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Autogramm Smart Fortwo: Miniatur des Kreises

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Autogramm Smart Fortwo: Kurz und gut Fotos
Daimler

Innen groß, außen klein und extrem wendig - der neue Smart baut seine Stärken für die Stadt aus. Doch etwas fehlt dem Winzling von Mercedes: Einzigartigkeit. Der Zweisitzer im Test.

Der erste Eindruck: Da kann er noch so dicke Backen machen und frech den kleinen Bug recken - auch der neue Smart sieht aus, als sei er gerade aus einem übergroßen Kaugummi-Automaten gekullert.

Das sagt der Hersteller: "Alles bleibt anders", auf diese drei Worte reduziert Smart-Markenchefin Annette Winkler den Generationswechsel. Der neue Smart Fortwo übernehme das bewährte Konzept, erweitere es jedoch in fast jeder Hinsicht. "Er bietet mehr Platz, mehr Farbe, mehr Ausstattung und noch mehr Freude in der Stadt. Nur die Fahrzeuglänge bleibt mit 2,69 Metern so einmalig kurz wie bisher", sagt Winkler. Produktmanager Frank Zimmermann preist das Auto mit einer Wortspielerei: "Der Smart bietet metropolen Fahrspaß."

Das ist uns aufgefallen: So klein der Smart von außen wirkt, so groß kommt er einem von innen vor. Jedenfalls solange man nicht über die Schulter schaut und erschrickt, wie nah die Rückwand ist. Vor allem zur Seite hin ist das Auto luftiger geworden - kein Wunder, denn die Karosserie wuchs um zehn Zentimeter in die Breite.

Der Fortwo ist aber nicht nur gewachsen, er ist auch gereift. Das merkt man nicht nur an Details wie dem liebevoll programmierten Bordcomputer mit dem hochwertigen flachen Monitor oder an der Touchscreen-Navigation. Die Reife wird auch beim Fahrverhalten deutlich. Dank einer breiteren Spur fährt der Smart ruhiger und gelassener als bislang und fühlt sich plötzlich wie ein echtes Auto an.

Umso verwunderlicher, dass Smart an gut sichtbaren Stellen offenbar gespart hat: Die Sonnenblenden und der Plastikhandbremshebel wirken ziemlich billig.

Für treue Smart-Kunden heißt es beim neuen Modell Abschied nehmen von Kleinigkeiten, die den Kleinwagen von Anfang an prägten: Die wie Micky-Maus-Ohren aussehenden Zusatzinstrumente über der Mittelkonsole mussten einer zentralen Anzeigensäule weichen. Der Zündschlüssel sitzt jetzt da, wo er hingehört: an der Lenkradsäule und nicht mehr wie früher in der Mittelkonsole.

Die größte Veränderung betrifft aber das Getriebe. Gab es bislang nur eine Halbautomatik, wechselt man die Gänge fortan per Hand oder kann - ab dem Frühjahr - ein Doppelkupplungsgetriebe bestellen.

Das muss man wissen: Die Auslieferung des Smart Fortwo beginnt Ende November, die Preise starten bei 10.895 Euro. Dafür gibt es den 2,69 Meter kurzen Zweisitzer mit einem über der Hinterachse montierten 1-Liter-Motor, der mit 71 PS im Stadtverkehr einen munteren Eindruck macht. Trotz seiner knapp 900 Kilo ist der Smart kein Leichtgewicht und deshalb auch kein Verbrauchswunder. 4,1 Liter je 100 Kilometer - auf solche Normwerte kommen Viersitzer wie der VW Up mittlerweile auch. Alternativ zum Basis-Modell gibt es den Smart für 900 Euro Aufschlag mit einem Dreizylinder-Turbomotor, dessen Leistung bei 90 PS liegt.

Anders als in den letzten Jahren ist der Smart nun kein Einzelgänger mehr - und zwar gleich im doppelten Sinne. Denn erstens entstammt der neue Bonsai-Benz einer Kooperation von Daimler mit Renault und ist eng verwandt mit dem neuen Twingo. Und zweitens wird es auch wieder einen Smart Forfour geben. Die viertürige, viersitzige Variante ist 80 Zentimeter länger und rund 600 Euro teurer.

Das Smart Cabrio und der elektrisch angetriebene Smart ED laufen noch ein Jahr lang in der bisherigen Form weiter, ehe 2016 auch diese Modelle in der frischen Generation angeboten werden. Und den E-Antrieb wird es dann für beide Typen geben, also den Fortwo und den Forfour.

Das werden wir nicht vergessen: Wer mit dem Fortwo über einen Parkplatz kurvt, kommt aus dem Staunen kaum mehr heraus. Denn der noch mal geschrumpfte Wendekreis ist mit 6,95 Metern so klein, dass der Smart bei vollem Lenkradeinschlag beinahe um sich selbst herum fährt. In einem derartigen Brummkreisel macht sogar Stadtverkehr richtig Spaß.

