Smart Fortwo: Ein Auto, das elektrisch fahren will

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Wurde da was gemacht? Der neue Smart Fortwo sieht seinem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich. Beim Verbrauch des kleinen Stadtflitzers hat der Daimler-Konzern noch ein bisschen mehr herausgeholt - wer jedoch richtig sparen will, der wartet besser auf die Elektroversion.

Smart Fortwo: Plötzlich wieder ganz vorne Fotos

Ob's an der Hitze liegt? Als wir nach einem kurzen Zwischenstopp wieder in unseren Testwagen klettern wollen, stutzen wir etwas. War der nicht eben noch froschgrün? War er, aber jetzt stehen wir vor einem alten, in schwarz lackierten Smart. Der hat neben unserem geparkt.

So etwas könnte öfter vorkommen - denn den neuen Smart Fortwo vom Vorgängermodell zu unterscheiden, ist nicht ganz einfach. Die Abmessungen des aufgefrischten Kleinstwagens sind gleich geblieben, ebenso die Silhouette. Viele Autohersteller nutzen sogenannte Facelifts nach der Hälfte der Modellaufzeit, um ihre Fahrzeuge optisch kräftig aufzumöbeln. Auf dass neu wirke, was eigentlich schon oll ist.

Nicht so Smart. Offensichtlich gefällt der Daimler-Tochter das Wägelchen so, wie es ist. Zu den aufsehenerregenden optischen Neuerungen des Exterieurs gehören Tagfahr-LEDs und, der Wahnsinn, ein nunmehr lackierter Tankdeckel. Da darf man konstatieren, dass hier eigentlich nichts gemacht wurde.

Musste vielleicht aber auch nicht. Der Kleinstwagen dümpelte lange Zeit vor sich hin und galt konzernintern als monetäre Sickergrube. Inzwischen jedoch ist das Konzept des wendigen Stadtautos aktueller denn je. Und der Smart sieht, trotz seines Alters von inzwischen fast zwölf Jahren, immer noch erstaunlich jung aus.

Immer noch der alte Sparfuchs

Etwas mehr hat sich im Innenraum getan. Neue Stoffbezüge auf den Konsolen und an den Türen lassen das Interieur gediegener wirken, die Instrumente wurden komplett erneuert. Außerdem gibt es vorne eine höchst nützliche Ablagebox und Netztaschen an den Sitzen.

Auch bei den Motoren ist nicht allzu viel passiert. Immer noch gibt es den Smart mit einem kleinen Dieselaggregat (54 PS), das einen Normverbrauch von 3,3 Litern aufweist. Der ist zwar im alltäglichen Fahrbetrieb nicht ganz zu halten - aber selbst 4 Liter sind ja noch ein prima Wert.

Bei den beiden kleineren Benzinern (61 und 71 PS) hat Daimler etwas nachgebessert, um den Verbrauch nochmals ganz leicht zu senken - so dass es auf dem Papier mit 97 Gramm CO2 je Kilometer weiter für eine Top-Platzierung reicht.

Das geborene Elektroauto

Smart-Chef Marc Langenbrinck setzt mittelfristig auf ein ganz anderes Antriebskonzept: Den Elektromotor. 1500 Fahrzeuge mit Akkus an Bord sind derzeit in einem größeren Beta-Test im Einsatz. Für 2012 ist die Großserie des Smart Electric Drive geplant - dann kommen auch Normalo-Kunden zum Zug.

"Electric Drive", sagt Langenbrinck, "ist die eigentliche Natur des Smart." Das klingt ein bisschen schwülstig, aber der Mann hat recht: Während vor allem der Smart cdi seinen Piloten mitunter durch wunderliche Schaltvorgänge nervt und an Steigungen soviel Spritzigkeit entfaltet wie ein fahrender Altglascontainer, ist die Elektroversion ein Traum.

Der Smart Electric Drive bewegt sich flott, spritzig - weil nahezu das volle Drehmoment von Beginn an zur Verfügung steht, lässt er an der Ampel die fossile Fraktion mühelos stehen. Einige Elektroversionen herkömmlicher Autos besitzen das Fahrverhalten eines Aufsitzmähers. Nicht so der Smart. Zu kaum einem anderen Autokonzept passt der E-Antrieb derart gut.

135 Kilometer schafft der Strom-Smart, was für ein reines Stadtauto völlig ausreichend ist. Ein hübsches Gimmick ist die dazugehörige iPhone-App. Die zeigt einem an, wie weit man mit der Akkuladung noch kommt. Und wenn der Smart an der Steckdose hängt, kann man per Telefon checken, wie lange der Ladevorgang noch dauert.

