V8Star Geschminkte Technikklone

Am 28. April startet im Motopark Oschersleben die neue Rennserie V8Star. Es handelt sich um Tourenwagen mit Einheitstechnik, die aber unterschiedlich verpackt ist. Versprochen wird "spektakulärer Motorsport zum Anfassen".


Die Idee hinter der neuen Serie ist, durch standardisierte Technik möglichst große Chancengleichheit zu sichern und damit die Spannung zu erhöhen. Denn wie schnell schon minimale technische Unterschiede zu eher eintönigen Rennen führen können, erlebt derzeit die Formel 1.

V8Star: Spektakulärer Motorsport zum Anfassen

V8Star: Spektakulärer Motorsport zum Anfassen

In diesem Falle geht es um Tourenwagen, die sämtlich mit V8-Motoren des amerikanischen Herstellers Rousch bestückt sind. Die 5,7-Liter-Aggregate leisten 450 PS (333 kW) und übertragen ihre Kraft über ein Sechsgang-Getriebe an die Hinterräder. Das maximale Drehmoment beträgt 580 Nm.

Damit die Teams nicht etwa heimlich zum Schraubenschlüssel greifen und der Maschine noch mehr Beine machen, werden die Motoren und Getriebe verplombt. Irgendwelche Eingriffe würden zur Disqualifikation führen. Variationsmöglichkeiten haben die Teams lediglich bei der Übersetzung für die Hinterachse (hier sind drei Varianten möglich), bei der Einstellung des Heckflügels und bei der Abstimmung des Fahrwerks.

Die geklonte Technik sitzt unter Kunststoff-Karosserien, die an Modelle aus der oberen Mittelklasse erinnern sollen. Sämtliche Autos sind 1,92 Meter breit und 1,36 Meter hoch - haben also eine nahezu identische Stirnfläche. Der Veranstalter, die Hopf V8STAR GmbH & Co. KG, redet von "Silhouette-Fahrzeugen", weil die Tourenrennwagen aussehen, als seien sie rundgelutschte Serienautos. Insgesamt gibt es fünf verschiedene dieser "Silhouetten", die an folgende fünf Straßenfahrzeuge angelehnt sind: Jaguar S-Type, Opel Omega, Lexus GS 430, BMW 5er und Audi A6. Bei den beiden Letztgenannten sind die Anklänge allerdings sehr vage.

Um die Motorsport-Fans an die neuen Boliden zu gewöhnen und für die Achtzylinder-Serie zu erwärmen, ist ein offenes Fahrerlager geplant. Alle Teams, es wird voraussichtlich 18 oder 20 Teams geben, sind in Zelten untergebracht. Die Besucher sollen dort Zugang haben, um die Autos und die Arbeit der Mechaniker aus der Nähe in Augenschein nehmen zu können.

Die Rennen selbst führen jeweils über eine Distanz von zirka 160 Kilometern und bestehen aus zwei Wertungen. Zu Beginn gibt es einen stehenden Start. In der Mitte des Laufs wird ein Safety-Car das Rennen neutralisieren, die Fahrer müssen zum Pflicht-Boxenstopp und die Reifen wechseln, danach wird das Rennen mit fliegendem Start wieder eröffnet. Pro Veranstaltung werden 450.000 Mark Preisgeld ausgeschüttet - ein Drittel für die Bestplatzierten bis zur Halbzeit, der Rest für die Wertung ganz am Ende des Rennens. Insgesamt 4,5 Millionen Mark an Preisgeld werden verteilt.

Denn auch die Mechaniker an den Boxen können Prämien kassieren, zum Beispiel für den schnellsten Radwechsel. Der Bausatz für einen Silhouetten-Rennwagen kostet 265.000 Mark plus Mehrwertsteuer. Als Zusammenbauzeit müssen laut Veranstalter sieben Tage einkalkuliert werden. Die Motoren werden ausschließlich vermietet und müssen nach der Rennserie wieder zurückgegeben werden. Die Gebühr für eine Saison beträgt 72.000 Mark.

Die Renntermine:
28. April Motopark Oschersleben
12. Mai Eurospeedway Lausitzring
26. Mai Nürburgring (GP-Strecke)
9. Juni Salzburgring
21. Juni Nürburgring (GP-Strecke)
4. August Eurospeedway Lausitzring
15. September Hockenheimring
29. September Nürburgring (Kurzanbindung)
13. Oktober Motopark Oschersleben



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