Von Tom Grünweg
Kaum jemand weiß in diesen Tagen besser als Opel, wie wichtig Sparen sein kann. Nachdem die Rüsselsheimer seit Monaten einen eisernen Sparkurs verfolgen, helfen sie jetzt auch der Kundschaft beim Knausern. Ab sofort nämlich gibt es das Flaggschiff der Modellpalette, den Insignia, auch als Sparmodell Ecoflex. Der Wagen tritt mit einem offiziellen Durchschnittsverbrauch von 5,2 Litern und einem CO2-Ausstoß von 136 Gramm je Kilometer an. Die Sparversion der Limousine gibt es ab 27.500 Euro, der Fünftürer steht mit 27.890 Euro in der Liste, und für den Kombi verlangt Opel mindestens 28.690 Euro. Der Aufpreis für die Sparvariante beträgt also 350 Euro gegenüber den konventionellen Versionen.
Weil es starke Konkurrenzmodelle gibt, reichen die Daten des Opel-Typs nicht für den Titel König der Knauser. "Doch für uns darf Sparen nicht mit Spaßverzicht einhergehen", sagt Opel-Chef Hans Demant. Deshalb haben die Hessen auch nicht den schwächsten Motor, der im Insignia 110 PS leistet, für das Sparprogramm ausgewählt, sondern ein durchaus potentes Triebwerk. Unter der Haube der Insignia-Ecoflex-Modelle steckt der Zweiliter-Dieselmotor mit 160 PS Leistung und bis zu 380 Nm Drehmoment.
Für die Diät des Insignia, die gegenüber dem konventionellen 160-PS-Modell immerhin 0,6 Liter Verbrauchsvorteil bringt, nutzen die Opel-Ingenieure die üblichen Appetitzügler: Die Motorelektronik wurde verändert, das Getriebe länger übersetzt, der Rollwiderstand der Reifen minimiert, und vor allem die Aerodynamik optimiert. Geschlossene Fugen hinter dem Kühlergrill, ein besser verkleideter Unterboden, die tiefergelegte Karosserie und Details wie die neue Beschriftung auf den Reifen drücken den cW-Wert auf 0,26 und machen den Insignia zu einer der windschnittigsten Limousinen überhaupt. Nur für eine Start-Stopp-Automatik oder eine Energierückgewinnung beim Bremsen ("Rekuperation") hat es nicht gereicht.
Bei vergleichbarer Leistung ein überzeugendes Angebot
Dennoch schlägt sich der Insignia Ecoflex im Kreis der Konkurrenten wacker: Der VW Passat Blue Motion ist mit einem Durchschnittsverbrauch von 4,9 Litern auch dank der automatischen Motorabschaltung beim Ampelstopp das sparsamere Auto, und er kostet obendrein 750 Euro weniger. Doch gibt es dafür nur 110 PS. Vergleicht man Opel und VW auf Augenhöhe der Leistung, sehen die Niedersachsen alt aus. Ihr 170 PS-Diesel verbraucht 0,4 Liter mehr und ist fast 2000 Euro teurer.
Ähnlich ist das Bild im Vergleich zu Ford. Auch dort gibt es einen Mondeo Econetic mit 5,2 Litern Verbrauch, doch statt 160 PS wie der Insignia leistet der Motor nur 115 PS und kostet lediglich 100 Euro weniger. Opel-Chef Hans Demant ist deshalb mit dem Gesamtpaket aus Effizienz und Emotion zufrieden: "Zu diesem Preis hat der Insignia Ecoflex schlicht keinen Wettbewerber."
Neben dem Sparmodell gibt es auch die Vollgas-Typen
Weil Opel derzeit neben frischem Geld kaum etwas dringender braucht als gute Nachrichten, sprechen die Hessen über den Ecoflex hinaus ungewöhnlich freizügig über die weitere Modellplanung für ihr Flaggschiff: Das Opel Performance Center (OPC) wird eine Insignia-Limousine und -Kombi auf die Räder stellen. Angetrieben wird das Auto wie die OPC-Limousine vom 2,8 Liter großen V6-Motor, dem ein Turbolader 325 PS einbläst. Mit 435 Nm und serienmäßigem Allradantrieb beschleunigt er den tiefergelegten Sportstourer binnen 6,3 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht mühelos das elektronische Limit von 250 km/h.
Am Steuer des Ecoflex mag man dem Sportler mit dem knackigen Hintern auf der Überholspur möglicherweise sehnsüchtig nachschauen. Doch auch wenn der Verbrauch des Insignia OPC noch nicht bekannt ist, holen gefühlvolle Ecoflex-Fahrer den Kraftmeier spätestens in der Boxengasse wieder ein. Denn wenn beim OPC schon die Reservelampe aufleuchtet, geht die Fahrt mit dem Ecoflex, der über eine Reichweite von mehr als 1300 Kilometern verfügt, erst in die zweite Halbzeit.
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