Range Rover Sport: Koloss unter Dampf

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Der Evoque ist jung und dynamisch, der Range Rover gediegen und luxuriös. Warum leistet sich Land Rover als dritten Typ auch noch den Range Rover Sport? Weil er ein bisschen von beidem ist - und man den Wagen auf allen Sitzen genießen kann. Beinahe zumindest.

Range Rover Sport: Dem Landadel auf der Spur Fotos
Tom Grünweg

Mit dem Range Rover Sport begann 2005 die Schickimickisierung von Land Rover. Der Wagen wurde als flotterer Ableger des klassischen Range Rover vermarktet, war aber noch Welten entfernt vom Hip-Sein des aktuellen Range Rover Evoque. Jetzt wurde das Modell ein wenig auf Vordermann gebracht.

Von außen ist die Überarbeitung vor allem durch neue verchromte Anbauteile erkennbar; im Innenraum gibt es jetzt etwas mehr Lack und Leder. Doch die wichtigste Änderungen findet man unter der Haube. Der renovierte V6-Diesel holt aus drei Liter Hubraum nun bis zu 256 PS und ist verblockt mit einer achtstufigen Automatik des deutschen Zulieferers ZF. Zwar gibt es für den trinkfesten Briten noch immer keine Start-Stopp-Automatik, dennoch sinkt der Durchschnittsverbrauch um knapp einen halben auf 8,8 Liter. In der Praxis, beim kalten Winterwetter und bei einer flotten Fahrt auf der Autobahn, gönnt sich der Range Rover durchaus auch bis zu drei Liter mehr.

Obwohl das Auto kürzer und flacher ist als der Range Rover, hat es auf der Straße eine ähnlich imposante Präsenz - es ist eine Art Buckingham Palace auf Rädern. Das sanfte Gleiten in diesem Trumm hat was Majestätisches. Am Steuer übrigens nimmt man den Range Rover Sport ganz anders war als den braveren Range Rover. Der Grund: Falls man es mal eilig hat, lässt sich der Range Rover Sport deutlich dynamischer bewegen. Er liegt satter auf der Straße, geht besser um die Kurven und wirkt insgesamt ein wenig handlicher - selbst wenn man sich beim Rangieren noch immer am Steuer eines Kleinlasters wähnt.

Der frische Selbstzünder weckt den Sportler im SUV

Zum sportlichen Anspruch passt der aufgefrischte Dieselmotor perfekt. Wer mit 600 Nm Drehmoment protzen kann, der lässt sich auch von 2,5 Tonnen Gewicht nicht den Spaß verderben. Während die Automatik kaum merklich die Gänge wechselt, sich der Drehzahlmesser selbst beim Kickdown nur schwerlich über 2500 Touren treiben lässt und die Dämmung jeden Mucks des Motors schluckt, schiebt der Range mit der Macht einer Lawine voran: In knapp neun Sekunden ist das Auto auf Tempo 100, und dass bei 200 km/h schon wieder Schluss sein soll, glaubt man gar nicht. Denn zumindest laut Tacho fährt der Wagen schneller.

Abgesehen von Motor und Getriebe merkt man allerdings, dass der Wagen nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand ist. Warum zum Beispiel lässt sich das Navigationssystem von jedem Zwischenspurt und jedem Tempolimit derart aus dem Konzept bringen? Das wird sich in absehbarer Zukunft jedoch ändern. Nach dem Generationswechsel des Range Rover in diesem Herbst steht auch die Ablösung des Range Rover Sport an. Wer nicht so lange warten möchte, sollte vielleicht doch in den Evoque umsteigen - natürlich in den Fünftürer. Bei einer Preisdifferenz von bis zu 50.000 Euro sollte das trotz gewisser Einschränkungen nicht allzu schwer fallen.

