Skoda Roomster: Wer braucht schon Fahrspaß?
Viele verbinden mit Automobilen Attribute wie Emotion und Dynamik. Das Design des Skoda Roomster erregt zwar die Gemüter, doch Fahrspaß sucht man vergebens - zumindest im Modell mit dem 1,2-Liter-Basismotor. Der ist das große Problem eines ansonsten überzeugenden Autos.
Der Skoda Roomster hat sich mit bislang rund 60.000 verkauften Exemplaren allmählich in die Randbezirke des automobilen Bewusstseins vorgepirscht, da gibt es nach drei Jahren das erste Facelift des Minivans. Wie bei solchen Anlässen üblich, haben die Tschechen dezente Änderungen zum Beispiel an den Scheinwerfern und den Radhäusern vorgenommen. Stünde dies nicht in der Pressemappe, würde man das aber kaum merken. Außerdem spendiert die VW-Tochter das Stabilitätsprogramm ESP nun bereits serienmäßig ab Werk.
Mit Gesprächen über das Erscheinungsbild des Autos ließe sich wohl ein ganzer Abend füllen, so kontrovers wird das Design des Roomster von autophilen Menschen gesehen. Manche finden das Konzept des Autos hervorragend: Der vordere Teil sieht aus wie ein herkömmlicher Kompaktwagen. An der B-Säule erfolgt dann ein klarer optische Bruch: Man hat den Eindruck, als sei dort das Hinterteil eines Hochdachkombis angeschweißt. Andere wiederum sind eher irritiert.
Im Innenraum wird das Zwitter-Konzept konsequent fortesetzt. In der ersten Reihe fühlen sich die Insassen wie in einem normalen Auto der Kompaktklasse. Die von SPIEGEL ONLINE getestete Ausstattungsvariante Style wirkt angenehm aufgeräumt - überflüssige Ausstattungsdetails wie etwa elektrische Sitzverstellung gibt es nicht, beheizbares Gestühl ist nur gegen Aufpreis erhältlich. Im Cockpit ist die Anzeige des Bordcomputers integriert, die Mittelkonsole enthält die Bedienelemente des übersichtlichen Entertainmentsystems und der Klimaanlage. Einen Tempomat gibt es gegen 160 Euro Aufpreis. Wer in dem Auto Kleinkram wie etwa Mobiltelefon, MP3-Player oder andere Gegenstände verstauen möchte, sollte für 190 Euro das Ausstattungspaket Ablage Plus ordern.
Günstiges Raumwunder
Im Fond wird der Roomster zum flexiblen Raumwunder. Mindestens 450 Liter bietet das Gepäckabteil und kann je nach Konfiguration der verschieb- und ausbaubaren Rücksitze auf bis zu 1780 Liter erweitert werden. Damit eignet der Roomster besonders gut für kleine Familien mit begrenztem Budget. Denn im Vergleich zu ähnlichen Autos wie etwa Opel Meriva (ab 15.900 Euro) oder dem etwas größeren Fiat Doblò (ab 15.450 Euro) ist der Tscheche fast ein Schnäppchen. Die Basismotorisierung ist bereits ab 13.150 Euro erhältlich.
Wer mit dem Auto und dem kleinsten Drei-Zylinder-Motor mit 1,2 Liter Hubraum eine längere Reise unternehmen möchte, sollte gewarnt sein. Das 69 PS starke Aggregat, das die Konzernmutter VW auch im Polo einsetzt, raubt einem jede Chance auf einen entspannten Trip in den Urlaub. Selbst wenn man allein mit dem Wagen unterwegs ist, greift man immer wieder an den Handbremsengriff - um zu prüfen, ob die Sperre auch wirklich gelöst ist. Das Resultat der schwachen Motorisierung ist eine vergleichbar bescheidene Beschleunigung: 15,9 Sekunden vergehen, bis die 100-km/h-Marke erreicht ist. Bei 159 Sachen ist Schluss.
Eine weiterer Nachteil ist der Verbrauch. Der schwachbrüstige Motor gönnt sich im Schnitt 6,2 Liter auf 100 Kilometer - der Bordcomputer ermittelte einen Verbrauch von sechs Litern während der rund 50 Kilometer langen Testfahrt in und um Mainz. Benzindirekteinspritzung und Turbo? Fehlanzeige. Diese typischen Downsizing-Elemente gibt es erst mit dem Vierzylinder-Motor gleichen Hubraumes für rund 1300 Euro Aufpreis. "Der Roomster mit Dreizylinder-Maschine ist unser Basismodell. Bei einem Einsatz von zusätzlicher Technik wäre der Preis nicht durchzusetzen", sagt Hermann Schmitt, Geschäftsführer von Skoda Deutschland.
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Skoda will pro Jahr rund 15.000 Roomster verkaufen. Zwar läuft das Geschäft mit Minivans allgemein eher schlecht, doch die Tschechen haben Grund zum Jubeln. Denn 2009 lief es für den Roomster besonders gut. Der Absatz des Autos steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 65 Prozent auf 24.000 Einheiten. Der Grund: die Abwrackprämie.
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- Montag, 10.05.2010 – 09:51 Uhr
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Einsteigen: ...weil der Wagen übersichtlich, geräumig und in der Anschaffung günstig ist.
Aussteigen: ...weil die Basismotorisierung zu schwach ist. Außerdem verbraucht das Aggregat zu viel Sprit.
Umsteigen: ...aus Autos wie Opel Meriva, Nissan Note oder etwas größeren Modellen wie dem Fiat Doblò.
| Hersteller: | Skoda |
|---|---|
| Typ: | Roomster (2010) |
| Karosserie: | Van/Kleinbus |
| Motor: | Dreizylinder-Benziner |
| Getriebe: | Fünfgang Schaltgetriebe |
| Antrieb: | Front |
| Hubraum: | 1.198 ccm |
| Leistung: | 69 PS (51 kW) |
| Drehmoment: | 112 Nm |
| Von 0 auf 100: | 15,9 s |
| Höchstgeschw.: | 159 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 6,2 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 143 g/km |
| Kofferraum: | 450 Liter |
| umgebaut: | 1.780 Liter |
| Versicherung: | 16 (HP) / 15 (TK) / 17 (VK) |
| Preis: | 14.950 EUR |
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