Autogramm Mazda CX-3 Alles an Bord!

Mazda hat sich zu einem SUV-Spezialisten entwickelt. Das liegt vor allem am Modell CX-5 und am kleineren CX-3. Letzterer wurde soeben überarbeitet - und dürfte den Erfolg seines Vorgängers fortschreiben.

Mazda

Der erste Eindruck: Ganz der Alte. Der CX-3 wirkt auch zwei Jahre nach dem Marktstart noch so frisch und frech, dass Mazda beim aktuellen Facelift den Designern eine Pause gönnte hat.

Das sagt der Hersteller: Mazda-Sprecher Jochen Münzinger bezeichnet den CX-3 als "Volltreffer im Segment der B-SUV." Schließlich habe es der kleine SUV aus dem Stand auf den zweiten Platz der Mazda-Verkaufsstatistik gebracht. Mit 14.305 Zulassungen im vergangenen Jahr ist der Wagen dem größeren CX-5 dicht auf den Fersen und hat klassische Karosserievarianten wie Mazda 3 oder Mazda 2 auf die hinteren Plätze verwiesen. Obwohl Mazda vergleichsweise spät auf den SUV-Trend reagierte, ist der Hersteller mittlerweile auch zu einer SUV-Marke geworden.

Das ist uns aufgefallen: Von wegen kleines Auto. Am Steuer fühlt sich der CX-3 wie ein ziemlich erwachsenes SUV an. Das liegt nicht allein an den zumindest vorne relativ großzügigen Platzverhältnissen, sondern vor allem am Fahrverhalten. Man hat den Wagen einfach gut im Griff, erst recht mit den neuen Lenkrädern, die gut zur präzisen Lenkung passen. Unterstützt wird das verbindliche Fahrgefühl durch ein angenehm straffes Fahrwerk und knackiges Getriebe, auch auf der Autobahn fühlt man sich selbst bei höheren Geschwindigkeiten gut aufgehoben. Insgesamt wirkt der CX-3 so aufgeweckt, dass es die von einer neuen Kamera am Innenspiegel ermöglichte Müdigkeitserkennung eigentlich gar nicht braucht.

Mazda

Die Mischung aus Vergnügen und Vertrauen verstärkt Mazda jetzt mit einer Softwarefunktion, die man schon von den größeren Modellen kennt: G-Vectoring-Control heißt sie, und sie nimmt beim Einlenken kurz etwas Last zurück und lässt dadurch den Vorderwagen minimal eintauchen. Das erhöht das Gewicht auf den Vorderreifen, die daher mehr Kraft übertragen können. Das ganze dauert nur 50 Millisekunden und man spürt davon nichts. Trotzdem ändert sich die Balance des Autos, es fährt besser um die Kurve.

Zugegeben, in der zweiten Reihe geht es für Passagiere jenseits des Grundschulalters ein bisschen enger zu, der Ausblick ist bescheiden und wer für zwei Wochen in den Familienurlaub fahren will, muss sparsam packen. Doch für die restlichen 50 Wochen ist der kleine SUV eine gelungene Familienkutsche, die den Wunsch nach einem größeren Auto schon im Keim erstickt.

Von der Lenkradheizung über das ausklappbare Head-up-Display bis zu LED-Scheinwerfern und einem Tempomat mit Abstandsregelung gibt es für das Auto alle Extras aus den höheren Klassen. Zusätzlich kann man den CX-3 als eines der wenigen Modelle in diesem Segment auch mit Allradantrieb bestellen. Der Wagen ist handlich genug für den Stadtverkehr und mit 4,28 Metern so kurz geschnitten, dass man leicht einen Parkplatz findet. Was nach hinten an Übersicht fehlt, kompensieren eine Rückfahrkamera und Sensoren, die beim Rangieren auch vor Querverkehr warnen.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Mazda CX3 - mit unserem 360-Grad-Foto:

Einen zweischneidigen Eindruck hinterlässt der CX-3 nur bei der Ausstattung. Auf der einen Seite wurde das Modell so weit aufgerüstet, dass es sogar mit einem Mercedes GLA oder einem Mini Countryman konkurrieren kann. Auf der anderen Seite patzt Mazda ausgerechnet beim Infotainment. Zwar gibt es einen Touchscreen samt Dreh-Drück-Steller, doch Smartphones können nur per Bluetooth verbunden und damit nicht zeitgemäß integriert werden.

