Sachs Beast Science-Fiction aus Franken

Die Nürnberger Marke Sachs meint es ernst mit ihren Motorrad-Ambitionen. Das zeigen nicht nur die aktuellen Modelle, das zeigt vor allem der Prototyp "Beast". Ein futuristisch gestylter, technisch kühn konzipierter Feuerstuhl.

Von Jürgen Pander


Entwicklungschef Hartmut Huhn mit der Sachs Beast.
DPA

Entwicklungschef Hartmut Huhn mit der Sachs Beast.

Puristen werden von diesem Motorrad nicht genug bekommen können. Es ist außerordentlich leicht, auffällig klein und dennoch bärenstark. Chefentwickler Hartmut Huhn und sein Team wollten mit der Maschine zeigen, wie sie sich ein kompromisslos-sportliches Motorrad vorstellen.

Auf den ersten Blick wirkt das Bike so, als hätten die Mechaniker beim Zusammenbauen einige Teile vergessen. Doch das täuscht: An der Beast ist alles dran, was dran sein soll. Das mit den fehlenden Teilen stimmt trotzdem. Es gibt zum Beispiel kein Steuerkopfrohr. An seiner Stelle befindet sich der Lufteinlasstrakt für Luftfilter und Kühler. Huhn erklärt dieses Konstruktionsweise so: "Uns ging es darum, die Stirnfläche so klein wie möglich zu halten und trotzdem die Airbox und den einen Kühler, der extrem schräg im Tunnel des Rahmenmonocoques hängt, mit genügend frischer Luft zu versorgen."

Andere auffällige Details sind die Schmiederäder oder das einzeln stehende Federbein, das direkt am Rahmen angelenkt ist. Filigran wirken die Schwünge der 2-in-1-Auspuffanlage, extrem cool sehen die beiden übereinander angeordneten Scheinwerferaugen aus. Ungewöhnlich ist auch der zweiteilige Tank, der rechts und links des Zentralrahmens sitzt. Weil das Motorrad so schmal und schnittig wie möglich ausfallen sollte, wählten die Konstrukteure einen längs eingebauten V-Motor mit acht Ventilen als Antriebsquelle. Das Aggregat mit 998 Kubikzentimeter Hubraum und Benzineinspritzung ist in der Standardausführung mit einer Leistung von etwa 100 PS (74 kW) vorgesehen. Darüber hinaus liebäugelt Sachs mit einer Supersport-Variante, bei der das Triebwerk durch einen Kompressor aufgemotzt wird und so eine Leistung von bis zu 160 PS (118 kW) entwickeln kann.

Dieser Wert klingt noch besorgniserregender, wenn man das Motorradgewicht von lediglich 150 Kilogramm dazu in Beziehung setzt. So wird es zum Beispiel möglich, eine Höchstgeschwindigkeit von rund 300 km/h zu erreichen. Es dürfte dann jedoch ganz schön zugig werden für den auf dem superschmalen Sattel kauernden Piloten.

Doch noch ist die Beast ein Prototyp. Was letztendlich für ein Serienmotorrad übernommen wird, ist noch nicht endgültig entschieden. Allerdings, das sagen die Verantwortlichen bei Sachs auch ganz deutlich, werden viele Detaillösungen und Designideen, die den Zukunfts-Racer auszeichnen, von künftigen Serienmaschinen übernommen.



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