Peugeot 207cc: Der kleine Sonnenschein

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Natürlich sollte einem der laue Winter zu denken geben. Doch ganz naiv kann man der globalen Erwärmung auch Positives abgewinnen: Die Cabrio-Saison beginnt früher. Darauf hofft auch Peugeot. Parallel zur Weltpremiere in Genf rollt der neue 207cc zu den Händlern.

Als Peugeot vor sieben Jahren den 206 cc vorgestellt hat, sollte das ein "Griff nach den Sternen" werden. Denn der kleine Franzose war neben dem Mercedes SLK damals das einzige Auto, das sich auf Knopfdruck vom Coupé in ein Cabrio verwandeln konnte. Heute gibt es diese Coupé-Cabrios - also die Wagen mit festen Klappdach - wie Sand am Meer. Doch kaum eines ist so erfolgreich, wie es der 206 cc war, der in sechs Jahren immerhin dreimal zum meistverkauften Cabrio der Republik avancierte und es selbst im letzten Jahr noch einmal aufs Treppchen schaffte. Nachahmer wie der Nissan Micra oder der Mitsubishi Colt hatten allenfalls als Randerscheinung eine Chance.

Damit das auch künftig so bleibt, schickt Peugeot am 10. März die zweite Auflage des Erfolgsmodells an den Start. Wie so oft bei einem Generationswechsel bietet das neue Modell in den Augen des Herstellers von allem mehr – mehr Platz, mehr Komfort und mehr Sicherheit. Nur mehr Geld kostet es nicht – zumindest wenn man sich schnell entscheidet. "Die Preise beginnen bei 18.450 Euro und liegen bis zum 30. April genau auf dem gleichen Niveau wie zuletzt beim 206 cc", sagt Pressesprecher Thomas Schalberger. Wer zu spät kommt, den bestraft nicht das Leben, sondern der Händler – denn ab 1. Mai kostet das Cabrio 500 Euro mehr.

Dass der 207 cc deutlich größer geworden ist, liegt an der neuen Basis. Denn wie die frischen Drei- und Fünftürer steht er auf einer neuen Plattform mit größerem Radstand und hat so in der Länge um rund 20, in der Breite um knapp acht und in der Höhe um beinahe drei Zentimeter zugelegt. Das optimiert zwar die Proportionen und macht aus dem einstigen Pummelchen fast schon einen Schöngeist.

Doch innen merkt man vom Raumgewinn nur wenig: Vorn hat man zwar genügend Platz, sitzt aber auch künftig selbst bei geöffnetem Dach eher unter der Frontscheibe als unter freiem Himmel. Und der Fond taugt trotz der fünf zusätzlichen Zentimeter Beinfreiheit allenfalls als zusätzliche Ablage. Wer keinen Knatsch mit den Hinterbänklern riskieren möchte, sollte besser zweimal fahren, als schon auf kurzen Strecken Freundschaften oder den Familienfrieden gefährden. Immerhin ist Peugeot-Sprecher Schalberger so ehrlich, dass er nur von "Notsitzen" spricht. Doch schätzt die Händlerschaft die beiden Plätze angeblich als Verkaufsargument.

Das neue Dach öffnet jetzt vollautomatisch

Während man den Platzgewinn also mit der Lupe suchen muss und erst bei dem um etwa 50 auf 370 Liter angewachsenen Kofferraum zweifelsfrei fündig wird, spürt man den Komfortgewinn jedes Mal dann, wenn die Sonne scheint. Denn um das in Eigenregie entwickelte und produzierte Dach zu öffnen, ist jetzt keine mechanische Entriegelung mehr nötig. Ein Druck auf den Schalter in der Mittelkonsole genügt, schon surren reihum die Fenster nach unten und ein kleiner Trupp Elektromotore faltet das Verdeck so hinter die Rückbank, dass unter dem Schutzrolle im Kofferraum wenigstens noch 145 Liter Stauraum übrig bleiben.

Und selbst bei schlechtem Wetter macht sich der Fortschritt bemerkbar: Nachdem beim Vorgänger gelegentlich schon mal Wasser nach drinnen sickerte, bewies die erste Ausfahrt im strömenden Regen mit dem neuen Auto zumindest eines: Diesmal ist es dicht. Und deutlich leiser ist es unter der festen Haube obendrein. Ebenfalls verbessert haben die Franzosen die Sicherheit. Als erstes Cabrio in diesem Segment bekommt der 207 cc einen pyrotechnischen Überrollschutz. Das klingt hochtrabend, meint aber lediglich den kleinen Sprengsatz unter den beiden verchromten Bügeln hinter dem Fond, der bei einem Überschlag gezündet wird und 20 Zentimeter zusätzlichen Überlebensraum schaffen soll.

Nur die stärkeren Motoren taugen fürs schwere Cabrio

Den Antrieb übernimmt das Cabrio von den geschlossenen Varianten, wobei die Franzosen mit Rücksicht auf das stattliche Gewicht ihres Luftikus’ auf die schwächeren Aggregate verzichten. Das Angebot beginnt alos erst mit einem 120 PS starken 1,6-Liter-Benziner, der bei den Testfahrten einen munteren Eindruck hinterließ. Er bringt 160 Nm an die Vorderachse, schnurrt an der Ampel zügig davon und sorgt bei einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h allemal für genügend Fahrtwind. Zumal der gleich große Turbomotor zwar 30 PS und 80 Nm mehr mobilisiert, aber lediglich 10 km/h schneller fährt. Wer Vernunft und Vergnügen verbinden möchte und auf eine lohnenswerte Jahresfahrleistung kommt, für den bieten die Franzosen auch wieder einen Diesel an. Auch der hat 1,6 Liter Hubraum, kommt auf 109 PS, 240 Nm und 193 km/h, ist aber schon mit 5,2 Litern zufrieden, während die Benziner 6,5 oder 7,2 Liter verbrauchen.

Natürlich ist der 207 cc, anders als sein Vorgänger. längst nicht mehr allein auf weiter Flur. Und obwohl die Cabrio-Zulassungen konstant steigen, weht in diesem Segment mittlerweile ein schärferer Wind. Doch über den Erfolg der Neuauflage machen sich die Franzosen keine Sorgen. Und die Bestelleingänge geben ihnen recht: Im ersten Monat des Vorverkaufs wurden täglich hundert Kaufverträge unterschrieben.

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Fahrzeugschein
Hersteller: Peugeot
Typ: 207cc
Karosserie: Cabrio/Roadster
Motor: Vierzylinder-Benziner
Hubraum: 1.598 ccm
Leistung: 120 PS (88 kW)
Drehmoment: 160 Nm
Von 0 auf 100: 10,7 s
Höchstgeschw.: 200 km/h
Verbrauch (ECE): 6,5 Liter
CO2-Ausstoß: 155 g/km
Kraftstoff: Superbenzin
Kofferraum: 370 Liter
umgebaut: 145 Liter
Versicherung: 14 (HP) / 17 (TK) / 14 (VK)
Preis: 18.450 EUR
Fotostrecke
Peugeot 207cc: Der Kleine mit dem heißen Blechdach


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