Autogramm Mercedes E-Klasse Coupé Zum Verduften

Mehr Platz, frisches Design: Im Vergleich zum Vorgänger hat sich das Coupé der E-Klasse deutlich verändert. Sogar Spielereien leistet sich Mercedes bei dem Zweitürer - und ein Extra, das keiner braucht.

Daimler

Der erste Eindruck: Das E-Coupé sieht aus wie vom Bildhauer geschaffen, und nicht vom Blechbieger. Erst recht, wenn das Auto wie Marmor schimmert, so wie der Testwagen.

Das sagt der Hersteller: "Das E-Coupé entspricht den Wünschen von Individualisten mit dem Sinn für das Besondere", sagt Vertriebschefin Britta Seeger. Fragt man nach einer genaueren Beschreibung dieser Zielgruppe, sprechen die Schwaben von gesetzten Persönlichkeiten, die voll im Leben stehen, einen hohen Anspruch an das Design haben und Wert auf die Reisetauglichkeit legen. Von diesen gesetzten Reisenden gibt es offenbar eine ganze Menge: Zusammen mit Roadstern und Cabrios kommen die Coupés in der Mercedes-Statistik für das vergangene Jahr über alle Baureihen hinweg auf einen Absatz von 140.000 Fahrzeugen - gute zehn Prozent mehr als im Jahr davor.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Mercedes E-Klasse Coupés - mit unserem 360-Grad-Foto:

Das ist uns aufgefallen: E-Klasse bleibt E-Klasse? Von wegen. Der Unterschied zwischen Coupé und Limousine beschränkt sich nicht nur auf die Karosserieform und die beim Zweitürer weiterentwickelte und noch weiter reduzierte Designsprache. Es kommen auch noch ein paar liebevolle Kleinigkeiten hinzu. So flimmert beim Öffnen zum ersten Mal auch über die Rückleuchten ein Begrüßungsszenario: In den roten Reflektoren der Lampen funkeln winzige Glanzblättchen wie Sternenstaub. Und das mit seinem weiten Schwung im Vergleich zu BMW Fünfer und Audi A6 ohnehin schon eher verspielte Cockpit der E-Klasse sieht noch ein bisschen unkonventioneller aus, weil die Lüfterdüsen wie eine Mischung aus Turbinen-Triebwerken und der Lünette einer Uhr geformt sind.

Auch am Steuer merkt man einen Unterschied. Wo es die Limousine allen recht machen will und sich deshalb etwas beliebig fährt, wird das knapp zwei Zentimeter tiefer gelegte Coupé vor allem im Dynamic-Modus seinem sportlicheren Anspruch gerecht. Der Motor grollt dann und die Luftfederung ist nicht mehr ganz so butterweich.

Selbst die auffälligen länglichen Wölbungen auf der Motorhaube (Mercedes spricht von "Powerdomes") sind nun plötzlich mehr als eine pubertäre Protzerei der Designer - denn sie ziehen den Blick förmlich dorthin, wo die Musik spielt: auf die Straße.

Daimler

Das muss man wissen: Das Coupé der E-Klasse kommt Mitte März mit zunächst vier Motoren in den Handel: Es gibt drei Benziner vom E 200 mit 184 PS über den E 300 mit 245 PS bis hin zum E 400. Letzterer darf sich mit seinen 333 PS und 480 Nm im Zweitürer ein bisschen lauter, lebendiger und lustvoller geben als in der Limousine. Vorerst einziger Diesel ist der E 220d mit 194 PS und einem Normverbrauch von 4,0 Litern.

Die Preise für das mit allen üblichen Extras der E-Klasse lieferbare Coupé beginnen bei 49.052 Euro. Damit kostet der Zweitürer zwar noch immer rund 6000 Euro mehr als die Grundversion der identisch motorisierten Limousine. Doch gibt es dafür jetzt buchstäblich mehr Auto als früher. Denn das Coupé trägt nun nicht nur den Namen der E-Klasse, sondern nutzt statt der Bauteile aus der C-Klasse nun auch deren Plattform und legt deshalb in allen wichtigen Dimensionen deutlich zu: Zwölf Zentimeter mehr Länge, elf Zentimeter mehr Radstand und sieben Zentimeter mehr Breite - außen wird das Coupé so zu einem stattlichen und innen zu einem geräumigen Auto.