Das muss man wissen: Die Modellpflege für den CX-3 erfolgt fließend und die Auslieferung der aktualisierten Fahrzeuge beginnt in diesen Tagen. Weil sich an der Hardware nur wenig geändert hat, bleiben auch die Preise gleich. Das Einstiegsmodell liegt nach wie vor bei 17.990 Euro. Dafür gibt es den CX-3 als Fronttriebler mit einem 2,0 Liter großen 120-PS-Benziner. Alternativ gibt es den gleichen Motor mit 150 PS und Allradantrieb. Und wer partout noch einen Diesel kaufen will, für den wird einen 105 PS starker 1,5-Liter-Selbstzünder, wahlweise mit Front- oder Allrandantrieb angeboten.

Dass der CX-3 so gut läuft, liegt nicht nur an der eigenen Stärke, sondern auch an der Schwäche der Konkurrenz. Während in diesem Segment die französischen Marken mit Renault Captur und Peugeot 2008 vorn dabei sind, tummeln sich die japanischen Konkurrenten Honda HR-V und Toyota C-HR erst seit Kurzem in diesem Segment, und die koreanischen Marken sind noch gar nicht vertreten. Bei den deutschen Volumenmarken ist das Angebot - vom etwas teureren Opel Mokka X einmal abgesehen - bislang dürftig: Der VW T-Rock kommt erst Ende des Jahres und Ford hat überhaupt kein Eisen in diesem Feuer.

Das werden wir nicht vergessen: Das nervige Alarmsignal der Spurführungshilfe. Denn die Elektronik brummt so laut, fies und vor allem früh, wenn man mal ein bisschen von der Ideallinie abkommt, dass sie eher verunsichert und nervt. Die Folge: Man schaltet das System nach dem zweiten Alarm einfach aus. Dann jedoch steigt das Risiko, dass der ansonsten ziemlich richtungsweisende CX-3 aus der Spur gerät.

Fahrzeugschein
Hersteller: Mazda
Typ: CX-3 (2017)
Karosserie: SUV
Motor: Vierzylinder-Benziner
Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe
Antrieb: Allrad
Hubraum: 1.998 ccm
Leistung: 150 PS (110 kW)
Drehmoment: 204 Nm
Von 0 auf 100: 8,7 s
Höchstgeschw.: 200 km/h
Verbrauch (ECE): 6,4 Liter
CO2-Ausstoß: 150 g/km
Kofferraum: 350 Liter
umgebaut: 1.260 Liter
Gewicht: 1.310 kg
Maße: 4275 / 1765 / 1535
Preis: 27.490 EUR


insgesamt 188 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
exHotelmanager 19.06.2017
1. Unsauberer Journalismus
"Wer partout noch einen Diesel kaufen will" ist eine unsachliche, rein persönliche Anmerkung des Autors, die technisch nicht begründbar ist (Direkteinspritzer Benziner sind ebenso kritisch!) und entwerten diesen Beitrag zu einem politischen-wirtschaftlich motivierten Gefälligkeitsbericht.
herm16 19.06.2017
2. wer
noch einen Diesel kaufen will! Hören Sie doch auf, den Diesel zu verteufeln
mariuscaesar 19.06.2017
3.
Warum werden in den Tabellen eigentlich nie die Gewichte der Fahrzeuge angegeben? Ist doch auch eine der wichtigsten Infos.
kenterziege 19.06.2017
4. Bei aller Sympathie für MAZDA....
Der C3 ist ein etwas hochgesetzter Kompaktwagen. Die ältere Generation sitzt höher und behält den Überblick. Das ist alles! Die kleinen Kisten haben noch nicht einmal Allrad-Antrieb. Den steilen Hügel im Schnee schaffen sie nicht. Aber was soll's: Die Menschen wollen so etwas haben. Manchmal auch nur, weil so ein Auto "nach etwas mehr" aussieht!
8°Nord 19.06.2017
5. Der Diesel is schuld an allem....
Als ob die abschaffung des Diesels alle Probleme lösen könnte..... Man ey Politik und Unternehmen (Alle! nicht nur VW) haben verpennt neue Technologien zu entwickel / fördern die eine Echte Alternative bieten und nicht zu unpraktisch oder zu teuer sind! Wo sind eig. die Hybrid Autos? wenn der Tägl. Arbeitsweg Elektr. gefahren werden könnte wäre das doch ne gute Übergangslösung. Li ion Akku Autos sind zur zeit blos Teure Zweitautos
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.