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Range Rover Evoque Cabrio: Ab geht die Wanne

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Autogramm Range Rover Evoque Cabrio: Ausfahrt in der Badewanne Fotos
Range Rover

Ist die Nische noch so klein, einer zwängt sich doch noch rein: Range Rover präsentiert sein Evoque als Cabrio. Der SUV mit Faltverdeck bietet gewohnte Technik - nur an das Fahrgefühl muss man sich gewöhnen.

Der erste Eindruck: Nicht schön, aber auffällig.

Das sagt der Hersteller: Projektleiter Andy Barlow feiert den offenen Range Rover Evoque als "erstes Cabrio für wirklich jede Saison" - und als Fortsetzung der Erfolgsstory des Modells. Schließlich habe das Auto bereits in der geschlossenen Version Designtrends gesetzt, sagt Barlow. Und vor allem verkaufte sich der Evoque glänzend. In nicht einmal fünf Jahren haben die Briten bereits mehr als 500.000 Exemplare produziert.

Jetzt beim Cabrio allerdings sind die Erwartungen deutlich zurückhaltender. Bislang gibt es nach Angaben von Range Rover 1500 Bestellungen. Barlow wertet das als Erfolg. Überhaupt sind die Verantwortlichen guter Dinge, nach dem Motto: No risk, no fun.

Das ist uns aufgefallen: Mit diesem Cabrio kehrt Land Rover vieles von dem um, was Geländewagen eigentlich so beliebt macht. Zwar bleibt die erhöhte Sitzposition und mit ihr die gute Übersicht. Doch während man sich sonst förmlich hinter dem Lenkrad verschanzt und die Geborgenheit einer Burg aus Blech genießt, sitzt man im offenen Auto wie auf dem Präsentierteller.

Man braucht ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, sonst fühlt man sich nackt und exponiert, denn mit der hohen Brüstung wirkt der Evoque wie eine Sitzbadewanne im Stadtverkehr. Entsprechend neugierig starren die anderen Verkehrsteilnehmer.

Wenn sich das riesige Dach wieder schließt, hat man zwar die Privatsphäre zurück, doch im Fond wird es dann ziemlich eng über dem Kopf und mit der Aussicht ist es auch nicht mehr weit her. So ungehindert der Blick im Cabrio schweifen kann, so schnell bleibt er dann neben der winzigen Heckscheibe und den breiten C-Säulen hängen.

Im Video: So schließt sich das Verdeck

Tom Grünweg
Vom dürftigen Ausblick, dem lieblos unter einer Abdeckung versteckten Verdeckschalter und der fehlenden Fernbedienung einmal abgesehen, ist das Cabrio nahezu perfekt gemacht. Das wirklich große Verdeck schließt - bis Tempo 50 auch während der Fahrt - schnell und leise, es ist mit fünf Lagen gegen Wind und Wetter und vor allem gegen Lärm gut gedämmt und es faltet sich im Kofferraum so eng zusammen, sodass immerhin 251 Liter Ladevolumen übrig bleiben.

Bei hochgefahrenen Seitenscheiben und aufgestelltem Windschott fährt man offen beinahe zugfrei, zumal Klimaanlage und Sitzheizung auf Wunsch so stark bollern, dass man selbst im Winter beim Offenfahren nicht friert. Und in den Tiefen des neuen Infotainmentsystems findet man für die Planung der Open-Air-Tour sogar den aktuellen Wetterbericht entlang der Route, der rechtzeitig vor Regen warnt.

Das muss man wissen: Wenn das Evoque Cabrio Anfang Juni in den Handel kommt, wird die billigste Variante 51.200 Euro kosten - das sind rund 7000 Euro Aufpreis gegenüber dem geschlossenen Modell. Als Antriebe stehen neben einem Vierzylinder-Benziner mit 240 PS der Basisdiesel mit 150 PS und der Spitzendiesel mit 180 PS zur Wahl. Letzterer machte bei der ersten Ausfahrt eine ganz ordentliche Figur. Zwar hat der Motor beim Kavalierstart mit den knapp zwei Tonnen Gewicht des offenen Evoque zu kämpfen, doch wenn die Fuhre erst einmal in Fahrt ist, geht es flott dahin und dank eines maximalen Drehmoments von 430 Nm auch problemlos am Vorausfahrenden vorbei.

