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Autogramm Smart Cabrio: Der ist ausbaufähig

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Autogramm Smart Cabrio: Kleiner Sonnenschein Fotos
Daimler AG

Der Mini-Mercedes macht sich frei: Im März kommt die Cabrio-Version des neuen Smart auf den Markt. Wer damit maximal offen unterwegs sein will, muss das Auto erst einmal zerlegen.

Der erste Eindruck: Kennst du einen, kennst du alle. Auch als Cabrio bleibt sich der Smart treu und zeigt die gleiche Stupsnase und die identischen Pausbacken wie das geschlossene Modell Fortwo. Das Stoffverdeck ist so geschnitten, dass auch die Silhouette nahezu unverändert bleibt.

Das sagt der Hersteller: Wenn Smart-Chefin Annette Winkler über das Cabrio spricht, denkt man unweigerlich an ein Überraschungsei. Sie preist den Wagen als "drei Autos in einem" und begründet das so: Das Verdeck kennt neben den Positionen "offen" und "geschlossen" auch noch eine sogenannte "Targa-Position". Übersetzt aus dem Marketing-Sprech heißt das: halb-offen, beziehungsweise halb-geschlossen.

120.000 Smarts hat Daimler im vergangenen Jahr verkauft, in Europa bescherte die Einführung der neuen Baureihe ein Absatzplus von 70 Prozent. Das Cabrio-Modell soll den Aufwärtstrend jetzt weiter ankurbeln.

Das ist uns aufgefallen: Das Stoffverdeck des Smart Cabrio funktioniert im Prinzip wie ein Schiebedach. Die Größe der Öffnung lässt sich beinahe stufenlos regeln, je nachdem, wie lange man mit dem Finger auf der Taste bleibt. Man kann also auch an kühleren Tagen ein bisschen Sonne und Frischluft ins Auto lassen, ohne dass es ungemütlich wird.

Wer es gerne windig mag, kann das Verdeck ganz nach hinten fahren und dazu noch die Dachbalken entfernen. Dazu muss man jedoch ein wenig Hand anlegen. Das Stoffverdeck selbst faltet sich zwar binnen zwölf Sekunden elektrisch über dem Heck zusammen, doch die Dachstreben muss man manuell abnehmen. Mit zwei Klicks werden die Metallteile entriegelt, abgehoben und danach in einer Kassette in der Heckklappe verstaut.

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Das bringt allerdings Nachteile mit sich: Denn erstens frisst die gefüllte Kassette ziemlich viel Platz in dem ohnehin mageren Kofferraum, der damit auf das Format eines Handschuhfachs schrumpft. Zweitens wirkt die Unterbringung mit Spannbändern aus Gummi und Schnapphaken nicht so vornehm, wie man das bei einer Mercedes-Schwestermarke erwartet.

Andererseits bietet das Verdeck auch eine "Cargo-Stellung", bei der zum leichteren Beladen des Kofferräumchens das Stoffdach ein wenig angehoben werden kann, was die Gepäckluke vergrößert.

Zwar ist der Smart trotz seines kleinen Formats mittlerweile ein erwachsenes Auto geworden, mit dem man auch außerhalb geschlossener Ortschaften Spaß haben kann. Doch während man sich über Lande neben großen Cabrios und Roadstern immer ein bisschen vorkommt wie ein Kind, das sich im Schwimmbad zum ersten Mal ins große Becken wagt, wächst der Winzling in der Stadt über sich hinaus.

Denn je enger es auf der Straße wird, desto wohler fühlt man sich in dem Knirps. Groß ist die Freude über den kleinen Wendekreis und gelassen zirkelt man den Winzling in all jene Lücken, an denen ausgewachsene Autos vorbeifahren müssen.

Klar, das kann man alles auch mit dem Modell mit festem Dach erleben. Doch sind Eindrücke und Emotionen einfach eine Nummer intensiver und direkter, wenn das Auto offen ist und so die Grenzen zwischen drinnen und draußen verwischen.

