Autogramm Mini Cabrio Heiter bis ulkig

Dach weg, Sonne rein: Mini präsentiert sein neues Cabrio. Wo der Hersteller sonst mit verspieltem Firlefanz nervt, bietet er jetzt eine durchweg praktische App.

Von

MINI

Der erste Eindruck: Mini bleibt Mini, ob mit oder ohne Dach. Die Kulleraugenscheinwerfer mit den LED-Brauen, die Pausbacken und der viele Zierrat machen das Modell unverkennbar. Allerdings sieht der Wagen offen noch ein bisschen sportlicher aus.

Das sagt der Hersteller: Für Mini-Chef Peter Schwarzenbauer ist das Cabrio in mehrfacher Hinsicht ein kleiner Sonnenschein. Das Auto sei größer als der Smart und luftiger als ein Fiat 500 oder ein Citroën DS3 und damit das einzige echte Cabrio im Kleinwagensegment. Zudem erwirtschafte die Marke mit dem Modell auch ordentlich Gewinn.

Das liege vor allem daran, dass der durchschnittliche Mini-Kunde - und erste recht der durchschnittliche Mini-Cabriofahrer - mehr Extras als ein BMW-Käufer ordere. Die höher motorisierten und üppig ausgestatteten Varianten seien besonders beliebt, sagt Mini-Sprecher Andreas Lampka.

Für das Selbstbewusstsein der britischen BMW-Tochter ist der offene Mini von unschätzbarem Wert: Denn obwohl es ein Nischenauto bleibt, ist es das meistverkaufte Cabrio des Konzerns.

Das ist uns aufgefallen: Es sind genau 18 Sekunden, die beim Mini den Unterschied ausmachen. So lange dauert es, bis das Verdeck zurückgeschoben und hinter der Rückbank zusammengefaltet ist. Weil die Aufklapptechnik mittlerweile komplett elektrisch funktioniert, passiert das alles viel leiser als beim Vorgängermodell.

SPIEGEL ONLINE
Von den Fahreigenschaften unterscheidet sich das Cabrio nicht vom geschlossenen Dreitürer, der bei Mini beharrlich "Hatch" heißt. Das Mehrgewicht des Cabriolets ist zumindest beim Cooper S mit vorwitzigen 192 PS und 300 Nm Drehmoment nicht zu spüren. Und ob mit oder ohne Dach ist die Karosserie so steif und stabil, dass auch auf wirklich schlechten Straßen nichts mehr knarzt und knackt im Gebälk.

Doch mit geöffnetem Verdeck, das gilt für fast alle Cabrios, ist die Fahrt einfach intensiver. Weil die Frontscheibe steil steht und sich nicht, wie bei vielen anderen offenen Autos, wie ein Vordach weit bis über die Sitze zurücklehnt, bläst einem der Fahrtwind stürmisch um den Kopf. Hinzu kommt, dass man den Motor besser hören und spüren kann und so noch mehr Lust bekommt, mit dem Winzling um die Ecken zu kratzen.

Das Cabrio ist sogar etwas alltagstauglicher als der normale Dreitürer - zumindest so lange das Dach offen ist. Denn dann müssen sich die Hinterbänkler beim Einsteigen nicht mehr verrenken. Etwas mehr Platz als beim Vorgängermodell gibt es auch, was an der neuen Plattform liegt.

Ein paar Schattenseiten hat der Wagen trotzdem: Der Kofferraum zum Beispiel ist zwar gegenüber dem Vorgängermodell um 25 Prozent gewachsen, fasst aber bei geöffnetem Dach trotzdem nur 160 Liter. Die Klappe ist ein besserer Briefkastenschlitz. Da hilft auch die "Easyload"-Funktion nicht viel, mit der man das eingefaltete Dachpaket etwas anheben und die Luke zum Laden vergrößern kann. Denn die Riegel für diesen Mechanismus sind so sperrig, dass sie sich im beladenen Kofferraum kaum mehr schließen lassen.