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insgesamt 69 Beiträge
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1. Der arme Hayek
frank@franmedia.de 03.11.2014
Jetzt muss er sich schon wieder im Grabe umdrehen. Mit dem dritten Smart-Aufguss ist jetzt alles kaputt, was im ersten Modell toll war. Danke Mercedes! Endlich das Zündschloss am Lenker, so dass man sich da leicht die Knie dran stößt. Kommt besonders gut beim Unfall. Endlich auch ne richtige Schaltung, so dass man nicht mehr entspannt mit der Automatik fahren kann. Und der Mitteltunnel nimmt jetzt endlich auch so viel Platz wie möglich weg, wie bei nem richtigen Auto. Ich bin sprachlos. Da sind die witzigen "Ohren-Instrumente", die jetzt fehlen schon fast verschmerzbar. Wie mache ich mein Kultauto in nur zwei Generationen kaputt? So.
2. kann man gespannt sein
der_potsdamer 03.11.2014
... wie lange den der Motor bri diesem neuen Modell hält - konnte man schließlich beim alten ab ca 80.000 Kilometern schon fast die Uhr danach stellen, wann der Motor aufgibt. sehr zum Ärgernis von Neukunden mit einem gebrauchten Smart ...
3. wurde auch zeit...
tadamtadam 03.11.2014
... dass ein vernünftiges getriebe in dieses auto kommt. die vorigen smart-modelle hatten mit an sicherheit grenzende wahrscheinlichkeit die schlechte automatik, die jemals in ein auto verbaut wurde...
4. Quatsch
axelkli 03.11.2014
Zitat von frank@franmedia.deJetzt muss er sich schon wieder im Grabe umdrehen. Mit dem dritten Smart-Aufguss ist jetzt alles kaputt, was im ersten Modell toll war. Danke Mercedes! Endlich das Zündschloss am Lenker, so dass man sich da leicht die Knie dran stößt. Kommt besonders gut beim Unfall. Endlich auch ne richtige Schaltung, so dass man nicht mehr entspannt mit der Automatik fahren kann. Und der Mitteltunnel nimmt jetzt endlich auch so viel Platz wie möglich weg, wie bei nem richtigen Auto. Ich bin sprachlos. Da sind die witzigen "Ohren-Instrumente", die jetzt fehlen schon fast verschmerzbar. Wie mache ich mein Kultauto in nur zwei Generationen kaputt? So.
Die Automatik beim bisherigen Smart war mit ihren langen Schaltpausen und dem nervigen Ruckeln einfach nicht mehr zeitgemäß. Und der Mitteltunnel stört nicht, oder haben Sie bisher zu dritt vorne im Smart gesessen? Wenn Sie nicht mit einer Handschaltung umgehen können, steht ab nächstem Jahr ja auch ein DSG zur Verfügung. Zudem bietet der neue den noch kleineren Wendekreis und auch einen besseren Federungskomfort. Ich freue mich schon, wenn Car2go den neuen hoffentlich bald in die Flotte übernimmt.
5.
razer 03.11.2014
Zitat von frank@franmedia.deJetzt muss er sich schon wieder im Grabe umdrehen. Mit dem dritten Smart-Aufguss ist jetzt alles kaputt, was im ersten Modell toll war. Danke Mercedes! Endlich das Zündschloss am Lenker, so dass man sich da leicht die Knie dran stößt. Kommt besonders gut beim Unfall. Endlich auch ne richtige Schaltung, so dass man nicht mehr entspannt mit der Automatik fahren kann. Und der Mitteltunnel nimmt jetzt endlich auch so viel Platz wie möglich weg, wie bei nem richtigen Auto. Ich bin sprachlos. Da sind die witzigen "Ohren-Instrumente", die jetzt fehlen schon fast verschmerzbar. Wie mache ich mein Kultauto in nur zwei Generationen kaputt? So.
Nein ganz so negativ ist die 3. Generation nun doch nicht zu sehen. Aktive wie auch passive Fahrsicherheit sind um Welten besser als bei der 1. Generation. Er ist zwar etwas länger und breiter geworden, hat aber auch wesentlich mehr Platz für 2 Personen und Gepäck. Der Wendekreis ist wesentlich (über 1 m) kleiner als beim 2,50m Urmodell. Das Fahrwerk hat jetzt schon eine Andeutung von Fahrkomfort. Seit dem Smart ED gibt es auch die ursprünglich vorgesehene, hervorragende, Elektromotorisierung, für die der Smart überhaupt konzipiert wurde. Einzig der Wegfall des automatisierten Schaltgetriebes ist eine Frechheit(in der letzten 5-Gang-Version fast einwandfrei in der Funktion), da der Aufpreis für das neue Doppelkupplungsgetriebe exorbitant ausfallen dürfte.
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Fahrzeugschein
Hersteller: Smart
Typ: Fortwo (71 PS)
Karosserie: Kleinstwagen
Motor: Dreizylinder-Benziner
Getriebe: Sechsgang-Doppelkupplung
Antrieb: Heck
Hubraum: 999 ccm
Leistung: 71 PS (52 kW)
Drehmoment: 91 Nm
Von 0 auf 100: 14,9 s
Höchstgeschw.: 151 km/h
Verbrauch (ECE): 4,1 Liter
CO2-Ausstoß: 93 g/km
Kofferraum: 260 Liter
umgebaut: 350 Liter
Maße: 2695 / 1663 / 1555
Preis: 11.895 EUR


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