Von Jürgen Pander
Das SUV namens CX-7 im Programm, 4,70 Meter lang und knapp 1,9 Tonnen schwer, erfüllt theoretisch alle Anforderungen, die einen modernen Geländewagen ausmachen: erhöhte Sitzposition, wuchtiger Auftritt, elektronisch geregelter Allradantrieb, ordentlicher Laderaum. Dessen ungeachtet wird das Auto behutsam aber bestimmt außerhalb des Segments der überdimensionierten Geländewagen im postmodernen Look positioniert. Mazda nennt den CX-7 einen "Crossover-SUV".
Damit soll der Wagen interessant gemacht werden für Menschen, die einfach nur ein großes Familienauto suchen, und zugleich interessant bleiben für die selbstsichere SUV-Kundschaft. Die Masche funktioniert, weltweit wurden bereits 190.000 Exemplare des CX-7 verkauft - in Deutschland gab es in den ersten zehn Monaten dieses Jahres laut Kraftfahrt-Bundesamt 768 Neuzulassungen dieses Typs. Das wiederum dürfte die Verantwortlichen nicht ganz zufrieden stellen, doch es könnte besser werden.
Der Grund ist eine Überarbeitung des Modells, das dadurch optisch noch Geländewagen-untypischer und fahrerisch noch komfortabler wird; außerdem hat Mazda jetzt einen speziell für Europa entwickelten Dieselmotor ins Programm genommen, der dem Auto neuen Zuspruch bescheren dürfte. Der Vierzylinder-Selbstzünder mit 2,2 Liter Hubraum, Commonrail-Einspritztechnik und Turbolader erfüllt die Euro-5-Abgasnorm - und dazu trägt ein Novum bei: Denn das Modell ist das erste japanische Auto mit einem sogenannten SCR-System (Selective Catalytic Reduction), also einer Harnstoffeinspritzung in den Abgasstrom, um den Ausstoß schädlicher Stickoxide (NOx) zu minimieren.
Dem Fahrer ist das System nur in Form einer kleinen Cockpitanzeige präsent, die über den Füllstand des 15,5 Liter großen Ad-Blue-Tanks informiert. Ad Blue heißt die synthetisch hergestellte, 32,5-prozentige Harnstofflösung, die im SCR-Katalysator mit einem Druck von fünf Bar in den Abgasstrom gespritzt wird. Durch eine Reaktion der Harnstofflösung im heißen Abgas werden Stickoxide in harmlosen Stickstoff und Sauerstoff umgewandelt. Im Schnitt reicht eine Ad-Blue-Tankfüllung für 20.000 Kilometer - damit kann die Flüssigkeit bei den normalen Wartungsaufenthalten in der Werkstatt nachgekippt werden. Sollte die Ebbe im Tank eher einsetzen, erkennt das der Fahrer an der bereits erwähnten Anzeige im Cockpit.
Wenig Übersichtlichkeit, aber dennoch ein souveränes Fahrgefühl
173 PS leistet der Motor, das maximale Drehmoment liegt bei 400 Nm, und in Summe ergibt das ein Gefühl von Leichtfüßigkeit in dem massigen, durch allerlei Designkniffe jedoch optisch appetitlich angerichteten SUV. Der Motor harmoniert gut mit der Sechsgang-Handschaltung, zudem läuft die Maschine sehr ruhig. Wie zu erwarten, ist der offizielle Durchschnittsverbrauch von 7,5 Liter nicht zu erreichen - im Testschnitt bei überwiegend gemäßigter Überlandfahrt und einigen Kurzstrecken in der Stadt schluckte der Wagen 9,2 Liter.
Wenn das Auto Auslauf hat, ist es ein souveräner Begleiter. Wenn es enger wird auf der Straße, ist jedoch höchste Konzentration erforderlich. Denn das Auto ist ziemlich unübersichtlich. Besser wird es erst mit einer Einparkhilfe vorn und hinten (Aufpreis 452 Euro) oder einer Rückfahrkamera, die ab dem zweiten Ausstattungsniveau serienmäßig an Bord ist. Auffallend niedrig sind die Fondsitze positioniert, was einerseits zur enormen Kopffreiheit beiträgt, andererseits längere Etappen für Erwachsene unbequem macht. Ratlos dagegen macht zunächst einmal das Lenkrad. Dort befinden sind 17 Tasten und Bedienmöglichkeiten - die Hupe noch gar nicht mitgerechnet.
Vorübergehend bietet Mazda auch den CX-9 in Deutschland an
Mazda argumentiert, die Möglichkeit, allerlei Assistenzsysteme zu bedienen und dabei die Hände am Lenkrad lassen zu können, erhöhe die aktive Sicherheit. Vermutlich trifft das auf Vielfahrer auch zu, die tatsächlich blind die richtige Taste auf dem Volant finden. Für Novizen jedoch sind derart überladene Multifunktionslenkräder die reine Fummelei. Andererseits gibt es auch viel zu bedienen im CX-7, denn Mazda stattet den Wagen bereits ab Wert recht umfangreich aus. Klimaautomatik, Bordcomputer, Musikanlage mit CD-Spieler und MP3-Akzeptanz wollen schließlich eingestellt und geregelt werden.
Offiziell ist der CX-7 das Flaggschiff der hiesigen Mazda-Flotte, doch es geht noch größer. Der CX-9, ursprünglich für den US-Markt entwickelt, sollte auch in Russland verkauft werden. Seit dort das Autogeschäft lahmt, die Autos aber bereits in Europa stehen, dürfen nun auch deutsche Händler das 5,09 Meter lange Trumm mit drei Sitzreihen anbieten. Einen offiziellen Preis für das Auto gibt es nicht, ab circa 30.000 Euro dürften die Wagen vermutlich zu haben sein; in etwa also auf dem Niveau des gerade runderneuerten CX-7.
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