Subaru Forester Diesel: Das Leben kann so einfach sein

Von Jürgen Pander

Subaru Forester Diesel: Glamourfreie Zone Fotos
Subaru

Eigenwillige Technik, banales Design, überschaubare Verkaufszahlen - ein Auto wie den Subaru Forester dürfte es eigentlich gar nicht geben. Doch gerade die Missachtung von Marketingregeln macht den Wagen interessant.

Wenn es um ein neues SUV-Modell geht, laufen Marketingpoeten zu großer Form auf. "Komfort heißt auch, nirgends an Grenzen zu stoßen" (Mercedes), lautet eine Formulierung zum Beispiel, oder "die Charakterlinien über den Radläufen erzählen vom Allradantrieb" (BMW). Derartige Linien gibt es beim Subaru Forester nicht - stattdessen hat das ganze Auto Charakter, und zwar einen ziemlich unverwechselbaren: Dieser SUV ist eigenwillig, praktisch, geräumig, optisch ein wenig aus der Zeit gefallen und insgesamt ein prima Auto.

Jedenfalls waren wir jetzt, während des späten, dafür aber umso heftigeren Nachwinters, heilfroh, auf zum Teil tief verschneiten Straßen mit diesem Allradler unterwegs zu sein. Woran liegt es, dass der Subaru-Slogan "Confidence in Motion" (Vertrauen in Bewegung) einem nicht nur als Marketingfloskel erscheint?

Auf jeden Fall am tadellosen Fahrverhalten des Forester gerade auf Schnee und Eis; vielleicht auch am beruhigend grummelnden Boxer-Dieselmotor, den man sicher besser dämpfen könnte, doch gerade das Gebrumm wirkt ja beruhigend; möglicherweise liegt es am schlicht und zugleich praktisch und übersichtlich eingerichteten Innenraum; und bestimmt auch an der guten Übersicht und dem ordentlichen Platzangebot.

Die wichtigste vertrauensbildende Maßnahme jedoch ist es das eigenwillig robuste Fahrgefühl, das am Steuer dieses Autos entsteht. Hiroyuki Kiryuu, Entwicklungschef des Antriebsstrangs des neuen Forester, begründet das mit dem sogenannten symmetrischen Allradantrieb. Denn ausgehend vom Boxermotor über das Getriebe und die Kardanwelle bis zum Hinterachsdifferential sind die technischen Komponenten des Antriebs links und rechts der Mittelachse gleich verteilt - also symmetrisch. Das ergibt eine ausgewogene Gewichtsverteilung und, vor allem dank dem flach bauenden Boxermotor, einen niedrigen Schwerpunkt.

Genau so - ausgewogen, neutral, nüchtern - fährt sich der Wagen. Deplatziertes Sportlichkeitsgetue ist dem Auto ebenso fremd wie ein allzu wattierter Auftritt. Dem Wagen fehlt es gewiss an designerischer Finesse, es fehlt an modernen Assistenz- und Multimediasystemen, mit denen andere SUVs inzwischen überfrachtet werden, es fehlt leider auch an ein paar vernünftigen Spritspartechniken. Ein Start-Stopp-System zum Beispiel gibt es nur für das Benziner-Modell 2.0X. Woran es diesem Auto jedoch nicht fehlt, ist Identität, Charakter und Ausrichtung. "Der Forester Diesel ist unser Arbeitstier", sagt Subar-Sprecherin Andrea Wolf.

Jäger, Förster und Bauern fahren billiger

Nicht selten wird der Forester auch als Arbeitsgerät - also Dienstwagen - genutzt. Zum Beispiel von Jägern und Förstern. "Subaru wird diese Kunden auch künftig besonders intensiv unterstützen", heißt es zum Debüt des neuen Modells. Forst- und Landwirte werden das gerne hören, erhalten doch Mitglieder der Landes-Jagdverbände, des deutschen Bauernverbands oder der Deutschen Reiterlichen Vereinigung Rabatte von bis zu 15 Prozent bei den Subaru-Händlern.

Man kann den Forester aber auch gut finden, ohne einmal pro Woche auf schlammigen Wegen durchs Gehölz zu pirschen. Die japanische Marke möchte mit dem neuen Modell speziell auch Familien ansprechen, weshalb zum Beispiel an den Fond-Einstiegen rutschfeste Trittbeläge installiert sind, um kleineren Kindern das Einsteigen zu erleichtern. Dazu kommen etliche Ablagemöglichkeiten und Staufächer im Innenraum sowie ein mehrfach unterteiltes "Tiefgeschoss" unter dem herausnehmbaren Kofferraumboden.