Das muss man wissen: Das Smart Cabrio kommt im März in den Handel und kostet mindestens 15.655 Euro - rund 3400 Euro mehr als das geschlossene Modell. Aber Annette Winkler kann den Preis blumig beschreiben: Für sie ist die Open-Air-Version nämlich einerseits die exklusivste Art, einen Smart zu fahren, andererseits aber auch das billigste Vollcabrio auf dem deutschen Markt.

Angeboten wird der Wagen mit den zwei bekannten Dreizylindermotoren, dem 1,0-Liter-Sauger mit 71 PS und dem 0,9-Liter-Turbo, der auf 90 PS kommt und 895 Euro mehr kostet. Serienmäßig sind beide Aggregate an ein Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt.

11,7 Sekunden braucht der Smart Cabrio aus dem Stand auf Tempo 100 (im 70-PS-Modell sind es 15,5 Sekunden), 155 km/h Höchstgeschwindigkeit sind drin. Klingt bescheiden, fühlt sich jedoch in so einem kleinen Auto verdammt schnell an. Erst recht mit offenem Dach. Außerdem gibt es für Eiligere ab Herbst eine flinke Brabus-Variante, und zum Jahreswechsel ein Smart Cabrio mit Elektroantrieb.

Das werden wir nicht vergessen: Der Lärm der Stadt, das Getümmel und ihren Geruch - in keinem anderen Auto erlebt man das so intensiv und ungefiltert wie im offenen Smart. In normalen Cabrios sehnt man sich nach einsamen Lavendel-Landschaften und dem herben Klima rauer Küstenstraßen. Doch im Smart Cabrio wird selbst die Rushhour zum Rausch der Sinne und man ist mittendrin statt nur dabei.

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insgesamt 57 Beiträge
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1. Ein hässliches Auto
Rubyconacer 27.01.2016
Der alte Smart hatte noch Charme, dieser hat nur noch die Anmutung eines hingehunzten (teuren) Billigautos.
2.
RudiRastlos2 27.01.2016
Schön, ein Cabrio. Und wann kommt endlich die Elektro-Version? Daran erkennt man, wo Smart die Prioritäten setzt... ok, ist halt auch ein Konzern und kein Wohltätigkeitsverein.
3. Irgendwie
werner-xyz 27.01.2016
sind das für mich keine Cabrios sondern Targas oder Laundelets. Irgendwann wird jedes größere Schiebedach als Cabrio verkauft. Stand am Wochenende vor dem (noch) aktuellen Modell auf einer Automesse. Da waren die Dachholme in der Heckklappe verstaut. Nix für schwache Frauen, die dann wieder zu zu bekommen. Die Dachholme sind nicht gerade leicht.
4. Unverändert
desireless 27.01.2016
Offenbar kennt der Autor die Vorgängermodelle nicht. Das Prinzip ist unverändert, das Verstauprinzip ebenso. Der Artikel beschreibt nichts Neues.
5.
vauxhall96 27.01.2016
Voll Cabrio? Voll daneben trifft es wohl eher. Über 3.000 ? für etwas mehr als ein Schiebedach ist dann doch ein bisschen viel. Und ob die Zielgruppe sich tatsächlich hinstellt und mit handwerklichem Geschick die Dachstreben entfernt ... kaum zu glauben.
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Fahrzeugschein
Hersteller: Smart
Typ: Fortwo Cabrio
Karosserie: Cabriolet
Motor: Dreizylinder-Turbobenziner
Getriebe: Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe
Antrieb: Heck
Hubraum: 898 ccm
Leistung: 90 PS (66 kW)
Drehmoment: 135 Nm
Von 0 auf 100: 11,7 s
Höchstgeschw.: 155 km/h
Verbrauch (ECE): 4,2 Liter
CO2-Ausstoß: 97 g/km
Kofferraum: 260 Liter
umgebaut: 340 Liter
Gewicht: 995 kg
Maße: 2695 / 1663 / 1555
Preis: 16.550 EUR


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