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Autogramm Mercedes G 500 4x4: Hoch den Kasten!

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Mercedes G 500 4x4 hoch2: Soweit die Räder tragen Fotos
Daimler AG

Steile Geröllhalden, hüfttiefe Wasserläufe, kurvige Landstraßen: Der neue G 500 4x42 von Mercedes kennt kaum Grenzen. Portalachsen ermöglichen eine extreme Spreizung des Fahrwerks - und machen den Dreitonner zum Alleskönner.

Der erste Eindruck: Was für ein Brocken!

Das sagt der Hersteller: "Mit diesem Auto potenzieren wir die G-Klasse", sagt Gunnar Güthenke, der als Mercedes-Abgesandter in Graz, wo der Allrad-Urtyp bei Magna Steyr gebaut wird, den Produktbereich G-Klasse leitet. "Keine andere G-Klasse kommt im Gelände weiter, und keine ist auf der Straße so dynamisch", prahlt Güthenke und erklärt damit auch das kryptische Typenkürzel 4x42.

Gebaut wurde der Goliath unter den G-Modellen allerdings nicht aus reinem Übermut, auch wenn er genau jenen Eindruck vermittelt. Sondern eigentlich betreibt Mercedes mit dem Auto sogar eine gewisse Abrüstung. Denn der nicht minder abgehobene 6x6 sei von den Kunden als doch etwas zu wuchtig kritisiert worden. So gesehen ist der Neue eine Art "kleiner" Bruder des sechsrädrigen Kolosses.

Das ist uns aufgefallen: Sobald das Untersetzungsgetriebe aktiviert ist und die drei Differenzialsperren eingelegt sind, kennt diese G-Klasse kein Halten mehr. Bei knapp 50 Zentimetern Bodenfreiheit kraxelt sie so behände über Geröllfelder wie Luis Trenker einst auf den Langkofel; auch Wackersteine oder Wasserläufe - die Wattiefe beträgt einen Meter - können den Vorwärtsdrang nicht stoppen.

Dass sich die G-Klasse im Gelände wacker schlägt, ist keine große Überraschung - dafür wurde das Auto vor mehr als 40 Jahren ja entwickelt. Umso bemerkenswerter ist vor allem, wie das Trumm sich auf Asphalt bewegt. Weil die Räder unter den mit Karbonbändern verbreiterten Kotflügeln weiter auseinandergerückt wurden (Spurbreite plus 30 Zentimeter), steht der Wagen extrem breitbeinig da und kommt nahezu aufrecht um die Kurven. Während man in der normalen G-Klasse auf einer engen Passstraße oder bei flotter Fahrt auf der Autobahn öfter mal die Luft anhält, sägt das XXL-Modell präzise durch Serpentinen und bewahrt selbst bei höherem Tempo eine stoische Gelassenheit.

Dass die G-Klasse den Spagat zwischen Gelände und Straße so gut hinkriegt, liegt vor allem an den Portalachsen. Bei dieser Leihgabe aus dem Unimog sind die Radnaben nicht direkt mit den Achsen verbunden, sondern können dank eines Portalgetriebes deutlich tiefer befestigt werden. Das erhöht die Bodenfreiheit und gleichzeitig die Spurweite.

Zusätzlich erhielt das neue Modell 4x42 eine Verstelldämpfung aus dem Rallyesport, die von schier endlos langen Federwegen im Gelände per Knopfdruck auf eine straffe Anbindung für flotte Straßenfahrt umgestellt werden kann. Aus diesem Grund wird das Auto auf dem Salon in Genf mit zwei unterschiedlichen Radsätzen vorgestellt: Mit 325er Reifen auf 22-Zoll-Felgen für die Straße, und mit sogenannten Beadlock-Rädern fürs Gelände. Ein Ring am Felgenhorn stellt bei letzteren sicher, dass die Gummis auch auf wüstesten Offroad-Pisten nicht von den Felgen rutschen.

Im Motorraum kommt erstmals ein neuer V8-Motor zum Einsatz, der demnächst in alle passenden Baureihen übernommen wird. Abgeleitet vom Vier-Liter-Triebwerk aus dem Sportwagen AMG GT kommt das Aggregat auf 422 PS und schiebt den Dreitonner mit maximal 610 Nm Drehmoment mächtig an.

Das muss man wissen: Bis zur Publikumspremiere auf dem Autosalon in Genf nennt Baureihenchef Güthenke das Auto beharrlich ein "Showcar". Angeblich wollen die Schwaben erst nach der Messe und den Reaktionen der potenziellen Kundschaft entscheiden, ob der 4x42 in Serie geht. Zweifel daran hegt aber schon jetzt keiner mehr. Bereits vom 6x6 wurden knapp 150 Exemplare verkauft, und dieses Ergebnis sollte der 4x42 locker toppen können. Auch beim Preis bleibt Güthenke noch ziemlich vage. 300.000 Euro dürften als grober Richtwert passen.

