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15. Oktober 2001, 15:54 Uhr

Porsche 911 Targa

Der Himmel über Meckpomm

Der Blick nach oben sollte sich lohnen. Deshalb hat Porsche den neuen Targa vor der weiten Kulisse in Mecklenburg-Vorpommern ablichten lassen.

Der Himmel spiegelt sich im Glasdach
GMS

Der Himmel spiegelt sich im Glasdach

Der weite Himmel über der Mecklenburgischen Seenplatte ist wie geschaffen als Hintergrund für ein Auto mit Glasdach. Auf Straßen zwischen Orten die Bollewick und Klocksin, Wokuhl und Beerenbusch heißen, ließ Porsche das neue Produkt des Hauses, den 911 Targa fotografieren. Ein silberfarbenes Auto, ein Model im ärmellosen schwarzen Kleid und mit Sonnenbrille - und der von Wolken marmorierte Himmel über Meckpomm: ein Marketing-Männer-Traum.

Mit dem neuen Modell variieren die Zuffenhausener einmal mehr das immergrüne Thema Porsche 911. Diesmal sind 1,5 Quadratmeter Glas die Besonderheit, denn aus diesem Material besteht der Großteil des Daches des neuen Autos. Kein Porsche bislang war so großflächig transparent. Per Knopfdruck treten zwei Elektromotoren in Aktion, die zunächst den ersten Teil des Glasdaches sanft absenken und dann bis zu einem halben Meter weit nach hinten schieben. So entsteht eine maximale Dachöffnung von 0,45 Quadratmetern. Ein offenes Fenster zum Himmel.

Klappbare Heckscheibe

Klappbare Heckscheibe

Auch vollkommen neu an diesem Elfer Targa ist die Heckscheibe zum Aufklappen. Die schwenkt mit Hilfe zweier Gasdruckstoßdämpfer nach oben und gibt eine Öffnung frei, durch die sich die 230 Liter fassende Gepäckablage im Heck bequem beladen lässt. Wer genug hat vom gläsernen Auto, kann ein schwarzes Stoffrollo unter der Glashaube ausfahren lassen, und schon ist der Innenraum von oben blickdicht.

Laien würden vermuten, dass der Einbau eines Glasdaches keines besonderen Aufwandes bedarf, wenn das Auto an sich schon vorhanden ist. Das ist ein Irrtum. Denn die Ingenieure in Zuffenhausen haben die komplette Rohbaustruktur oberhalb der so genannten Gürtellinie (also dort, wo die Fenster anfangen) neu konstruiert. Das hängt mit der Steifigkeit des Fahrzeugs zusammen, denn ein Stahldach sorgt natürlich für mehr Stabilität als eine 1,5 Quadratmeter große Glasfläche.

Dass der Targa dennoch so biege- und torsionsfest wie die anderen Porsche-Modelle ist, zeigte der "Bordstein-Test". Dabei wurde der Wagen voll beladen und dann einseitig auf eine 15 Zentimeter hohe Bordsteinkante gefahren. In dieser Schräglage mussten sowohl Glasdach als auch die Klapp-Heckscheibe einwandfrei öffnen und schließen. Es funktionierte.

Porschetypischer Antrieb

Porschetypischer Antrieb

Was außerdem funktioniert wie bei jedem anderen Porsche ist die Technik zum Vorwärtskommen. Der gut 1,4 Tonnen schwere Targa wird vom bekannten 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor befeuert. Die Maschine leistet 320 PS (235 kW), stellt ein Drehmoment von 370 Newtonmeter zur Verfügung verbraucht nach Werksangaben im Schnitt 11,1 Liter Superplus-Benzin auf 100 Kilometer. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 285 km/h, beim Vollgasspurt erreicht der Wagen nach 5,2 Sekunden Tempo 100, nach 18,3 Sekunden Tempo 200.

Zu den Händlern kommt das Auto mit dem himmlischen Blick nach oben am 2. Adventwochenende, exakt ab 8. Dezember. Der Preis des Porsche 911 Targa in der Grundausstattung beträgt 159.041 Mark oder 81.316 Euro.

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