von 4,1 Liter je 100 Kilometer sei realistischer als die von abstrusen Normen geschönten Werte für Autos mit Plug-in-Hybridantrieb. Doch den Spaß am Stromern, jenes lautlose Dahingleiten in der Stadt oder die schnellen Sprints, kann der UX nicht bieten. Wer rein elektrisch fahren will, darf das Gaspedal lediglich mit dem kleinen Zeh streicheln und kommt trotzdem nur ein paar Hundert Meter weit.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Lexus UX - mit unserem 360-Grad-Foto:

Am besten fährt man den UX ohne große Ambitionen. Dann weicht der Krampf im Kampf um die Pole-Position oder einen möglichst hohen Elektroanteil einer wohligen Entspannung und man kann die komfortable Abstimmung und das handliche Fahrverhalten genießen.

Das muss man wissen: Konstruiert auf der mit dem neuen Prius eingeführten Global Architecture, die als Plattform für Toyota so wichtig ist wie für VW der modulare Querbaukasten, kommt der UX in Europa im März 2019 in den Handel. Jetzt, ein halbes Jahr vor dem Start, gibt es deshalb auch noch keinen konkreten Preis, sondern nur einen Richtwert von etwa 33.000 Euro.

Für diese Summe wird der UX allerdings mit herkömmlichem Vierzylinder-Benzinmotor und einer Leistung von 171 PS als Fronttriebler angeboten. Dessen Verbrauch liegt bei 5,6 Liter je 100 Kilometer, die Höchstgeschwindigkeit bei 190 km/h. Beim Hybrid-Antrieb kommt derselbe 2,0-Liter-Vierzylinder zum Einsatz, doch der Motor arbeitet wegen der Elektrounterstützung in einem sparsameren Verbrennungszyklus, dem sogenannten Atkinson-Kreisprozess, und leistet lediglich 146 PS. Was zur Hybrid-Systemleistung von 178 PS noch fehlt, steuert eine E-Maschine mit 109 PS bei, die auf Wunsch auch die Hinterachse antreibt und damit einen Allradantrieb ermöglicht.

Während die Motorenauswahl - gemessen an der Konkurrenz - eher knapp ist, hält Lexus bei der Ausstattung gut mit. Es gibt nicht nur vornehme Materialien wie Leder für den Innenraum, sondern auch eine Reihe von Assistenzsystemen: von der Abstandsregelung bis zum intelligenten Fernlicht, vom Head-up-Display bis zum adaptiven Fahrwerk.

Das werden wir nicht vergessen: Den Blick ins Cockpit, wenn man eine der vielen Tasten auf dem Lenkrad drückt. Dann verschiebt sich nämlich vor den virtuellen - weil digitalen - Anzeigen ein realer, massiver Skalenring und gibt den Blick frei auf andere Grafiken. Das ist zwar völlig sinnlos, aber trotzdem so schön anzusehen, dass man es immer wieder machen möchte.

Fahrzeugschein
Hersteller: Lexus
Typ: UX 250h
Karosserie: SUV
Motor: Vierzylinder-Benziner + Elektromotor
Getriebe: stufenlose Automatik
Antrieb: Front
Hubraum: 1.987 ccm
Leistung: 146 PS (107 kW)
Leistung (E-Motor): 109 PS (81 kW)
Drehmoment: 180 Nm
Von 0 auf 100: 8,5 s
Höchstgeschw.: 178 km/h
Verbrauch (ECE): 4,1 Liter
CO2-Ausstoß: 96 g/km
Gewicht: 1.540 kg
Maße: 4495 / 1840 / 1520
Preis: 33.000 EUR
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insgesamt 101 Beiträge
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Seite 1
DerBlicker 12.09.2018
1. wird es in Europa schwer haben
Mit maximal 177 Spitze bei angeblich 178 PS ist der Wagen als Hybrid in Deutschland nicht verkäuflich. Auch der reine Benziner mit 171 ist mit 190 Spitze sehr langsam, zudem fehlt wohl ein Turbolader, so dass sich der 2 Liter Benziner mit hohen Drehzahlen abplagen muss, wenn es vorangehen soll. Das wirkt sehr unsouverän. Sicher kann man mit dem Wagen auch entspannt gleiten, nur das kann ich mit 100 PS auch, warum sollte der Käufer da ein Auto mit 170 PS kaufen?
micspiegelforum 12.09.2018
2. Danke
toller Beitrag. hat das Auto auch einen Kofferraum? Ach wer braucht denn sowas. Nochmal Danke
dlh255 12.09.2018
3. @#1
Vielleicht aufgrund des tollen Verbrauchs? Ich mein, für einen Benziner von 1,5t Leergewicht ist das schon ein enorm guter Wert. Mal sehen, ob der in der Praxis auch erreicht wird.
marty_gi 12.09.2018
4. gefaellt
Mir gefaellt ja das Design von Lexus im allgemeinen sehr gut - wenn da nicht dieser fuerchterliche Grill waere. Bei allen Modellen. Ich frage mich immer, wieso hiesige Hersteller ihre Wagen immer mehr auf den Geschmack im Osten anpassen, oder sogar komplette Modellreihen nur fuer dort herstellen, aber Hersteller von andernorts es nicht schaffen, mal ein klein wenig Ruecksicht auf den europaeischen Geschmack zu nehmen (und so die eigenen Verkaufszahlen mit Sicherheit doch merklich anheben koennten).
cristobalwue 12.09.2018
5. Gehts noch?
... Mit dem man vor allem in der Stadt auf Entdeckungsreise gehen soll ... Ab da habe ich aufgehört zu lesen.
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