Das Verdeck kann man zwar auch wie ein Schiebedach nutzen und nur die vordere Hälfte öffnen und das Ganze auch cool vom Straßencafé aus per Fernbedienung aktivieren. Aber dafür lässt sich das Dach während der Fahrt nur bis Tempo 30 bewegen. Und auch mit der Sicht ist das so eine Sache. Ist das Verdeck offen, sieht man im Rückspiegel kaum mehr als das Bündel Stoff hinter der Rückbank. Ist das Dach zu, verstellen breite Textilbahnen den Schulterblick. Vielleicht ist auch das ein Grund, weshalb Rückfahrkamera und Parksensoren so beliebt sind und die Ausstattungsquote nach oben treiben.

Das muss man wissen: Während andere Hersteller für Nischenmodelle und Karosserievarianten nur ein reduziertes Motorenprogramm anbieten, geht Mini beim Cabrio in die Vollen. Es gibt vier Benziner, vom Mini One mit 102-PS-Dreizylinder bis zum 231 PS starken Tuning-Modell John Cooper Works. Außerdem zwei Diesel mit 116 oder 170 PS. Die Spitzengeschwindigkeiten liegen damit zwischen 190 und 242 km/h, die Normverbrauchswerte bei 3,8 bis 6,5 Litern.

Im Handel ist das Cabrio seit dem 5. März zu Preisen zwischen 21.900 und 33.500 Euro. Daraus ergibt sich gegenüber dem Dreitürer ein Frischluftzuschlag von 3500 bis 4000 Euro.

Das werden wir nicht vergessen: Endlich mal ein sinnvolles Bordprogramm fürs Auto! Für den Mini gibt es eine App, die über das Infotainmentsystem vor Regen warnt. Ein Cabrio mit integriertem Wetterfrosch - das ist echter Service.

Mehr zum Thema
Newsletter
Autotests: Die wichtigsten Modelle im Check


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 39 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
johannesbueckler 08.03.2016
1. Sehr geehrter Herr Grünweg,
wenn Sie die Wetterlage nicht mehr selbst erfassen können und ein Warnsystem für Regen brauchen, mal flott einen Kurs bei der VHS belegen. Aber Tornado-Warnungen gibt's auch mit dem Handy ohne Option, die zum Upgrade in die Werkswerkstatt ruft. Nebenbei hängt der Blick über den Rückspiegel auch von der Fahrergroeße ab...... Mehr Blick bedeutet aber auch mehr Sturmfrisur, da habe Sie recht.....
brux 08.03.2016
2. Toll
Das Tolle an solchen lifestyleangeberautos ist, dass man die Deppen schon von weitem erkennt. Hilfreich.
jthensel 08.03.2016
3.
Warum dieser "Journalist" der unter unzähligen Pseudonymen in verschiedenen Online Seiten Artikel über Autos auf Niveau eines Zehntklässlers schreibt, immer noch bei Spiegel Online rumfuhrwerkt ist mir ehrlich gesagt ein absolutes Rätsel. Diese Artikel haben null Relevanz und sind nicht mal ansatzweise lesenswert.
assiwichtel 08.03.2016
4.
Zitat von jthenselWarum dieser "Journalist" der unter unzähligen Pseudonymen in verschiedenen Online Seiten Artikel über Autos auf Niveau eines Zehntklässlers schreibt, immer noch bei Spiegel Online rumfuhrwerkt ist mir ehrlich gesagt ein absolutes Rätsel. Diese Artikel haben null Relevanz und sind nicht mal ansatzweise lesenswert.
Interessant auch, dass Thomas Geiger als "Thomas Geiger" über des gleiche Auto bei der Online-Seite der Welt deutlich bessere Artikel verfasst. (OK, auch da ist noch viel Luft nach oben.)
rumal55 08.03.2016
5. Ineressant
dem Autor ist aufgefallen, ! ! das Verdeck dieser Apfelsinenkiste schließt in ..18..Sekunden. Fahre ein Cabrio Baujahr 1999, bei dem das Verdeck für den Vorgang ..6.. Sekunden benötigt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.