Autogramm Skoda Rapid Clever und smart

Mit üppigem Platzangebot, niedrigem Preis und pfiffigen Details buhlte der Skoda Rapid bisher um vernunftorientierte Kompaktauto-Kunden. Dank neuer Onlinedienste sollen ihm jetzt auch Digitalos verfallen.

Skoda

Der erste Eindruck: Ein alter Bekannter.

Das sagt der Hersteller: Für Frank Jürgens, Skoda-Chef in Deutschland, ist der Rapid so etwas wie der stille Star der Modellpalette. Die Rapid-Baureihe macht konstant zehn Prozent des weiter wachsenden Absatzes der Marke aus. "Und Preis und Platzangebot sind zwei Disziplinen, in denen der Rapid unschlagbar ist", sagt Jürgens und beides ist Kunden der Kompaktklasse wichtig.

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Autogramm Skoda Rapid: Neue Benziner, neues Infotainment

Das ist uns aufgefallen: Der Eiskratzer im Tankdeckel, der Regenschirm unter dem Beifahrersitz, die Wendematte im Kofferraum - derartige Details haben Skodas Ruf als "Simply Clever"-Marke begründet. Mit der Modellpflege will der Rapid nun auch "smart" werden; das Auto erhält ein neues Online-Infotainment-System. "Connect" nennt Skoda die im ersten Jahr kostenfreien Dienste, die Informationen wie touristische Sonderziele, aktuelle Nachrichten, die Spritpreise an den nächstgelegenen Tankstellen, Staus und Verkehrsbehinderungen oder den Wetterbericht auf den großen (natürlich kostenpflichtigen) Touchscreen ins Auto holen.

Zudem lässt sich auf Knopfdruck eine Hotline für Pannen- oder Notrufe erreichen und eine App ermöglicht den Kontrollblick auf den geparkten Wagen: Wo steht das Auto? Sind die Fenster und Türen geschlossen? Wie groß ist der Spritvorrat? All das lässt sich auf dem Handy anzeigen. Und das hat für die Generation-iPhone sicher mehr Sexappeal als ein Regenschirm im Fußraum. Weil man jetzt stets vernetzt sein kann im Skoda, gibt es nun auch zwei USB-Buchsen für die Hinterbänkler, damit denen beim Surfen nicht der Saft ausgeht.

Weil sich der Rapid aber nicht nur auf der Datenautobahn bewegen will, sondern auch auf echten Straßen, gibt es zur Modellpflege neben der neuen Software und ein bisschen frischer Schminke auch neue Benzinmotoren, die dem Trend zum Dreizylinder folgen. Die beiden Maschinen haben lediglich einen Liter Hubraum, werden von einem Turbolader auf Trab gebracht und entwickeln eine Leistung von 95 oder 110 PS.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Skoda Rapid - mit unserem 360-Grad-Foto:

Wer sich für das stärkere der beiden Triebwerke entscheidet, ist damit gut bedient. Der Motor hängt mit 200 Nm Drehmoment gut am Gas, beschleunigt in 9,8 Sekunden auf Tempo 100 und schafft 200 km/h Höchstgeschwindigkeit. Und selbst wenn er dabei zehn oder zwanzig Prozent mehr Sprit verbraucht als die 4,5 Liter des Normverbrauchs, ist er noch immer so sparsam, dass sich die beiden Dieselmotoren mit 1,4 und 1,6 Liter Hubraum und 90 oder 115 PS kaum rechnen. Zumal die noch lauter knurren und knattern als die beiden ebenfalls recht vorlauten Dreizylinder-Benziner. Doch nur wegen des geringeren Geräuschpegels und 15 PS mehr Leistung lohnt sich der Aufstieg zum bekannten 1,4 Liter-Vierzylinder-Benziner mit 125 PS nicht wirklich.

Das muss man wissen: Der aufgefrischte Rapid kann ab sofort bestellt werden und kostet in der Basisversion mit dem 95 PS starken Dreizylinder 15.790 Euro - das sind exakt 100 Euro mehr als bisher.

Das fünftürige Modell ist übrigens nicht die einzige Karosserievariante. Es gibt den Rapid auch als Limousine. Die ist 100 Euro teurer, sieht aber langweiliger aus, weshalb sich bei Skoda auch keiner wundert, dass hierzulande lediglich drei Prozent der Kunden den Viertürer bestellen. Vielmehr fragen sich manche in der deutschen Skoda-Zentrale in Weiterstadt, weshalb der Exot - wie zum Beispiel in Frankreich geschehen - nicht ganz aus dem Angebot gestrichen wird.

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Das werden wir nicht vergessen. Der Rapid überzeugt vor allem mit dem üppigen Platzangebot. Denn was nutzen Hotspot oder USB-Anschluss, wenn beim Surfen auf der Rückbank die Knie an den Rücklehnen der Vordersitze scheuern? Eben.

Fahrzeugschein
Hersteller: Skoda
Typ: Rapid Spaceback 1.0 TSI
Karosserie: Kompaktwagen
Motor: Dreizylinder-Bezindirekteinspritzer-Turbo
Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe
Antrieb: Front
Hubraum: 999 ccm
Leistung: 110 PS (81 kW)
Drehmoment: 200 Nm
Von 0 auf 100: 9,8 s
Höchstgeschw.: 200 km/h
Verbrauch (ECE): 4,5 Liter
CO2-Ausstoß: 104 g/km
Kofferraum: 550 Liter
umgebaut: 1.490 Liter
Gewicht: 1.190 kg
Maße: 4483 / 1706 / 1461
Preis: 16.930 EUR
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insgesamt 133 Beiträge
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Seite 1
mazzmazz 11.05.2017
1. Tolles Auto
Eine Kollegin fährt den Rapid. Ich finde, das ist ein tolles Auto, denn er wärmt das Golf 2 - Format wieder auf. Für ein Kompaktauto ist das nach wie vor die optimale Größe- Ausstattung und Preis sind einigermaßen akzeptabel. Blöderweise aber gibt es ihn nur mit den anfälligen VW-Motoren, weshalb er aus dem Raster fällt.
thequickeningishappening 11.05.2017
2. Schauen Sie sich mal die Preisliste für Skoda
in Australien an! Das gleiche gilt für alle anderen Produkte aus dem Hause VW! Der deutsche Aurokauefer subventioniert den Export in der Mischkalkulation!
Bolligru 11.05.2017
3. Richtig heißt es
"dank neuer Online-Dienste", sehr schade, wenn selbst Journalisten die deutsche Grammatik nicht mehr beherrschen.
steingärtner 11.05.2017
4. Bitte vervollständigen
Was kostet der Wagen, von dem die Fotos zum Beitrag sind ? Ansonsten schreibt unter den "Test" was es ist : Werbung. Ist ja nichts schlimmes, aber erwähnenswert wäre es schon. Ich tippe den Preis des Testwagens, da offensichtlich mit allen Extras, bei irgendwas um 25 tEUR. Ist ja schließlich ein preiswerter Skoda und dann noch mit Dreizylinder-Motor.
kenterziege 11.05.2017
5. Wenn ein Auto wirklich kein Statussymbol wäre....
....dann hätte so ein Auto den 5-fachen Absatz. Die tausendfach zitierten Marktforscher und Gesellschaftswissenschaftler irren. Die Jugendlichen wollen weiter Auto fahren und bevorzugen dabei bestimmte Marken. Der Rapid ist etwas für Leute die arg auf das Geld schauen müssen oder die soviel und noch dazu Selbstbewusstsein haben, dass sie ihre Statusbedürfnisse anders, als über das Auto befriedigen können.
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