Nicht nur auf der Straße schlägt sich der Evoque wacker: "Das Cabrio wäre kein Land Rover, wenn wir im Gelände Kompromisse machen würden", sagt Projektleiter Barlow. Bodenfreiheit, Böschungswinkel und Wattiefe sind identisch mit dem konventionellen Evoque und neben dem Allradantrieb sind auch alle elektronischen Offroad-Assistenten bis hin zum Echolot für Gewässerdurchfahrten an Bord.

Zwar werden das nur sehr wenige Kunden wirklich benötigen, doch auch wer nur durch die Stadt zuckelt, wird es zu schätzen wissen, wie steif und solide das Cabrio ist. Schließlich wurden im Wagenbond und hinter der Rücksitzbank zentnerweise Stahlstreben eingezogen. Das treibt das Gewicht um rund 200 Kilo in die Höhe, hilft aber, wenn man mal etwas forscher um die Kurven kreiselt oder über einen Feldweg rumpelt. Auch dann knirscht und knarzt es kein bisschen in der Karosserie.

Das werden wir nicht vergessen: Die Neugier, die der Wagen auslöst und das merkwürdige Badewannen-Fahrgefühl machen das Evoque Cabrio zu einem besonderen Auto. Die Frage nach dem Sinn eines solchen Fahrzeugs stellt sich hierzulande ja bei jedem anderen SUV auch.

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insgesamt 61 Beiträge
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    Seite 1    
1. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten
vhn 26.03.2016
Aber DAS geht gar nicht. SUV als Cabrio.
2. Aber klar doch!
walter_e._kurtz 26.03.2016
Zitat von vhnAber DAS geht gar nicht. SUV als Cabrio.
Gab´s alles schon mal: https://de.wikipedia.org/wiki/VW_Typ_181 sogar in orange! Das war mein erster Gedanke, als ich die Fotos des geschlossenen Evoque sah. Muß wohl am Konzept liegen...
3. Kavalierstart
newline 26.03.2016
Das Wort habe ich lange nicht mehr gelesen, mit einem 2t Fahrzeug.
4. Golf 1
morgoth_tm 26.03.2016
Erinnert mich an einen Golf 1 mit Schwellung...
5. Die spinnen die Briten....
bluemetal 26.03.2016
Die spinnen die Briten und das ist gut so. Ich bin kein SuF Freund aber ich habe allerhöchsten Respekt vor den Briten. Im Deutschen Einheitsbrei von VW/Porsche/Audi/BMW Gleichteile-Allerwelts-Diesel-Turbo Designmatsch findet man Fahrzeuge wie den Evoque, einen McLaren, einen Lotus Exige, einen Caterham, eine F-Type und alles andere nicht. Die wirklich geilen Autos kamen schon immer und kommen wieder nur aus England. Das deutsche langweilige Automobile Spiessbürgertum täte gut daran mal etwas zu wagen und zu überraschen.
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Fahrzeugschein
Hersteller: Land Rover
Typ: Evoque Cabrio
Karosserie: SUV/Cabriolet
Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
Getriebe: Neungang-Automatik
Antrieb: Allrad
Hubraum: 1.998 ccm
Leistung: 180 PS (132 kW)
Drehmoment: 430 Nm
Von 0 auf 100: 10,3 s
Höchstgeschw.: 195 km/h
Verbrauch (ECE): 5,7 Liter
CO2-Ausstoß: 149 g/km
Kofferraum: 251 Liter
Gewicht: 1.967 kg
Maße: 4370 / 1980 /1609
Preis: 54.100 EUR


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