Mitsubishi Outlander: Fuji voraus

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Den Pajero kennt beinahe jeder. Doch mit dem Outlander konnte Mitsubishi bis dato wenig Punkte machen. Obwohl der Geländegänger exakt in den SUV-Boom fuhr, wollte von ihm kaum einer etwas wissen. Das soll mit der zweiten Auflage endlich anders werden.

Thomas Kursch ist sich sicher: "Das Segment der kompakten Geländewagen wird weiter wachsen." Von 41.000 Autos zur Jahrtausendwende soll die Zahl der Zulassungen in dieser Nische bis 2010 auf 140.000 Autos steigen. Und während viele Wettbewerber ihre Fahrzeuge in dieser Klasse erst noch an den Start bringen müssen, ist Mitsubishi schon seit vier Jahren vertreten. Doch mitbekommen hat das sehr zum Leidwesen des deutschen Geschäftsführers Kursch kaum jemand. Denn bei lediglich 11.000 Zulassungen in vier Jahren kann man beim Outlander nun wirklich nicht von einem Erfolg reden. "Ohne Dieselmotor hatten wir in diesem Segment einfach keine Chance", sagt Kursch selbstkritisch und blickt nun optimistisch in die Zukunft. Am 24. Februar kommt die zweite Generation des Modells in den Handel. Und die ist nicht nur schöner und moderner – sie bekommt vor allem den lang ersehnten Selbstzünder.

Außerdem ist der Outlander, der sich optisch an die Studie Pajero Evo 2+2 aus dem Jahre 2002 anlehnt und den neuen, vom Mount Fuji inspirierten Frontgrill in die Landschaft reckt, in jeder Dimension ein paar Zentimeter gewachsen. Die Länge legte um zehn und die Breite um fünf Zentimeter zu, was dem Innenraum zu Gute kommt. Der ist bei insgesamt nun 4,64 Metern Außenlänge so groß, dass es auf Wunsch eine dritte Sitzreihe gibt, die mit wenigen Handgriffen aus dem Wagenboden geklappt werden kann. Für Erwachsene ist sie zwar nur eine Notlösung. Aber die C-Jugend kann der Trainer so bequem zum Sportplatz bringen. Außerdem ist der Aufpreis mit 2000 Euro inklusive Xenon-Scheinwerfern und abgedunkeltem Glas moderat. Wird die dritte Reihe nicht benötigt, fasst der Outlander nun hinter der geteilten Heckklappe bis zu 1691 Liter – gut 50 Prozent mehr als früher.

Der ersehnte Dieselmotor wird von VW zugekauft

Den für die großen Hoffnungen so wichtigen Dieselmotor bestellt Mitsubishi bei VW und erhält einen zwei Liter großen Vierzylinder mit Pumpe-Düse-Technik und serienmäßigem Rußpartikelfilter, der auch schon im Modell Grandis zu Werke geht. Der überraschend ruhige Ölbrenner leistet 140 PS und geht von einem sechsstufigen Schaltgetriebe sehr ordentlich geregelt mit bis zu 310 Nm ans Werk. So schafft er den Sprint auf Tempo 100 in 10,8 Sekunden und wird mit 187 km/h auch auf der linken Spur nicht zum Bremser. Außerdem liegt der Verbrauch bei mageren 6,7 Litern.

Zwar will der Outlander - anders als der Dakar-Seriensieger Pajero - kein waschechter Geländewagen sein. Doch so ein bisschen vom Allrad-Mythos bekommt er über Unterfahrschutz, Seitenschutzleisten und Dachreling hinaus trotzdem mit auf den Weg. So haben die Japaner eine elektronische Lamellenkupplung eingebaut, die drei Betriebsarten zulässt. Im Sommer und auf trockener Straße empfehlen die Ingenieure, auch um Sprit zu sparen, den reinen Frontantrieb. Und auf Schnee oder im Schlamm lässt sich die Kraftverteilung zwischen vorn und hinten fixieren. Doch die meiste Zeit fährt man im Automatikmodus, der situationsabhängig und elektronisch für einen Ausgleich der Kräfte sorgt. Auch wenn der Dieselmotor wichtig ist, wollen die Japaner nicht ganz auf einen Benziner verzichten und reichen im Herbst zunächst einen 2,4-Liter mit 170 PS nach, für den es dann auch ein stufenloses CVT-Getriebe geben wird. Damit sinkt der Einstandspreis von 28.990 auf 26.990 Euro. Außerdem im Gespräch ist ein 220 PS starker V6-Motor.

Basismodell für die SUVs von Peugeot und Citroen

Wird der Outlander zu einem Erfolg, dann hat er viele Väter. Denn die Plattform stammt aus einer Kooperation unter anderem mit Chrysler und wird mittelfristig insgesamt zehn Modelle vom Dodge Caliber bis zum Mitsubishi Lancer tragen. Der Dieselmotor kommt von VW, und der Benziner ist ein "Weltmotor", auf den ebenfalls die Chrysler-Group und außerdem noch Kia und Hyundai Zugriff haben. Dennoch haben die Mitsubishi-Ingenieure viel Eigenleistung eingebracht, erklärt Pressesprecher Albrecht Trautzburg. "Die haben ihre Nase ganz tief in die Technik gesteckt", sagt er und verweist unter anderem auf die elektronischen Kennfelder für den Allradantrieb oder das Zwei-Massen-Schwungrad, das dem ursprünglichen Rumpeldiesel ordentliche Manieren beigebracht hat.

Ob der neue Outlander besser ankommen wird als sein Vorgänger, wird natürlich erst der Markt zeigen. Doch Mitsubishi-Chef Kursch ist zuversichtlich: Nachdem vom Vorgänger im letzten Jahr nur 1200 Autos verkauft wurden, rechnet er für 2007 mit stolzen 7500 Neuanmeldungen. Diesen Optimismus gründet er auch auf den Erfolg in Japan, wo der neue Outlander bereits seit Ende 2005 am Start ist. Dort hatten die Strategen für das erste Jahr mit 17.000 Autos geplant, und dann fast die doppelte Anzahl verkauft. Außerdem haben die Japaner zwei besonders wichtige Großkunden gewonnen, die mit einer Abnahme von 30.000 Autos im Jahr allein für die Auslastung der japanischen Fabrik sorgen dürften. Denn bis auf die Motoren und ein paar Design-Retuschen wird es den Outlander ab dem Sommer auch als Peugeot 4007 und als Citroen C-Crosser geben.

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Fahrzeugschein
Hersteller: Mitsubishi
Typ: Outlander Diesel
Karosserie: Geländewagen/Pickup/SUV
Motor: Vierzylinder-Diesel
Hubraum: 1.968 ccm
Leistung: 140 PS (103 kW)
Drehmoment: 310 Nm
Von 0 auf 100: 10,8 s
Höchstgeschw.: 187 km/h
Verbrauch (ECE): 6,7 Liter
CO2-Ausstoß: 177 g/km
Kraftstoff: Diesel
Kofferraum: 541 Liter
umgebaut: 1.691 Liter
Preis: 28.990 EUR
Fotostrecke
Mitsubishi Outlander: Der erste im Trio


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