Opel HydroGen Mit Wasserstoff auf Olympiakurs

"HydroGen 1" heißt der Prototyp eines wasserstoffgetriebenen Kompaktvans, den die Rüsselsheimer auf Basis des "Zafira" gebaut haben. Unter der Motorhaube treiben 200 Brennstoffzellen einen 75 PS starken Motor an. Als "Pacecar" beim olympischen Marathonlauf in Sydney soll die Neuentwicklung ihre Qualitäten beweisen.


Die nahe Zukunft gehört noch den Ottomotoren ­ schließlich kommt die jüngste Generation energiesparender Benzin-Direkteinspritzer erst in den kommenden Wochen auf den Markt. Doch langfristig geht den herkömmlichen Motoren der Brennstoff aus. Damit auch danach noch Autos verkauft werden, experimentieren sämtliche Hersteller mit alternativen Antrieben. General Motors, größter Autobauer der Welt, und seine deutsche Tochter Opel beschäftigen allein aus diesem Grund rund 250 Mitarbeiter in einem Global Alternative Propulsion Center (GAPC).

Prototyp HydroGen 1: Unter der Haube reagieren Wasserstoff und Sauerstoff

Prototyp HydroGen 1: Unter der Haube reagieren Wasserstoff und Sauerstoff

Die neueste Entwicklung aus diesem Labor, das mit Standorten in Deutschland und den USA vertreten ist: Der Zafira namens "HydroGen 1". Unter der Vorderhaube des Fahrzeugs sitzt der Energielieferant, ein Block von 200 in Reihe geschalteten Brennstoffzellen, in denen Wasserstoff und Sauerstoff elektrochemisch zu Wasser reagieren und dabei eine elektrische Spannung zwischen 125 und 200 Volt erzeugen. In den branchenüblichen Jargon übersetzt bedeutet dies: Die Brennstoffzellen liefern rund 109 PS (80 kW) Dauerlast und eine Spitzenlast von bis zu 163 PS (120 kW).

Der von der Brennstoffzelle generierte Strom wird ­ auf Wechselspannung umgerichtet ­ einem 75 PS (55 kW) starken Drehstrom-Synchron-Elektromotor zugeführt, der die Vorderräder des Autos antreibt. Das Drehmoment liegt bei 251 Newtonmeter, die Beschleunigung von 0 auf 100 wird in 16 Sekunden erledigt und als Höchstgeschwindigkeit geben die Rüsselsheimer 140 km/h an. Keine schlechten Werte, denn schließlich schleppt der HydroGen 1 gut 150 Kilogramm mehr mit sich herum als der Serien-Zafira, der 1425 Kilogramm wiegt.

Der Wasserstoffvorrat ist in flüssiger Form ­ also bei minus 253 Grad ­ in einem Edelstahlbehälter gelagert, der unter der hinteren Sitzbank untergebracht ist. In den mit einer Spezialisolierung ummantelten Tank passen bis zu 75 Liter oder fünf Kilogramm Wasserstoff. Das reicht, um mit dem Wagen rund 400 Kilometer weit fahren zu können, ohne nachzutanken.

Das völlig abgasfreie Vehikel ist bislang freilich nur ein Innovationsträger - doch immerhin ein voll fahrbereiter. Beweisen wird es das Auto bei den Olympischen Spielen einem Millionenpublikum. Im September in Sydney wird der HydroGen 1 als "Pacecar" beim Olympischen Marathonlauf mit an den Start gehen. Die nahe Zukunft gehört noch den Ottomotoren ­ schließlich kommt die jüngste Generation energiesparender Benzin-Direkteinspritzer erst in den kommenden Wochen auf den Markt. Doch langfristig geht den herkömmlichen Motoren der Brennstoff aus. Damit auch danach noch Autos verkauft werden, experimentieren sämtliche Hersteller mit alternativen Antrieben. General Motors, größter Autobauer der Welt, und seine deutsche Tochter Opel beschäftigen allein aus diesem Grund rund 250 Mitarbeiter in einem Global Alternative Propulsion Center (GAPC).



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