Autogramm Opel Crossland X Die Mischung stimmt

Wie werden die Autos von Opel nach der Übernahme durch den PSA-Konzern aussehen? Das Modell Crossland X gibt auf diese Frage eine erste Antwort: Der Mix aus kleinem SUV und Van passt.

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Der erste Eindruck: Modisch in den Matsch. Der neue Opel Crossland X sieht aus wie ein Showcar, das ein bisschen Offroad ausprobieren möchte.

Das sagt der Hersteller: Dieses Auto zeige, "was wir zusammen leisten können", sagt Opel-Chef Karl-Thomas Neumann über den Crossland X. Mit "wir" meint er Opel und den PSA-Konzern - denn der Wagen wurde bereits gemeinsam mit den Franzosen entwickelt, als von einer Übernahme Opels durch PSA noch gar keine Rede war.

Während Peugeot mit dem Modell 2008 bereits einen geräumigen Mini-SUV anbietet, also eine Mischung aus SUV und Van, ist der Crossland X für Opel das erste Auto dieser Art. Weitere Konkurrenzmodelle sind Renault Captur, Mini Countryman und Fiat 500 X.

Marktexperten prophezeien dieser Fahrzeuggattung für die nächsten Jahre europaweit die größten Wachstumsraten. Einher mit der Einführung des Opel Crossland X geht übrigens auch der Abschied des Mini-Vans Opel Meriva.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Renault Opel Crossland X - mit unserem 360-Grad-Foto:

Das ist uns aufgefallen: So sehr der Wagen außen auf Offroad-Abenteurer macht, so konsequent ist er innen auf Alltagstauglichkeit getrimmt. Das Cockpit ist deutlich schlanker und eleganter als bei den meisten anderen Mini-SUVs. Es gibt ausreichend Raum für alle Insassen. Dazu kommt ein großer Kofferraum und eine niedrigere Ladekante als bei einem klassischen SUV. Statt einer aufwendigen Allradtechnik, die bei einem solchen Auto ohnehin nur wenige Kunden interessieren dürfte, gibt es einen herkömmlichen Frontantrieb. Die Bodenfreiheit ist vergleichsweise groß.

Nützlich für den Alltag sind auch Opels Telefon-Conciergedienst OnStar sowie der WLAN-Hotspot im Auto, die Vorrichtung für kabelloses Laden des Smartphone oder - eine Premiere in dieser Preisklasse - das Head-up-Display.

Bei Letzterem hat sich Opel aus Kostengründen für die Peugeot-Lösung entschieden: eine Plexiglasscheibe, die vor der Windschutzscheibe aus der Cockpitabdeckung ragt, und auf die die Informationen projiziert werden.

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Die Fahrwerkabstimmung des Crossland X ist dagegen nicht von den Franzosen übernommen, die es eher soft mögen, sondern sie ist fast schon penetrant stramm. Das Auto fühlt sich auf einer kurvigen Landstraße daher viel sportlicher an, als es bei den eher moderaten Motoren mit Leistungsdaten von höchstens 130 PS nötig wäre. Zumal das Auto als "Urban Crossover" beworben wird, also als Modell, das sein Habitat vor allem in der Stadt hat.

Das muss man wissen: Die Produktion des Opel Crossland X im spanischen Saragossa hat bereits begonnen, und die ersten Autos werden Ende Juni zu den Händlern kommen. Die eher spartanisch ausgestattete Basisversion ohne Klimaanlage und Touchscreen, die von einem 81 PS starken Dreizylinder-Benziner angetrieben wird, kostet 16.850 Euro. Antriebsalternativen sind ein weiterer Dreizylinder-Benziner mit 1,2 Liter Hubraum und 110 oder 130 PS sowie ein 1,6-Liter-Diesel, der mit 99 oder 120 PS angeboten wird. Außerdem soll es später eine Variante mit Flüssiggasantrieb geben.

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Autogramm Opel Crossland X: Strammer Start

In der Opel-Palette sortiert sich der Crossland X zwischen dem deutlich kleineren und deshalb bei vergleichbarer Motorisierung etwa 2000 Euro günstigeren Modell Adam und dem gerade aufgefrischten SUV-Modell Mokka X ein, der bei ähnlicher Konfiguration rund 1000 Euro teurer ist.

Das französische Pendant zum Crossland X, der Citroën C3 Aircross, wird übrigens demnächst vorgestellt.

Das werden wir nicht vergessen: Wie variabel ein kleines Auto sein kann. Im Crossland X ist die Rückbank geteilt, und jede Hälfte kann separat in Längsrichtung verschoben werden. Das zeugt von innerer Größe.

