Opel Agila als Gebrauchter: Tolle Kiste mit leichten Schwächen

Er macht imagemäßig nicht viel her - der Opel Agila der ersten Generation. Trotzdem ist er als Gebrauchter eine Empfehlung. Nicht zuletzt, weil er nicht nur aussieht wie eine überdimensionale Umzugskiste, sondern auch genauso praktisch ist. Ein paar Mängel muss man allerdings in Kauf nehmen.

Agila als Gebrauchter: Charme eines Umzugskartons Fotos

Dass Opel neben dem Corsa ein ähnlich kleines Modell im Programm hat, weiß längst nicht jeder: Der Agila macht sich recht rar auf den Straßen - auch wenn man sich in Rüsselsheim mit den Verkaufszahlen zufrieden zeigt. Zufrieden ist auch der ADAC mit der Zuverlässigkeit der ersten Generation. Für die seit 2008 verkaufte Zweitauflage des Agila haben die Pannenhelfer noch nicht genügend Daten gesammelt, um verlässliche Informationen zu geben.

Der ersten Modellgeneration bescheinigt der Automobilclub, dass sie "zu den zuverlässigsten Modellen gehört". Ein paar Mängel gibt es dennoch. Betroffen sind laut dem ADAC vor allem die Baujahre 2000 und 2001. So mussten einige Agila-Halter mit Fahrzeugen aus dem Jahr 2000 wegen defekter Motoren und durchgebrannter Zylinderkopfdichtungen in die Werkstatt. Andere blieben liegen, weil die Tankanzeige ungenau arbeitete oder die Kraftstoffpumpe den Geist aufgab. Bei Fahrzeugen aus dem Folgejahr häuften sich undichte Öldruckschalter, feuchte Zündkerzen und ausgehängte Schaltgestänge. Überdurchschnittlich oft bemängelte der TÜV auch defekte Rückleuchten.

Immer wieder spielt auch die Elektrik den Besitzern einen Streich. Doch die Opel-Ingenieure bemühten sich, Wegfahrsperre, Zündanlage und Motorsteuergerät stetig zu verbessern, was an den Modellen ab 2002 sichtbar wird. Die Lebensdauer der wartungsfreien Batterie blieb jedoch begrenzt. Länger als drei bis vier Jahre hält kaum einer der Stromspeicher durch - was wohl daran liegt, dass die Autos in der überwiegenden Mehrzahl als Stadtflitzer unterwegs sind. Ersatz gibt es ab rund 60 Euro.

Seit 2000 ist der Agila auf dem Markt - genauso wie sein Zwillingsbruder Suzuki Wagon R. Die neue, seit 2008 vertriebene zweite Generation unterscheidet sich optisch stark von der ersten und erinnert mehr an einen konventionellen Kleinwagen als an einen Microvan.

Motorenseitig stehen mehrere Benziner mit drei und vier Zylindern zur Auswahl, die je nach Baujahr zwischen 58 PS und 86 PS leisten. Der einzige Diesel entwickelte anfangs 70 PS und bei jüngeren Baujahren fünf PS mehr. Seit 2010 ist auch eine Variante mit LPG-Antrieb im Angebot. Die Benziner gelten grundsätzlich als sparsam und kräftig, allerdings berichten Besitzer im Internet auch von kapitalen Motorschäden. Dabei wird von Schäden am Diesel häufiger berichtet.

Wer sich für Opels kleinen Van interessiert, muss laut Schwacke-Liste mindestens rund 2000 Euro anlegen: Dafür sollte es einen Agila 1.0 12 V von 2000 mit 58 PS geben. Ein jüngeres Modell mit geringerem Pannenrisiko ist etwa der Diesel Agila 1.3 CDTI Edition von 2007 mit 70 PS. Dafür sind noch gut 6050 Euro fällig.

mik/dpa

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Agila
redpirate37 06.04.2011
Gibt es den auch in China zu kaufen?
2. für einen kanppen tausender mehr bekomme ich einen
si_tacuisses 06.04.2011
Zitat von sysopEr macht imagemäßig nicht viel her - der Opel Agila der ersten Generation. Trotzdem ist er als Gebrauchter eine Empfehlung. Nicht zuletzt, weil er nicht nur aussieht, wie eine überdimensionale Umzugskiste, sondern auch genauso praktisch ist. Ein paar Mängel muss man allerdings in Kauf nehmen. http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/0,1518,754994,00.html
2007er Ford Focus 1,6 TDCI Kombi mit allem Furz und Feuerstein. Das ist dann allerdings ein richtges Auto.
3. Na und ?
Mocs 06.04.2011
Der ersten Modellgeneration bescheinigt der Automobilclub, dass sie "zu den zuverlässigsten Modellen gehört". Ein paar Mängel gibt es dennoch. Betroffen sind laut dem ADAC vor allem die Baujahre 2000 und 2001. So mussten einige Agila-Halter mit Fahrzeugen aus dem Jahr 2000 wegen defekter Motoren und durchgebrannter Zylinderkopfdichtungen in die Werkstatt. Andere blieben liegen, weil die Tankanzeige ungenau arbeitete oder die Kraftstoffpumpe den Geist aufgab. Bei Fahrzeugen aus dem Folgejahr häuften sich undichte Öldruckschalter, feuchte Zündkerzen und ausgehängte Schaltgestänge. Überdurchschnittlich oft bemängelte der TÜV auch defekte Rückleuchten. *Alles* Heimwerkerkram, wegen sowas braucht man keine Werkstatt ansteuern - wobei "defekte Motoren" gern etwas genauer definiert sein dürfte. Offenbar scheint das, trotz der Suzuki Gene, ein recht gut schraubbarer Opel zu sein.
4. Hässliches Entchen
rainer24 06.04.2011
Wenn mir dieses Auto oder das Suzukipendant begegnet bin ich froh, dass es die website http://www.kotztuete.net/ gibt. Es gehört wohl zu den wenigen Fahrzeugen, das ohne Einbezug der Designabteilung entwickelt wurde. Es fehlt sogar das gewisse Etwas, das ein 2CV, R4 oder gar der Urpanda hat. Positiv ausgedrückt: Ein Fahrzeug für Leute, die zwar keines wollen, sich aber von der Gesellschaft dazu genötigt fühlen, sich eines zuzulegen. Den Rache ist süss.
5. ein auto für leute
rohanseat 06.04.2011
Der Agiala ist ein auto für leute die gemütlich von A nach B wollen.-Dazu ist es ihnen egal wie es aussieht.Es hat eine gute sitz position und der verbrauch ist relativ gering.-- Ich fahre ein modell 2005 mit km 105.000 auf dem tacho.Schäden :???-Inspektionen zeitlich ausgeführrt und lebe sorgen frei.Der gute Agila wird nur auf süd-osteuropäischen straßen eingesetztDas bedeutet schlechteste straßen verhältnisse. Beklagt hat sich meine "erbse" bisher nicht.--Suche nun ein vergleichbares nachfolge fahrzeug.-Leider fehlanzeige es sei denn ein kleiner SUV.Aber zu welchem preis.-Leider hat weder Opel noch Suzuki einen richtigen nachfolger im programm.
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