Natürlich muss man sich beim Einsteigen ein bisschen verrenken. Aber wenn man erst einmal in die tiefe Rückbank gefallen ist, scheuert man sich nicht gleich Kopf und Knie wund. Und man muss ja nicht gleich wieder ans Aussteigen denken.

Das werden wir nicht vergessen: Den fruchtig-süßlichen Duft im E-Coupé. Exklusiv für den Zweitürer haben die Schwaben nämlich ein neues Innenraumparfüm angerührt. Es heißt Daybreak. Das ist einerseits ein bisschen albern, andererseits aber auch konsequent: Schließlich will Mercedes das Coupé ja auch sonst mit allen Mitteln von der Limousine abgrenzen. Warum soll man den Unterschied da nicht auch riechen können?

Fahrzeugschein
Hersteller: Mercedes
Typ: E 400 4matic
Karosserie: Coupé
Motor: Sechszylinder-Turbo-Benzindirekteinspritzer
Getriebe: Neungang-Automatik
Antrieb: Allrad
Hubraum: 2.996 ccm
Leistung: 333 PS (245 kW)
Drehmoment: 480 Nm
Von 0 auf 100: 5,3 s
Höchstgeschw.: 250 km/h
Verbrauch (ECE): 8,1 Liter
CO2-Ausstoß: 183 g/km
Kraftstoff: Super
Kofferraum: 425 Liter
Gewicht: 1.845 kg
Maße: 4826 / 1860 / 1438
Preis: 64.807 EUR
Mehr zum Thema
Newsletter
Autotests: Die wichtigsten Modelle im Check


insgesamt 75 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
bejahen 21.03.2017
1. Schön aber ...
Sehr schönes Coupé aber ich bin immer mehr enttäuscht von den Herstellern ... es sieht meistens alles gleich aus ... ich selber fahre das Vorgänger Modell ohne mopf und muss sagen er grenzt sich schön ab zu den anderen Klassen wie a-b-c klasse etc ... alle Autos sehen gleich aus das nervt auf Dauer und nur damit man nicht auf Anhieb erkennt das von hinten eine a-klasse kommt oder doch ne s-klasse ... lasst euch mal was neues einfallen
brunosacco 21.03.2017
2. Firebird
Brennt der Benz auch gleich - siehe aktueller Millionenrueckruf? Da haette man vielleicht für das neue Innraumparfuem die Geruchsmischung "Aschewolke" anrühren sollen...Statt Innraumparfuem - Gottlieb Daimler wuerde sich ob dieser "lebensnotwendigen" Spielerei im Grabe umdrehen - waere eine Rückkehr zu den alten Markentugenden mehr als wünschenswert. Wenigstens hat der Etikettenschwindel eine Ende: E-Klasse Coupe bezahlen und C-Klasse Coupe bekommen. Das Beste oder Nichts eben...
WeEmm2010 21.03.2017
3. TOP Zweitauto
Das ist der richtige Ersatzwagen wenn wir unser Fünfer BMW mal wieder zu Werkstatt fahren müssen.
krypton8310 21.03.2017
4. Könnte man haben wollen
Schönes Auto. Abgesehen von den undefinierten Scheinwerfen fängt sich Mercedes langsam wieder beim Design. Hoffentlich wird der E400 ohne 4matic wie beim Vorgänger noch nachgereicht. Die frisst nur Sprit, ist schwerer, hat zusätzliche Fehlerquellen und verhindert die spaßigen Momente wenn das Heck mitlenkt...
rocketsquirrel 21.03.2017
5. Verdammt...
...ich werde wohl alt. Oder Mercedes hat einfach einen schönes Auto entwickelt. Egal - ich möchte einen. Sofort. Und praktischerweise muss ich zuvor nicht erst eine Klorolle häkeln.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.