Maserati Spyder Bulliges Luxus-Schnäppchen

Seit Ferraris Ingenieure für die Maserati-Technik verantwortlich zeichnen, fahren die Sportwagen mit dem Dreizack-Emblem wieder Gewinne ein. Erstes Beispiel ist das 3200 GT-Coupé, das 1998 erschien. Auf dessen Basis feiert jetzt der Spyder seine Premiere auf der IAA in Frankfurt.


Lange Haube für den V-8-Motor: Maserati Spyder

Lange Haube für den V-8-Motor: Maserati Spyder

Wie schon das Coupé wurde der offene Zweisitzer von Giorgetto Giugiaro und seinem Studio Italdesign entworfen. So verwundert es nicht, dass sich die Front der beiden Modelle kaum unterscheidet. Allerdings wurde der Radstand beim 4,30 Meter langen Spyder um 22 Zentimeter verkürzt, was zu einer kompakten und bulligen Erscheinung führte. Gelungen sind auch die beiden Überrollbügel in Wagenfarbe sowie der sauber abschließende feste Deckel für das vollautomatische Verdeck.

Deutliche Unterschiede sieht man leider von hinten. Die schmalen Lichtbänder am Heck des Coupés tauschte der italienische Star-Designer beim Spyder gegen konventionell-klobige Dreiecksleuchten.

Herzstück des rassigen Roadsters ist jedoch ein neu entwickelter V8-Motor. Statt des 3,2-Liter-Biturbo aus dem Coupé steckt unter der langen Spyder-Haube ein 20 Kilo leichtere 4,2-Liter-Saugmotor, den die Ferrari-Ingenieure nach Art moderner Rennmotoren konstruierten. Das Resultat sind 390 PS und ein maximales Drehmoment von 451 Newtometer bei 4500 Umdrehungen. Das Aggregat verhilft dem Spyder zu einer Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h - und soll dennoch im Vergleich zum Turbo des 3200 GT im Schnitt bis zu 30 Prozent weniger Sprit verbrauchen.

Klobige Dreiecksleuchten statt schmaler Lichtbänder: der Unterschied zwischen Coupé und Roadster

Klobige Dreiecksleuchten statt schmaler Lichtbänder: der Unterschied zwischen Coupé und Roadster

Um die Kraft sicher auf die Straße zu bringen, wurde die Gewichtsverteilung des Fahrzeugs durch eine so genannte Trans-Axle-Bauweise optimiert. Soll heißen, das Sechsgang-Getriebe mit dem selbstsperrenden Differenzial wurde nach hinten verlegt. So liegen trotz Frontmotor nur 53 Prozent des Gewichts auf der Vorderachse, was zu mehr Stabilität und harmonischeren Fahreigenschaften führt. Hinzu kommen eine Traktionskontrolle sowie 18-Zoll-Räder der Dimension 235/40 vorne und 265/35ZR hinten.

Für Ferrari typisch, für Maserati hingegen neu, ist die elektronisch gesteuerte Sechsgang-Schaltung über Schaltwippen am Lenkrad wie in der Formel 1. Über Schalter auf dem Mitteltunnel kann außerdem zwischen vier Schaltprogrammen für unterschiedliche Verkehrssituationen und Fahrstile gewechselt werden. "Normal" oder "Sport", in denen die Gänge sequenziell von Hand geschaltet werden. "Auto" steht für Automatik, und "Traktion" sorgt für sicheres Anfahren und sanftere Gangwechsel auf schlüpfrigem Untergrund.

Damit der Spyder nicht nur in die Gänge, sondern ebenso schnell wieder zum Stehen kommt, sorgt eine Brembo-Bremsanlage mit 330 Millimeter großen Scheiben sowie ein ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung für sichere Verzögerung.

Nach der IAA sollen die ersten Maserati Spyder ab Oktober ausgeliefert werden. Zum Preis von rund 170.000 Mark. Im Vergleich zum aktuellen Ferrari 360 Spider (255.000 Mark) immer noch ein Schnäppchen.

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