Gut gemacht ist übrigens auch der zentral auf dem Armaturenbrett positionierte Bildschirm des Bordcomputers, auf dem in grafisch ansprechender Darstellung zentrale Informationen wie Uhrzeit, Außentemperatur, Reichweite, bisheriger Durchschnittsverbrauch sowie die bisherige Fahrtzeit und die zurückgelegte Strecke angezeigt werden. Es gibt zahlreiche andere Autos, bei denen man erst nach Drücken oder Drehen eines Bedienknopfes an diese Daten gelangt.

Ein Autohersteller, der sich in der Nische pudelwohl fühlt

Vermutlich wird sich auch nach dem neuen Subaru Forester - von den Fans der Marke abgesehen - keiner umdrehen. Doch Autos dieser Art hätten eigentlich etwas mehr Beachtung verdient. Und die Marke übrigens auch. Allein deshalb, weil sie auf überzeugende Weise ein Argument widerlegt, das in der Autowelt als goldene Regel gilt: nämlich, dass Größe alles ist. Subaru hingegen verkaufte im vergangenen Jahr weltweit nicht mehr als 753.000 Fahrzeuge, bleibt beharrlich auf dem Sonderweg mit den Boxermotoren und gilt dennoch als hochprofitabel.

Das ist ein gutes Zeichen. Denn daraus folgt, dass es auch Autokunden gibt, denen der vom Marketing geglättete Mainstream nach wie vor am Heck vorbei geht.

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1. Subaru
spon-1294658886485 30.03.2013
in meiner Familie fahren wir jetzt den 4.Forester.Diesmal mit Flüssiggas und Automatikgetriebe. Das Auto ist absolut zuverlässig und bei Schnee und im Gelände eine Wucht.Mein nächstes Auto ist ganz sicher wieder ein Forester.Das Auto hat Charakter und ist nicht so wie ein rundgelutschtes Bonbon.
2. 38.000 Euro? Fast geschenkt!
karlsiegfried 30.03.2013
Kann oder will ich mir nicht leisten. Wer hat eigentlich diese Beträge für ein Auto auf dem Sparbuch? Und dann über Spritpreise jammern
3.
jules16v 30.03.2013
Zitat von sysopForst- und Landwirte werden das gerne hören, erhalten doch Mitglieder der Landes-Jagdverbände, des deutschen Bauernverbands oder der Deutschen Reiterlichen Vereinigung Rabatte von bis zu 15 Prozent bei den Subaru-Händlern.
Toll. Und wie viel würde mich das Ding kosten? Wie kann man einen derart inhaltleeren Artikel verfassen, in dem nich einmal der Listenpreis steht? Spiegel Motorjournalismus in Reinform.
4.
LapOfGods 30.03.2013
Diese Traktoren sehen alle gleich aus: Wie fahrende Schrankwände in Eiche Rustikal. Wenigstens macht eine Abgrenzung zwischen BMW, Mercedes, Audi, Porsche gegenüber Subaru keinen Sinn: Die sind alle gleich hässlich.
5. @karlsiegfried
LorenzSTR 30.03.2013
Naja, die meisten Neuwagen dürften heute als Firmen- und Leasingfahrzeuge verkauft oder eben in Raten finanziert werden. Mir wäre ein Auto bestimmt auch keine 38k wert, aber es gibt ja gerade von Subaru etwa den Legacy als nettes Gebrauchtfahrzeug. Seit bestimmt einem Jahrzehnt geht die Autoentwicklung sowieso nicht mehr voran (abgesehen von Assistenzsystemen), von daher sind "ältere" Fahrzeuge für mich kein Problem.
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Fahrzeugschein
Hersteller: Subaru
Typ: Forester 2.0 D (2013)
Karosserie: Geländewagen/Pickup/SUV
Motor: Vierzylinder-Diesel-Boxer
Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe
Antrieb: Allrad
Hubraum: 1.998 ccm
Leistung: 147 PS (108 kW)
Drehmoment: 350 Nm
Von 0 auf 100: 10,2 s
Höchstgeschw.: 190 km/h
Verbrauch (ECE): 5,9 Liter
CO2-Ausstoß: 156 g/km
Kofferraum: 505 Liter
umgebaut: 1.577 Liter
Gewicht: 1.584 kg
Maße: 4595 / 1795 / 1735
Versicherung: 20 (HP) / 23 (TK) / 26 (VK)
Preis: 38.000 EUR


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