Maybach Zeppelin Geruch des Geldes

Ein Duftbäumchen kann sich jeder ins Auto hängen, einen Hightech-Parfumspender gibt's nur im neuen Maybach Zeppelin. Der Lufterfrischer kostet 5000 Euro extra - Peanuts angesichts des Kaufpreises des PS-starken Sondermodells.


An diesem Auto hätte Jean-Baptiste Grenouille seine Freude. So wie die Hauptfigur in Patrick Süskinds Roman "Das Parfum", so können künftig auch die Eigner des neuen Maybach Zeppelin im Fond des Wagens eine eigene Duftwelt kreieren. Möglich macht's eine einzigartige Aromaanlage, gewissermaßen der teuerste Wunderbaum der Welt.

Für rund 5000 Euro Aufpreis werden die gegenüber den Standard-Modellen ohnehin schon zehn Prozent teureren Zeppelin-Varianten der Maybach-Modelle 57 und 62 mit einer Acrylkugel auf der Fond-Mittelkonsole versehen. Sie wölkt das Hinterzimmer des Riesenautos mit dem erlesenen Duft des Geldes ein.

Im Herzen der Luxus-Duftorgel sitzt ein von unten beleuchteter Flakon aus mundgeblasenem Schwarzwaldglas, der mit einem eigens für Maybach komponierten Parfum befüllt ist. Wem der Duft auf Basis von Grünem Tee und Limone nicht behagt, der kann dem umgerüsteten Barfach zwischen den beiden Sitzen eine weitere Phiole entnehmen, die ein eher orientalisch-süßliches Gebräu enthält. Vorherrschende Note ist hier der Geruch von Agarholz, das Japaner bei Tempelzeremonien verbrennen.

Und sollte das persönliche Lieblingsodeur des Maybach-Eigners noch ausgefallener sein: Es gibt noch einen dritten, leeren Flakon für das eigene Lieblingsparfum. Alle Duftwässer zusammen sind in einer schwarzen Schatulle untergebracht.

Das eigene Auto-Aroma zum Schnupperpreis von 8000 Euro

"Die Idee zum Parfumspender kam aus der Konzernforschung", sagt Maybach-Produktmanager Patrick Marinoff. Es passe zum "Gesamterlebnis Maybach, dass wir jetzt auch noch den fünften Sinn unserer Kunden ansprechen". Mit dem richtigen Duft lasse sich "tatsächlich das Wohlgefühl der Passagiere beeinflussen und eine Art Tiefenentspannung erreichen", behauptet Marinoff.

Das glaubt auch Isabelle Burdel. Sie ist Parfumeurin in der französischen Duftmetropole Grasse und komponiert für wohlhabende Kunden individuelle Aromen. Wer bis zu sechs Monate Zeit und etwa 8000 Euro investiert, kann künftig von ihr auch einen persönlichen Maybach-Duft bekommen. "Der Geruchsinn ist unser schärfster Sinn. Er lässt sich nicht abschalten und funktioniert sogar im Schlaf", sagt die Expertin.

Nach kurzem Lüften soll die Parfumwolke verduften

Damit das funktioniert, haben die Maybach-Ingenieure anderthalb Jahre entwickelt und ein individuell dosierbares System konzipiert, das den Duft nicht nur in möglichst kleine Tröpfchen zerstäubt, sondern die Moleküle förmlich einzeln im Raum verteilt. Das dauert zwar etwas länger, riecht aber weniger aufdringlich. Und vor allem setzt sich das Aroma nirgends fest. Nach kurzem Lüften rieche der Wagen wieder ganz neutral, sagt Marinoff.

Das Schnupper-Spektakel alleine wäre zu wenig für ein Auto vom Kaliber des Maybach Zeppelin. Also wurde auch der Motor aufgepeppt. Zwei neue Turbolader holen aus dem Zwölfzylinder 28 Extra-PS, wodurch die Fuhre mit 640 PS zum stärksten Maybach aller Zeiten wird. Das Modell 62 - 6,17 Meter lang und fast 2,8 Tonnen schwer - schießt in 5,1 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Der etwas kleinere Maybach Zeppelin 57 schafft den Spurt gar in 4,9 Sekunden - und wird maximal 275 km/h schnell.

Die Daimler-Tochter mag nicht über Zahlen reden

Insgesamt hundert lange und kurze Exemplare des Sondermodells zum 100. Geburtstag der Maybach Motorenbau GmbH werden gebaut. Das Auto ist seit längerer Pause das erste Lebenszeichen von der Daimler-Tochter - die Konkurrenz präsentierte mit Bentley Mulsanne und Rolls-Royce Ghost kürzlich zwei komplett neue Autos.