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insgesamt 75 Beiträge
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1. "sport"
firefox34 14.02.2012
Zitat von sysopDer Evoque ist jung und dynamisch, der Range Rover gediegen und luxuriös. Warum leistet sich Land Rover als dritten Typ auch noch den Range Rover Sport? Weil er ein bisschen von beidem ist - und man den Wagen auf allen Sitzen genießen kann. Beinahe zumindest. Range Rover Sport: Koloss unter Dampf - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Auto (http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/0,1518,813890,00.html)
Wie man so eine fahrende Schrankwand "SPORT" nennen kann ist mir unbegreiflich.
2. anachronismus
suckerpunch 14.02.2012
sorry, aber dieses fahrzeug ist ein anachronismus oder bestenfalls noch ein vermeintlicher ego pusher für leute, dies brauchen. und der autor des artikels hat wohl auch noch nicht verstanden ("sportler"), das sport nichts mit dem durchdrücken des gaspedals zu tun hat. wer solche eine kiste fährt und nicht zufällig bauunternehmer oder bergbauer in den alpen ist, wird heute doch bestenfalls noch mitleidig belächelt. die zeit dieser karren ist definitiv vorbei. sie stellen eine ernstzunehmende gefahr für andere verkehrsteilnehmer dar und sind unter umweltaspekten eine sauerei. wer solche kisten ohne zwingenden grund fährt (und damit meine ich nicht minderwertigkeitsgefühle), verhält sich oder ist einfach a-sozial!
3.
gfh9889d3de 14.02.2012
Vielleicht wurde der Wagen "als flotter Ableger des klassischen Range Rover vermarktet", mit Sicherheit ist er aber genau deshalb "kürzer und flacher" als ein echter Range, weil er keiner ist. Er ist ein umoperierter Disco4.
4. Und täglich grüßt das Murmeltier...
axelkli 14.02.2012
und wieder geht die Neiddebatte im Spon-Forum los. Wie bei jedem Artikel über ein Auto, welches mehr als 3 Liter verbraucht und nicht wie ein Liegefahrrad aussieht.
5.
twine 14.02.2012
Zitat von suckerpunchsorry, aber dieses fahrzeug ist ein anachronismus oder bestenfalls noch ein vermeintlicher ego pusher für leute, dies brauchen. und der autor des artikels hat wohl auch noch nicht verstanden ("sportler"), das sport nichts mit dem durchdrücken des gaspedals zu tun hat. wer solche eine kiste fährt und nicht zufällig bauunternehmer oder bergbauer in den alpen ist, wird heute doch bestenfalls noch mitleidig belächelt. die zeit dieser karren ist definitiv vorbei. sie stellen eine ernstzunehmende gefahr für andere verkehrsteilnehmer dar und sind unter umweltaspekten eine sauerei. wer solche kisten ohne zwingenden grund fährt (und damit meine ich nicht minderwertigkeitsgefühle), verhält sich oder ist einfach a-sozial!
Oder da ist jemand neidisch und begreift es nicht. Was ist an so einem Auto so schlimm? Es sieht robust aus (im Gegensatz zu meist Kleinwagenklappergestellen, die sich so anfüllen als ob die schon bei Tempo 100 auseinanderbrechen). Er verbraucht relativ wenig für so eine Größe, falls die 8 Liter wirklich stimmen. Und genug PS hat er auch, versuch mal mit einem 75PS Smart mit Automatikgetriebe eine Einfahrt auf einer voll befahrenen Autobahn zu nehmen, das nenne ich Lebensmüde. Und wenn du in einen Smart 1 Wasserkiste, 2 große Einkaufstüten und einen Beifahrer mitnimmst, dann verbrauchst du auch bis an die 10 Liter wenn du mal aufs Gaspedal drückst. Auch wenn er nicht < 5 Liter verbraucht und klein wie ein Schuhkarton ist, wie sich das so einige Radikalgrüne hier wünschen, ich gönne es jeden wer sich so ein schönes Auto leisten und damit Spass haben kann. Großeinkäufe mit Familie, hügelige Autobahnen, verschneite Straßen sicher meistern, ... einfach ein schönes universelles Auto. Und an die Grünen: Steigt um aufs Fahrrad (ach ne, Plastikteile und Leichtmetallrahmen werden ja in giftigen Fabriken in China oder sonstwo produziert), geht einfach zu Fuss in warmer Kleidung (ach ne, ist ja auch giftiges Polyacril in der Kleidung), besser noch pflanzliche/tierische Wolle (auch da werden Pflanzen für kastriert oder Tiere führen ein ehlendes Leben auf irgendeinem Bauernhof). Am besten geht ihr nackt durch euer Leben, isst nur Sojaprodukte und seit euer ganzes Leben depressiv, weil ihr euch an nichts erfreuen könnt und niemanden was gönnt was euch nicht passt.
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Schnellcheck
Range Rover Sport

Das begeistert: ...die Gelassenheit, mit der das Dickschiff den Sportler gibt.

Das fehlt: ...mehr Platz für den Fahre und eine Start-Stopp-Automatik.

Das nervt: ...das mühsam zu bedienende Navi.

Was sonst? Eine größere Spreizung zwischen schickem Range und sportlichem Range Sport wäre unser Vorschlag.

Fahrzeugschein
Hersteller: Land Rover
Typ: Range Rover Sport (2012)
Karosserie: Geländewagen/Pickup/SUV
Motor: V6-Commonrail-Diesel
Getriebe: Achtgang-Automatik
Antrieb: Allrad
Hubraum: 2.993 ccm
Leistung: 256 PS (188 kW)
Drehmoment: 600 Nm
Von 0 auf 100: 8,9 s
Höchstgeschw.: 200 km/h
Verbrauch (ECE): 8,8 Liter
CO2-Ausstoß: 230 g/km
Kofferraum: 958 Liter
umgebaut: 2.013 Liter
Versicherung: 24 (HP) / 27 (TK) / 25 (VK)
Preis: 62.900 EUR

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