Autogramm Nissan Micra: Der Herzensbrecher ist zurück

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Nissan Micra: Der Charme ist zurück Fotos
Nissan

Einst ein Liebling der Frauen, verschlaffte der Micra über die Jahre zum Allerweltskleinwagen. Jetzt verleiht Nissan dem Auto wieder Charme. Außerdem hat die Neuauflage eine clevere Einparkhilfe an Bord - und ein todsicheres Mittel gegen Punkte in Flensburg.

Der erste Eindruck: Wenn Autohersteller von einem Facelift sprechen, ändern sie an ihren Modellen meistens bloß ein paar Chromleisten. Doch beim Micra hat Nissan diesmal richtig zugelangt - und dem Kleinen ein komplett neues Erscheinungsbild spendiert. Andere Scheinwerfer, eine stärker konturierte Haube, geänderte Kotflügel und vor allem der neue Kühlergrill betonen nicht nur die Familienbande mit dem Juke und dem neuen Note, sie geben dem zuletzt so gesichtslosen Kleinwagen endlich auch wieder Charakter.

Das sagt der Hersteller: Geraldine Ingham scheut sich nicht, den Micra als "Frauenauto" zu bezeichnen - eigentlich sind die Hersteller mit solchen deutlichen Rollenverteilungen vorsichtig. Aber für die Nissan-Marketingchefin ist der Kleinwagen für die Stadt geschaffen und die passende Ergänzung zum familienfreundlichen Note und dem eher maskulinen Juke.

Dabei kommt dem Micra laut Ingham eine besondere Bedeutung zu. Zum einen, weil er weltweit die größten Stückzahlen erreicht und als erstes Modell der neuen Kleinwagenplattform des Konzerns entsprungen ist. Zum anderen bildet er mit drei Jahrzehnten Modellhistorie und über sechs Millionen Zulassungen die Basis für die gesamte Nissan-Palette. "Er mag klein sein", sagt Ingham, "doch wir sind sehr stolz auf den Micra und auf alles, wofür er steht."

Das ist uns aufgefallen: Dass Nissan es nicht bei der frischen Frontpartie belassen hat. Der Micra bekommt auch ein gründlich modifiziertes Heck und ein neues Interieur. Die gesamte Mittelkonsole ist umgebaut und trägt jetzt wie der neue Note eine kreisrunde Klimazentrale. In den gehoben Modellvarianten bietet er außerdem ein cleveres Navigationssystem mit Online-Verbindung. Routenpläne und Sonderziele lassen sich damit vom Rechner zu Hause direkt ins Auto schicken.

Weitere Glanzstücke sucht man im Cockpit leider vergebens: Schmucklose Instrumente und eine graue Kunststoffwüste prägen das Bild. Auch der neue Wildleder-Look für die dünnen Sitze kann die Tristesse nicht aufheitern.

Dafür punktet der Micra mit viel Spaß beim Rangieren. Was in größeren Fahrzeugen schnell lästig ist, macht mit dem kleinen Japaner richtig Laune. Mit einem Wendekreis von 9,30 Metern ist er handlicher als viele seiner Konkurrenten. Und wer trotz des knappen Formats und der guten Übersicht noch Probleme beim Parken hat, dem helfen jetzt zwei neue Sensoren. Im Vorbeifahren vermessen sie die Lücke und sagen an, ob sich ein Versuch überhaupt lohnt.

Das muss man wissen: Wenn der aufgefrischte Micra im September in den Handel kommt, muss man dafür etwas tiefer in die Tasche greifen: Mit einem Grundpreis von 11.250 Euro ist er etwa 400 Euro teurer als bisher. Es gibt den 3,80 Meter kurzen und 980 Kilo leichten Wagen ausschließlich mit dem bekannten Dreizylinder-Benziner, der aus seinen 1,2 Litern Hubraum als Sauger 80 PS und als Turbo 98 PS holt.

Das werden wir nicht vergessen: Wie gut dieses Auto vor Strafzetteln auf der Autobahn schützt. Denn selbst der 98 PS starke Turbo-Motor des Topmodells wirkt so müde, dass er nur mit sehr viel Anlauf und Geduld überhaupt in einen Geschwindigkeitsbereich vorstößt, in dem ein empfindliches Bußgeld oder gar ein Punkt in Flensburg droht.

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1.
_derhenne 10.07.2013
Warum sollte man sich so einen aufgeblasen Plastikbomber leisten? Man hat heute vermehrt das Gefühl, dass man 50 Volumenprozent Trennwände, Dämmstoffe und Füllmasse durch die Gegend fährt. Wenn man in diesen klobigen - adipös wirkenden - Elektrogräbern wenigstens Platz hätte, aber nix da! "Filigran" ist wohl out, grobschlächtig ist in. :( Geschmacklos.
2. mecker mecker mecker
cor 10.07.2013
Zitat von _derhenneWarum sollte man sich so einen aufgeblasen Plastikbomber leisten? Man hat heute vermehrt das Gefühl, dass man 50 Volumenprozent Trennwände, Dämmstoffe und Füllmasse durch die Gegend fährt. Wenn man in diesen klobigen - adipös wirkenden - Elektrogräbern wenigstens Platz hätte, aber nix da! "Filigran" ist wohl out, grobschlächtig ist in. :( Geschmacklos.
Sind Sie dann fertig mit Ihrer argumentationsfreien Verbalmasturbation? Überhaupt schon mal irgendeinen Nissan Micra gefahren oder einfach nur schlechte Laune? Der Vorgänger war jedenfalls ein gutes und günstiges Fahrzeug. Einfach zum Einparken, nicht zu gross, kleiner Wendekreis und es reicht locker für einen normalen Einkauf.
3. keine Scham
freiheitsk 10.07.2013
Sieht gar nicht mal so schlecht aus, vor allem mit dem neuen Heckspoiler. In den Micra kann auch ein Mann einsteigen ohne sich schämen zu müssen. Vom Kompressor-Motor würde ich aber abraten. Der ist echt lahm und laut. Der Basisbenziner hingegen ist recht spritzig und kultiviert. Das Geld also lieber in eine bessere Ausstattung stecken.
4.
Crom 10.07.2013
Ich hab ein Micra der 2.Generation gefahren. War ein tolles Auto für den kleinen Geldbeutel, den ich als Student damals hatte. Die 3.Generation war dann allerdings einfach hässlich und hätte ich mir wohl nicht zugelegt. Übrigens der Micra der 4.Generation hat ein geringes Leergewicht als in der 3.
5. Er wäre noch leichter zum einparken
alucard0390 10.07.2013
Wenn er Hinterradantrieb hätte;-) Kleine Schüssel und fölliger Unsinn da kann man gleich ein 4er baggy fahren braucht auch nicht mehr Sprit und macht mehr Laune
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Fahrzeugschein
Hersteller: Nissan
Typ: Micra 1.2 DIG-S Acenta
Karosserie: Kleinwagen
Motor: Dreizylinder-Turbo-Benziner
Getriebe: Fünfgang-Schaltgetriebe
Antrieb: Front
Hubraum: 1.198 ccm
Leistung: 98 PS (72 kW)
Drehmoment: 147 Nm
Von 0 auf 100: 11,3 s
Höchstgeschw.: 183 km/h
Verbrauch (ECE): 4,3 Liter
CO2-Ausstoß: 99 g/km
Kraftstoff: Super
Kofferraum: 265 Liter
umgebaut: 1.132 Liter
Gewicht: 980 kg
Maße: 3825/1665/1520
Preis: 15.500 EUR


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