Das werden wir nicht vergessen: Abseits der Straße ist die Extrem-G-Klasse kaum zu stoppen; und auf Asphalt benimmt sie sich handlicher denn je. Dennoch verlangt der massive Alleskönner dem Fahrer einiges ab. Weniger am Steuer als auf dem Weg dorthin. Denn bei einer Schwellenhöhe von knapp einem Meter wird schon das Einsteigen zur Kletterpartie.

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insgesamt 80 Beiträge
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1. Hammer
stefan.p1 25.02.2015
jetzt werde wieder viele jammern wie überflüssigund umweltschädlich das Auto ist - echt haben sie. Aber ein geiles Stück deutscher Autobaukunst. Deswegen ist Deutschland auf dem KFZ - Sektorweltweit die Nr 1. Billig und vernünftig können die anderen.
2. G-Klasse mit Unimog-Fahrgestell
huettenfreak 25.02.2015
Man nehme eine G-Klasse-Karosse, setze sie auf ein Unimog-Fahrgestell und fertig ist der Über-G! Keine schlechte Idee. Allerdings, die neue Spurbreite sieht auch rein optisch schon grenzwertig aus. So breite Plastikkotflügel erinnern mich an den Patrol GR;-)
3. 3 Tonnen Potenz ...
susiwolf 25.02.2015
Schon der Schriftzug: Potenz ! Das "P" gibt dem Fahrer -meistens wohl 'Männer' - schon die 'berühmte' P-Verlängerung ! Sprich: Hier bin ich Mann, hier darf ich's sein ... Der (hervor ragende) Haltegriff für den Beifahrer ist wohl nur ein Ausdruck dafür, wie gefährlich solche 'über Stock und Stein' - Touren sein könnten. Bleibt zum Schluss die Frage, ob die Insassen das Abenteuer solcher (abseits gelegenen) Touren gesundheitlich ungeschoren überleben ? Ein Schluck aus der Pulle wäre sicherlich erholsam - danach ! Der Schluck aus der Zapfsäule allerdings weniger ... Männer gönnen sich ja sonst nichts !
4. Was soll´s?
Nachteuie 25.02.2015
Wer so viel Geld hat und es für ein Extrem-Geländefahrzeug ausgeben will sollte sich nen aktuellen Unimog der U300 oder U400 Serie kaufen: Der hat alles was dieser neue 4 x4 ² auch hat, hat aber 24 Vorwärts- und Rückwärtsgänge, viel bessere Übersicht über die Karosserie, größere Waattiefe, Teligentschaltung, gleich mehrere Hydraulikantriebe,.......der kommt im Gelände sicherlich mindestens so weit wie auch der neue 4 x4 ² kommt - verbraucht aber wahrscheinlich nur die Hälfte - und das mit einem Euro 4 zertifiziertem Motor - was der V8 meines Wissens nach nicht ist. Und billiger ist so ein Teil auch noch.....aber auf der Autobahn ist mit dem Unimog (sinnvollerweise) halt eben gesetzeskonform bei 80 km/h Schluss. Und machen wir uns nichts vor, wenn der neue 4 x 4 ² gebaut wird und gekauft wird, dann wird er auf der Autobahn unterwegs sein und die Kinder von Oligarchen in die Achule kutschieren, aber sicher höchst selten "echtes Gelände" sehen....Ich persönlich finde den Gedanken, dass es Leute gibt die 300.000 € für einen PKW ausgeben ( der laut Statistik in der Regel täglich nur 1,4 Passagiere über nur 7,4 km transortiert ) einfach nur abartig.
5. Na na die sollen das Absurdistan nicht zuweit treiben
blob123y 25.02.2015
das ist ein 2 x 2 wie jeder sehen kann und nicht 4x4 denn da muesste er ja 16 Raeder haben na? > zaehlen!
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Fahrzeugschein
Hersteller: Mercedes
Typ: G 500 4x4 hoch2
Karosserie: Geländewagen
Motor: V8-Turbo-Benziner-Direkteinspritzer
Getriebe: Siebengang-Automatik
Antrieb: Allrad
Hubraum: 3.981 ccm
Leistung: 422 PS (310 kW)
Drehmoment: 610 Nm
Höchstgeschw.: 210 km/h
Kofferraum: 250 Liter
umgebaut: 1.580 Liter
Gewicht: 2.996 kg
Maße: 5510 / 2185 / 2235


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