Autogramm Opel Cascada Die Großoffensive

Opel hofft auf schönere Zeiten - nicht nur wirtschaftlich, sondern auch beim Wetter. Dann kann nämlich das neue Cabrio-Modell Cascada seine Trümpfe ausspielen. Der Wagen ist so elegant und großzügig gebaut, dass an ihm zunächst mal nur ein Luxusproblem auffällt.

Opel

Der erste Eindruck: Ist das jetzt ein Kompaktwagen oder ein Mittelklassemodell? Diese Frage ist beim Opel Cascada nicht so leicht zu beantworten. Denn natürlich erinnert das Cabrio aus jeder Perspektive ein wenig an den Astra, von dem der Viersitzer die Technik übernimmt. Doch mit seinen stattlichen 4,70 Metern und vor allem dem schlanken Heck könnte er auch in einer höheren Klasse spielen.

Nächste Frage: Soll die Haube bei jeder Gelegenheit runter oder lässt man trotz Sonne das Dach auch mal zu? Man steht hier vor einem Luxusproblem, denn als eines der wenigen Cabrios sieht der Opel Cascada mit geschlossenem Verdeck fast genauso gut aus wie oben ohne.

Das sagt der Hersteller: Opel-Chef Karl-Thomas Neumann setzt darauf, dass der Cascada zu einem Comeback der Marke beiträgt. Autos wie das neue Cabrio sind seiner Ansicht nach ein Beweis dafür, dass es bei Opel "Licht am Ende des Tunnels gibt".

Das ist uns aufgefallen: Dass man im Cascada auch hinten ganz bequem sitzt - und das gilt sogar für Menschen mit mehr als 1,80 Meter Körpergröße. Bei geschlossenem Dach möchte man die Kletterpartie in den Fond zwar niemandem zumuten, aber mit offener Haube kann man locker einsteigen. Die Wartezeit von etwa 20 Sekunden lohnt sich also. So lange dauert es, bis sich das dick gefütterte Dach bündig über den Kofferraum gelegt hat.

Der Cascada ist nicht nur groß, sondern mit einem Gewicht von 1,7 Tonnen auch schwer geworden. Wer mit dem Cabrio ordentlichen Fahrspaß erleben will, muss deshalb einen der stärkeren Motoren aus der Antriebspalette wählen. Wir waren in der Variante mit 1,6-Liter Direkteinspritzer unterwegs, der mit dem Debüt im Cascada eine neue Familie von Opel-Benzinmotoren begründet. Trotz seines vergleichsweise geringen Hubraums hat er einen guten Klang und steht mit 170 PS auch ganz gut im Futter. Aber die 260 Nm Drehmoment haben mit dem Wagen nicht gerade leichtes Spiel. Stürmische Fahrten im besten Sinne sind damit nicht zu erwarten.

Diesen Mangel kann auch eine spezielle Vorderachsenkonstruktion nicht ganz ausmerzen: Sie entkoppelt Dämpfungs- und Lenkfunktion und reduziert damit in den Kurven die Antriebseinflüsse am Lenkrad. Immerhin, ein bisschen leichter wirkt der Wagen dadurch.

Das muss man wissen: Ein Mittelklasseauto zum Preis eines Kompaktklassemodells - diese Botschaft will Opel mit dem Cascada vermitteln. Denn mit einem Grundpreis von 25.945 Euro für das Basismodell mit 120 PS liegt er nur knapp über einem vergleichbar motorisierten Golf Cabrio, der aber fast einen halben Meter kürzer ist. Gegenüber ähnlich dimensionierten Cabrios wie dem Audi A5 oder dem 3er BMW ist der Cascada aber mehr als 10.000 Euro billiger.

Die Auslieferung des Cascada, der bei aller technischen Verwandtschaft übrigens kein einziges Blechteil mit dem Astra gemein hat, beginnt am 20. April. Dann haben die Kunden die Wahl zwischen drei Benzin- und zwei Dieselmotoren mit 1,4 bis 2,0 Litern Hubraum und 120 bis 195 PS. Der schnellste Cascada erreicht so bis zu 230 km/h, der sparsamste ist mit 5,2 Litern zufrieden.

Das werden wir nicht vergessen: Die Liebe zum Detail, mit der dieser Opel gebaut ist. Er glänzt zum Beispiel durch nobles Interieur, vornehme Chromleisten und eine bündige Verdeckklappe ohne viele Fugen, in der fast nahtlos die Heckscheibe eingefasst ist. Dazu gibt es eine Lenkradheizung und UV-reflektierende Lederpolster im Angebot - und sogar die Gurte werden automatisch angereicht. Wenn Opel jetzt auch noch Extras wie einen Nackenföhn und irgendwann vielleicht auch einen Sechszylinder anbietet, wäre der Cascada nicht nur nach dem Zollstock in der Mittelklasse angekommen.



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insgesamt 113 Beiträge
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Seite 1
doyle78 12.03.2013
1.
Zitat von sysopOpel Opel hofft auf schönere Zeiten - nicht nur wirtschaftlich, sondern auch beim Wetter. Dann kann nämlich das neue Cabrio-Modell Cascada seine Trümpfe ausspielen. Der Wagen ist so elegant und großzügig gebaut, dass an ihm zunächst mal nur ein Luxusproblem auffällt. http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/opel-cascada-schmuckes-cabrio-in-der-mittelklasse-a-883317.html
Bin zwar kein Freund der Marke Opel aber dennoch muss man den Rüsselsheimern hier Respekt für ein m.E.n. zumindest stilistisch gelungenes Cabrio zollen.
leo19 12.03.2013
2. Opel für immer gestrichen!
Ja wenn Opel nicht jede Kulanz für unseren 30000 km gelaufenen Corsa mit kaputtem Servolenker abgelehnt hätte.. Dabei war klar, dass ein grober Konstruktionsfehler schuld war.
danys86 12.03.2013
3. Cascada
Schick, schick. Ob sich Opel auch die Künstlerin Cascada für die Werbung sichert? :-) Im Ernst, der Wagen sieht gut aus. Ein Cabrio allein wird es nicht rausreißen, aber - und das wurde bei Opel viel zu lange ignoriert - der Wagen schafft es vielleicht, der Marke wieder mehr Glanz zu verleihen. Das macht m.E. etwa 70% des Problems aus, was diese Marke hat.
hasenfuss27 12.03.2013
4.
Zitat von leo19Ja wenn Opel nicht jede Kulanz für unseren 30000 km gelaufenen Corsa mit kaputtem Servolenker abgelehnt hätte.. Dabei war klar, dass ein grober Konstruktionsfehler schuld war.
Wenn das so klar war, müsste das aber doch ein generelles Problem beim Corsa sein... Da man davon aber auch in den einschlägigen Foren nicht allzuviel findet, würde ich das dann doch mal als reine Spekulation abtun... Klar ist sowas ärgerlich, aber passiert halt... Aber: Gegen sowas kann man sich mit zahlreichen Anschluss- und Erweiterungsgarantievarianten für kleines Geld absichern...
qalpha 12.03.2013
5. Mutig.
Wer kauft denn ein Auto von Opel, wenn man nicht mal sicher sein kann, in zwei Jahren noch eine Opel - Vertragswerkstatt vorzufinden?
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