Fahrzeugschein
Hersteller: Opel
Typ: Crossland X
Karosserie: SUV
Motor: Dreizylinder-Benzindirekteinspritzer-Turbo
Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe
Antrieb: Front
Hubraum: 1.199 ccm
Leistung: 130 PS (96 kW)
Drehmoment: 230 Nm
Von 0 auf 100: 9,1 s
Höchstgeschw.: 206 km/h
Verbrauch (ECE): 5,0 Liter
CO2-Ausstoß: 114 g/km
Kofferraum: 410 Liter
umgebaut: 1.255 Liter
Gewicht: 1.274 kg
Maße: 4212 / 1976 / 1605
Preis: 21.100 EUR
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insgesamt 73 Beiträge
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Seite 1
redneck 18.05.2017
1.
120 PS pro Liter Hubraum und hoher Nenndrehzahl/Ladedruck. Nicht ganz so schlimm wie bei VW. Feinstaubdirekteinspritzerumweltversauer. 10kg pro PS Leistungsgewicht. Träge. Der kurze Radstand und die billigen McPherson Federbeine vorne - Hart-Holzklasse. Der Innenraum sieht besser aus als bei VW - ziemlich eng. Der Motor hängt vor der Vorderachse. Die Karre ist so kopflastig wie ein Audi - also schon Premium ;-). Urban Crossover...pfützentauglich? HUD ohne Stinger macht keinen Sinn. Onstar hab ich in meinem Chevy vor 7 Jahren abbestellt. Seither nervt nur noch das Lämpchen. Hotspot ist teuer und lahm und so 2007...
akkzent 18.05.2017
2. Wann wird Opel für Ästheten salonfähig?
Der schicke Innenraum kann sich, abgesehen vom Head-Up-Display, wirklich sehen lassen. Auch die Frontpartie ist durchaus gelungen und nicht zu aggressiv gezeichnet. Dennoch würde ich aus optischen Überlegungen nach wie vor keinen Opel kaufen: Was sich die Designer bei Heck und insbesondere bei der C-Säule gedacht haben wird wohl ihr Geheimnis bleiben.
MKAchter 18.05.2017
3. Ausgewogen
Nach den ersten Informationen sieht es aus, als hätten Opel/Peugeot da ein ziemlich ausgewogenes Auto auf die Räder gestellt. Was den variablen Innenraum angeht, und die für die Kleinwagen-Klasse ziemlich passablen Verhältnisse im Laderaum, war schon der Vorgänger Meriva gut - es ist schön, dass man das auch zum Nachfolger herübergerettet hat. Als "Mini-SUV" dürfte dieser Opel noch ein wenig vielseitiger nutzbar sein (kleine Anmerkung zum Bildertext: müsste es statt "Unterbodenschutz" nicht "Unterfahrschutz" heißen?); und das viel frischere Design gegenüber dem Meriva dürfte auch eine breitere Kundschaft ansprechen. Für alle, die noch nicht oder nicht mehr mit vierköpfiger Famlie unterwegs sind, durchaus eine gute Überlegung als Allround-Fahrzeug. .
novoma 18.05.2017
4. Lebensdauer
130 PS aus 1,2 Litern Hubraum - alle wieviel tausend km ist ein neuer Motor fällig? Oder ein neuer Turbolader? Das von technisch unbeleckten Politikern geforderte und geförderte Downsizing führt leider auch zu einem Downsizing bei der Lebensdauer der Motoren, ebenso die Forderung nach möglichst niedrigen Spritverbräuchen und Abgaswerten. Ob es allerings ökologisch wirklich etwas bringt, die Lebensdauer der Motorn zu verringern, wage ich dann doch zu bezweifeln. Für die Hersteller ist es nur noch interessant, dass die Motoren nicht vor Ablauf der Garantiefrist hochgehen, früher übliche Lebensdauern von über 200.000km dürften die wenigsten dieser Downsizemodelle erreichen.
observerlbg 18.05.2017
5. DAS isser
Der Rentnertraum. Muss nicht mehr Nissan Quashqai sein. Kommt aus Deutschland (na, steht doch OPEL dran!). Ist ein Mini-SUV (Mann sitzt hoch und bequem, so dass Mann auch wieder raus kommt), der so manchen Parkplatzrempler verzeiht. Der Opel Crossland X ist hoch genug, dass Mann auch mit Hut im Wagen sitzen kann. Und für die umhäkelte Klopapierrolle (evtl. auch der Wackeldackel) ist die Hutablage groß genug. Ich habe hoffentlich die Zielgruppe hinreichend beschrieben. Was wirklich erfreulich ist: der Meriva wird endlich beerdigt. Ich nehme mal an, dieser Wagen wird ein Hit.
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