"Wir fühlen uns nicht unter Zugzwang", sagt Produktmanager Marinoff. Gleichwohl verweigert er jedwede Prognose zur Zukunft von Marke und Modell. Seine Sicht der Dinge beschreibt er so: "Jetzt ist Maybach der einzige Hersteller, der nur Autos über 300.000 Euro im Angebot hat. So exklusiv ist keiner sonst."

Das mit der Exklusivität stimmt, im vergangenen Jahr wurden lediglich rund 300 Maybach-Autos verkauft. In diesem Jahr dürfte die Zahl noch niedriger liegen. Es sei aber durchaus so, dass jeder verkaufte Wagen "einen ordentlichen Deckungsbeitrag" leiste, sagt Marinoff. Ob damit nur das Defizit schrumpft oder tatsächlich ein Gewinn erzielt wird, lässt er offen.

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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
drache-fuchur 16.10.2009
1. Überflüssig
Überflüssiges Auto, überflüssiger Artikel und Leute die so etwas brauchen...siehe oben.
erben2 16.10.2009
2. Alter Hut
Zitat von sysopEin Duftbäumchen kann sich jeder ins Auto hängen, einen Hightech-Parfumspender gibt's nur im neuen Maybach Zeppelin. Der Lufterfrischer kostet 5000 Euro extra - Peanuts angesichts des Kaufpreises des PS-starken Sondermodells. http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/0,1518,655291,00.html
Ist das Sommerloch noch offen? Ich dachte die Zeit des Maybach wäre schon seit Ende des 2. Weltkrieges abgelaufen. Und jetzt das. Duftbaum, Parfumspender, Peanuts, Zeppelin. Hat man bei Mercedes eine Zeitmaschine erfunden und will uns nun alle mal kurz mit ollen Kamellen verwirren. Vielleicht steckt in dem Duftspender eine geheime Substanz, die uns verwirrt. "Oh ja, der Spiegel ist immer up to date. Dort sitzen die totalen Durchblicker und der Maybach ist so angesagt." Was muss man einem Pressebüro zahlen, damit es die Redaktion eines Magazins nötigt, seinen Leserinnen und Lesern eine derart laue Brühe anzudrehen? Maybach steht kurz vor der Einstellung, einen Zeppelin sehen die Menschen entweder in der Luft oder im Museum und von einem Online-Magazin mit fast 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erwartet man Aktualität und konzentration auf das Wesentliche. Kalten Kaffee finde ich langweilig.
Bezahler 16.10.2009
3. Hochnotwendig
Zitat von sysopEin Duftbäumchen kann sich jeder ins Auto hängen, einen Hightech-Parfumspender gibt's nur im neuen Maybach Zeppelin. Der Lufterfrischer kostet 5000 Euro extra - Peanuts angesichts des Kaufpreises des PS-starken Sondermodells. http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/0,1518,655291,00.html
ist es vielleicht nicht über die neusesten Gigs im Luxussegment orientiert zu werden.Aber trotzdem lese ich sowas für mein Befinden schon als gerne.Nehme das auch als zusätzlichen Ansporn um meinen Verdienst zu erhöhen. Wenn ich dann jedoch nach ausgiebiger Ansparphase ein derartiges Gefährt mein Eigen nennen darf,will ich mir wahrscheinlich die Sozialabgaben für den Fahrer nicht mehr leisten.
erben2 16.10.2009
4. Der ist so alt, der stinkt schon
Zitat von Bezahlerist es vielleicht nicht über die neusesten Gigs im Luxussegment orientiert zu werden.Aber trotzdem lese ich sowas für mein Befinden schon als gerne.Nehme das auch als zusätzlichen Ansporn um meinen Verdienst zu erhöhen. Wenn ich dann jedoch nach ausgiebiger Ansparphase ein derartiges Gefährt mein Eigen nennen darf,will ich mir wahrscheinlich die Sozialabgaben für den Fahrer nicht mehr leisten.
Die neuesten Gigs? Der Duft-Spender-Maybach-Wagen ist uralt und wurde schon auf dem Salon in Genf Anfang des Jahres gezeigt. Spiegel-Online hat schon mal über das Ding berichtet. Mindestens einmal.
knaxknarke 16.10.2009
5. Wer kauft so ein häßliches Auto?
Mal im Ernst: gibt es Leute mit so viel Geld und so wenig Geschmack? Häßlich, langweilig, stillos, überteuert. Mehr muss man zu Maybach nicht sagen. Lustig ist nur das Bild mit der aufgetakelten Kräuterhexe, die den "individuellen Maybach Duft" zusammenrührt. Völlig gaga. Andererseits: wer so viel Geld hat, dass er sich solch einen überteuerten Blechhaufen kaufen kann, der hat es ja auch nicht besser verdient. Strafe muss sein.
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