Der neue Smart ist, wie schon der alte, ein sehr ordentliches Stadtauto. Wenn aber bereits 2012 die Elektro-Großserie kommt, dann muss man sich als Käufer fragen, ob man nicht solange wartet. Denn mit dem Smart Electric Drive bekäme man nicht nur das spritzigere Auto - sondern könnte auch viel Geld sparen. Denn eine Tankfüllung für einen Smart-Benziner kostet derzeit etwa 30 Euro - eine Ladung für den Smart Electric Drive aber nur 3 Euro.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 33 Beiträge
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1. Keine 12 Jahre alt
vandermerwe 26.07.2010
Völlig vergessen, dass das aktuelle Modell bereits die 2. Generation ist, eingeführt erst 2007? Ich muss mich ja schon ein bisschen wundern.
2. .
mobileresident 26.07.2010
Zitat von sysopWurde da was gemacht? Der neue Smart Fortwo sieht seinem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich. Beim Verbrauch des kleinen Stadtflitzers hat der Daimler-Konzern noch ein bisschen mehr herausgeholt - wer jedoch richtig sparen will, der wartet besser auf die Elektroversion. http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/0,1518,707762,00.html
Na dann wartet man. Bis aus Deutschland ein brauchbarer e-Wagen kommt, duerfte das aber laenger als bis 2012 dauern. der Smart wurde vor ueber 10 Jahren als e-Wagen gebaut, genau wie die A-Klasse, immer wieder hiess es, "in 4 Jahren" oder "in 2 Jahren", die "Testwagen" (mal 100, mal 500, inzwischen 1500) fahren seit Jahren (Jahrzehnten?) herum, wie lange wollen die den "testen" bis was auf den Markt kommt? Die Benziner Version der A-Klasse wurde auch nie getestet, als man die originale e-Version mit Verbrennermotoren bestueckte, fielen sie um, trotzdem kamen sie auf den Markt. Was hindert Mercedes daran, mal 10000 oder 20000 Smart-e als Kleinserie herauszubringen? Immerhin waeren sie schon verkauft, alleine in England ist die Warteliste bereits im guten 5 stelligen Bereich. mr
3. Sparen nur beim Tanken?
Skarrin 26.07.2010
Nicholas Hayek hatte den Smart von Anfang an als Elektrofahrzeug geplant, dass Daimler 15 Jahre gebraucht hat um auch darauf zu kommen, sagt wohl alles über die Innovationskraft dieses Unternehmens aus. Geeignete Akkus für 135km Reichweite hätte es damals nämlich auch schon gegeben (ZEBRA)! Für die bislang verlangten 700 Euro (!!!) Lesingrate im Monat für den E-Smart werden aber nur sehr wenige Leute beim Tanken sparen wollen. Für dieses Geld kann man auch den Kredit für einen Tesla Roadster abzahlen, oder für eines der 2012 erhältlichen preiswerteren E-Fahrzeuge wie den Nissan Leaf oder den i-MiEV/c-zero/Ion. Und der zweisitzige Tazzari Zero mit ebenfalls 13kWh Akkukapazität ist JETZT schon erhältlich für 24.000 EUR Kaufpreis. Gruß Skarrin
4. E-Auto schon heute verkaufen
frank@franmedia.de 26.07.2010
Danke dafür, dass Sie es mal massenwirksam ausgesprochen haben. Man sollte definitiv auf die E-Version des Smart warten. Ich selbst bin seit knapp 10 Jahren Smart Fahrer. Anfangs habe ich alle 2 Jahre einen neuen geleast, weil er immer besser wurde. Dann kam das neue Modell und wir haben zum Glück rechtzeitig gemerkt, dass er viel schlechter ist, und den alten gekauft und fahren ihn immer noch mit Freude. Das aktuelle Modell hat deutlich weniger Kniefreiheit als die erste Generation und, das relativiert Ihren Artikel, den schlechteren Motor. Die erste Generation hatte ausschliesslich Turbolader-Modelle. Die aktuelle hauptsächlich unaufgeladene. Man weiß ja, und ich kann es aus Erfahrung bestätigen, dass die Turbo-Motoren spritziger sind und vor allem deutlich weniger verbrauchen. Deswegen haben Sie vollkommen recht. Wartet auf den Elektro-Smart. Daimler sollte sich daher den Gefallen tun und den E-Smart schon heute und nicht erst in zwei Jahren verkaufen.
5. Wirtschaftlichkeit
artbond 26.07.2010
Denn mit dem Smart Electric Drive bekäme man nicht nur das spritzigere Auto - sondern könnte auch viel Geld sparen. Denn eine Tankfüllung für einen Smart-Benziner kostet derzeit etwa 30 Euro - eine Ladung für den Smart Electric Drive aber nur 3 Euro Genau dann haben sich die 5 k€ Aufpreis schon nach 150.000 km amortisiert ;-) Da er nur 100 km am Tag schafft braucht man dafür ewig.... Und dabei ist noch gar nicht eingerechnet, dass der normale Smart schon ein paar Tausender zu viel kostet... Grüße
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