Von Jürgen Pander
Crossover sagen die Automanager immer dann, wenn auch sie nicht so recht wissen, welcher Kategorie ein Modell denn nun zuzuordnen ist. Meist handelt es sich um Fahrzeuge, die etwas bulliger als üblich aussehen, aber nicht ganz so klobig sind wie ein Geländewagen; die reichlich Platz bieten, aber eben doch nicht so geräumig sind wie ein Van. Mischmasch-Typen eben - so wie der Mitsubishi Outlander. Die Statistiker des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) ordneten den Wagen stets dem SUV-Segment zu, und bislang störte das auch niemanden.
Jetzt jedoch hat Mitsubishi den Outlander überarbeitet und teilt mit, dass damit eine "veränderte Positionierung in Richtung anspruchsvoller Mittelklasse-Kombi" verbunden sei. 2735 Exemplare wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres vom Mitsubishi Outlander verkauft. Damit rangiert er ungefähr auf dem Niveau von Wettbewerbern wie dem Honda CR-V oder dem Ford Galaxy.
Was macht den Wagen plötzlich zum Kombi? Mitsubishi stützt die Aussage vor allem auf die Tatsache, dass mit der Modellüberarbeitung nun auch eine neue Einstiegsvariante angeboten wird, die mit Front- statt Allradantrieb und mit dem kleineren der beiden Benzinmotoren ausgestattet ist, dem 2-Liter-Vierzylinder mit 147 PS Leistung. Mehr ist auch gar nicht nötig, die Maschine ist potent genug, um den gut eineinhalb Tonnen schweren Outlander angemessen zu bewegen.
Happiger Spritverbrauch trotz behutsamer Fahrweise
Schon nach wenigen Kilometern Fahrt aber werden wir misstrauisch, denn der vom Bordcomputer ermittelte Durchschnittsverbrauch liegt im Stadtverkehr bei mehr als 12 Litern. Auch nach einer Autobahnetappe zeigt das Gerät immer noch 8,8 Liter an. Der Check mit dem Taschenrechner nach dem Tanken bestätigt dann die Befürchtung: 10,7 Liter Durchschnittsverbrauch ermitteln wir nach 156 Kilometern behutsamen Outlander-Fahrens bei zeitweise komplett ausgeschalteter Klimaanlage - das deutet entweder auf unzeitgemäße Technik oder einen undichten Tank hin.
Für erstere Vermutung spricht einiges. Eine Start-Stopp-Automatik etwa gibt es nicht. Ebenfalls verzichten muss man auf einen sechsten Gang des Schaltgetriebes. Und auch so etwas simples wie Leichtlaufreifen sind am Testwagen nicht zu finden. Offiziell übrigens gibt der Hersteller den Wagen mit einem Verbrauch von 8 Litern an.
Klasse Raumangebot, clever gemachte Heckklappe
Ansonsten vermag der Mitsubishi Outlander durchaus zu gefallen. Das Platzangebot ist vorn wie hinten lobenswert. Ebenso ist die Rundumsicht gut. Und die Idee, die Heckklappe zu teilen und sowohl oben als auch unten anzuschlagen, ist auch nicht schlecht. So lassen sich auch sperrige oder schwere Lasten einfach und ohne Ladekante ins Gepäckabteil schieben - oder man kann die untere Klappe als Sitzbank auf dem Rastplatz nutzen.
Die Instrumentierung rund um den Fahrerplatz ist recht ansprechend gestaltet. Man findet sich rasch zurecht, die beiden Rundinstrumente im Cockpit sind hübsch gemacht und auch die verchromten Regler für die Klimaanlage überzeugen. Einen Schnitzer jedoch erlauben sich die Mitsubishi-Einrichter bei der Plastikabdeckung der Türkonsole, dort wo auch die Bedienung der elektrischen Fensterheber platziert ist. Das Material ist derart billig, dass man schon durch dezenten Fingernageleinsatz Kratzer erzeugen oder seine Initialen einritzen kann. Bei einem Auto, das mindestens 21.990 Euro kostet, darf so etwas eigentlich nicht vorkommen.
Ab jetzt trägt auch der Outlander einen Kampfjet-Kühlergrill
Mit der Renovierung des Wagens wurde auch die Karosserieoptik dezent verändert. Die Motorhaube ist neu, in den Außenspiegelgehäusen sitzen nun LED-Blinker, es gibt neue Metalliclackfarben (Aufpreis 560 Euro) sowie neu gestaltete vordere Stoßfänger und Radhäuser.
Neu ist auch der so genannte Jetfighter-Frontgrill. Die martialische Metapher ist kein Zufall, denn Mitsubishi baut auch das Kampfflugzeug F-2 - und dessen Look diente den Pkw-Designern als Inspiration bei der Gestaltung des Kühergrills. Ob das zu einem braven Familienwagen wie dem Outlander passt? Zumindest steigert es den Wiedererkennungswert.
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