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Autogramm Mercedes C 300 Coupé: Hinten hört der Spaß auf

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Autogramm Mercedes C 300 Coupé: Flacher, enger, schneller Fotos
Daimler

So gehört sich das für ein Coupé: Die neue Baureihe der zweitürigen C-Klasse ist in jeder Hinsicht eleganter und sportlicher als die Limousinen- und Kombi-Modelle. Nur an einer Stelle hat es Mercedes etwas übertrieben.

Der erste Eindruck: Ein Coupé wie aus einem Guss, schick und schnörkellos - aber am Heck auch ein bisschen zu glatt.

Das sagt der Hersteller: "Das ist ein Auto, das man auch mal einfach nur zum Spaß fährt", sagt Mercedes-Entwicklungschef Thomas Weber über das neue C-Klasse Coupé. Während die Modellvarianten Limousine und Kombi vor allem zweckmäßige Transportmittel sind, soll der Zweitürer die lustvolle Alternative sein.

Das ist uns aufgefallen: Ab der A-Säule gibt es zwischen Coupé und Limousine kein gemeinsames Blechteil. Schon die Frontscheibe ist anders geneigt und insgesamt ist das Coupé vier Zentimeter flacher.

Um den Zwei- vom Viertürer auch im Fahrgefühl abzuheben, dafür war mehr nötig als lediglich die Luftfederung neu abzustimmen, dem Auspuffgeräusch mehr Timbre zu geben und die Unterstützung der Servolenkung etwas zurück zu nehmen.

Den Unterschied zur Limousine machen vor allem die neuen Sitze mit integrierten Kopfstützen, von denen man förmlich umschlossen wird. Tiefer ausgeschnitten und an der Lehne höher gezogen, nehmen sie einen für das Auto gefangen. Man fühlt sich dem Wagen näher und greift entsprechend engagierter zu - wohl auch deshalb, weil die Integralsitze einen spürbar besseren Seitenhalt bieten. Zudem sitzt man zwei Zentimeter näher an der Fahrbahn als in der Limousine. Klares Statement: Tieferer Schwerpunkt, mehr Sportlichkeit.

Logischerweise sind einige praktische Tugenden der C-Klasse auf der Strecke geblieben. Dass der Zustieg zum Fond mühsam ist, wird bei einem Coupé niemanden wundern. Sitzt man erst einmal hinten, sind Kopf- und Kniefreiheit auf der Rückbank zumindest auf Kurzstrecken erträglich.

Allerdings ist es wirklich unkomfortabel, dass der Öffnungsgriff am Kofferraumdeckel einer eleganten Designlinie geopfert wurde. Hier ging der Wille zur Schönheit zu weit: Denn um die Heckklappe aufzumachen, muss man jetzt entweder den Funkschlüssel aus der Tasche kramen oder einen Schalter in der Tür drücken.

Das muss man wissen: Anfang Dezember kommt das C-Coupé in den Handel. Die Preise beginnen bei 35.581 Euro und liegen damit knapp 2000 Euro über dem Viertürer. Weniger Auto für mehr Geld, sagen da die einen - mehr Emotionen pro Euro, so argumentieren die anderen.

Weil es Mercedes beim Coupé auch um Luxus geht, werden die schwächeren Motorvarianten gar nicht erst angeboten. Das Angebot startet vorerst beim C 180 mit 156 PS. Darüber gibt es drei weitere Benziner mit 184 bis 245 PS und alternativ zwei Diesel mit 170 oder 204 PS.

Während die Selbstzünder in den C-Klasse-Varianten Limousine und Kombi oft die erste Wahl sind, macht im Coupé der 300er-Benziner die bessere Figur. Schon allein deshalb, weil der Diesel seltsam tonlos klingt - als hätte man den Auspuff mit Watte verstopft. Der Vierzylinder-Benziner ist einfach drehfreudiger und lebendiger.

Parallel zu den konventionellen Motorisierungen startet auch die AMG-Version des Coupés. Und zwar in zwei Varianten, als C 63 mit 476 PS und als C 63 S mit 510 PS. Bis zu 290 km/h sind diese Modelle schnell, die Preise beginnen bei 77.826 Euro. Auch bei der Kraftkur gibt es übrigens einen deutlichen Unterschied zu Limousine und Kombi: Mehr denn je hat AMG auf die Eigenständigkeit der Baureihe geachtet und deshalb dem Coupé nicht nur den V8-Motor samt Sportfahrwerk eingepflanzt, sondern auch gründlich am Blech gearbeitet. Außer Dach, Türen und Heckdeckel gibt es keine Gleichteile mehr zur Großserie.

Das Coupé ist nach der Limousine und dem Kombi sowie der Langversion für China die vierte Variante der C-Klasse - und wahrscheinlich noch nicht die letzte. Nach allem, was man in Stuttgart so hört, macht Mercedes im Frühjahr beim Coupé noch einen beherzten Schnitt und bringt den Zweitürer auch als Cabrio.

Das werden wir nicht vergessen: Den Anschnall-Butler. Wie bei den Coupé-Varianten der E- und S-Klasse gibt es jetzt auch in der C-Klasse einen elektrischen Helfer, der den Gurt nach vorne fährt.

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insgesamt 94 Beiträge
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1. Hinten hört der Spaß auf?
kant4 10.11.2015
Verstehe den Titelzusatz nicht. Im Artikel klingt das nach einem schicken Fahrzeug.
2. Ist klar......
ctwalt 10.11.2015
C(!)-Klasse Coupe mit € 45.000,- Grundpreis.
3. So, so Anschnallbutler
vrdeutschland 10.11.2015
gab´s schon bei der Baureihe 126 im Coupé, ist so 30 Jahre her... Gut, daß man dies wieder aufgenommen hat. Die Griffleiste am Kofferaum, war bei den alten Mercedes häufiger ein Rostherd, vielleicht hat man deswegen darauf verzichtet :-D. Gab´s aber auch schon beim Alfa GT (156) und hat zu der schönen Linie an diesem Fahrzeug geführt. Ich hoffe mal beim C-Coupé gibt´s die sensorgesteuerte Kofferaumklappe serienmäßig, dann ist das mit dem "Schlüsselrauskramen" nämlich auch nicht mehr so tragisch.
4. Schönes Fahrzeug
kalim.karemi 10.11.2015
Nur bei den technischen Daten ist wohl was nicht ganz korrekt wiedergegeben, bitte noch,al nachschauen und korrigieren.
5. 250 km/h Endgeschwindigkeit bei 135 kW?
Marcel 10.11.2015
Das würde mich wundern, hier sind wohl die technischen Daten der einzelnen Modelle durcheinander geraten... . Den Gurtbringer gab es schon im C124 und C126; hoffentlich ist er nun etwas robuster, daß der Kunststoffeinsatz der Gurtführung nicht alle paar Jahre gewechselt werden muß...
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Fahrzeugschein
Hersteller: Mercedes
Typ: C 300 Coupé
Karosserie: Coupé
Motor: Vierzylinder-Benziner
Getriebe: Siebengang-Automatik
Antrieb: Heck
Hubraum: 1.991 ccm
Leistung: 245 PS (180 kW)
Drehmoment: 370 Nm
Von 0 auf 100: 6,0 s
Höchstgeschw.: 250 km/h
Verbrauch (ECE): 6,3 Liter
CO2-Ausstoß: 146 g/km
Kofferraum: 400 Liter
Gewicht: 1.565 kg
Maße: 4686 / 1405 / 1810
Preis: 44.804 EUR


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