Volvo V70 als Gebrauchter: Starker Schwede mit schwachen Gelenken

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Im TÜV-Report 2011 hat der Volvo V70 katastrophal abgeschnitten. Doch die schlechte Platzierung relativiert sich deutlich, wenn man genauer hinschaut. Als Gebrauchter ist der Schwede durchaus eine Empfehlung.

Volvo V70 als Gebrauchter: Reisewagen mit schwachen Gelenken Fotos

München - Sicherheit, Solidität und unerschütterliche Zuverlässigkeit - die Frage, auf welches Auto diese Attribute nach landläufiger Meinung am besten passen, dürfte bei Günther Jauchs Ratespiel "Wer wird Millionär?" allenfalls mit 1000 oder 2000 Euro belohnt werden. Denn auf den Volvo V70 zu kommen, dürfte nicht schwer fallen. Umso mehr reiben sich Autokenner beim Studium des "TÜV Report 2011" die Augen: Dort rangieren der Schwedenkombi und sein auf Geländegänger getrimmter Bruder XC70 auf Rang 118 und reiht sich damit in die Liga der krassen Ausfälle ein.

Doch Volvo-Fans, die sich für den Kauf eines gebrauchten V70 interessieren, sollten jetzt nicht in Agonie verfallen. Die Platzierung lässt den Wagen schlechter aussehen, als er in Wirklichkeit ist. Wenn man ein paar Kleinigkeiten beachtet, erfüllt er selbst hochgesteckte Erwartungen.

Negativ fällt der V70 beim TÜV überdurchschnittlich oft wegen ausgeschlagener Gelenke an der Vorderachse und der Lenkung auf. Das liegt aber nicht zuletzt daran, dass die Autos hohe Laufleistungen absolvieren. Kommt der Durchschnitt der bewerteten Fahrzeuge im Beobachtungszeitraum von drei Jahren auf eine Laufleistung von 52.000 Kilometern, liegt der große Volvo bei 81.000 Kilometern. "Das macht sich natürlich bei Verschleißteilen bemerkbar", ergänzt TÜV-Süd-Autoexperte Philip Puls.

Teure Ersatzteile

Andere Mängel, wie Rost an tragenden Teilen bereiten dagegen keine Probleme - egal ob beim von 1996 bis 2000 gebauten Typ L oder dem bis 2007 gebauten V70, Typ 24. Ebenfalls besser als der Durchschnitt der im "TÜV Report" ausgewerteten Fahrzeuge schneidet der V70 bei der Wirkung der Bremse ab.

Kaufinteressenten sollten ihre Augenmerk aber auch auf einige andere neuralgische Stellen lenken, die für die Hauptuntersuchung zunächst nicht relevant sind. So gibt es immer wieder Ärger mit den Dieselaggregaten wegen undichter Einspritzanlagen und loser Ladeluftschläuche, die zum Kollaps des Turboladers führen können. Beachtung erfordert auch der Zahnriemen, der zum Beispiel bei 2,4-Liter-Motor nach 160.000 Kilometern gewechselt werden muss. Wenn die Werkstatt bei dieser Gelegenheit den Austausch der Wasserpumpe unterlassen hat, sollte man die Finger von dem Wagen lassen. Denn es zeigt, dass das Auto womöglich nach Vorschrift, aber nicht mit Verstand gewartet worden ist - festgehende Wasserpumpen sind ebenso häufig die Ursache für den Riss eines Zahnriemens, wie hohe Laufleistungen. In beiden Fällen sind kapitale Motorschäden die Folge.

Was die Elektrik betrifft, muss man einfach auf sein Glück bauen. In diesem Punkt sind die V70 zwar sensibel, doch wirklich überprüfen lässt sich der Zustand der Kabel und Blackboxes aber nicht.

Interessant ist der Volvo gleichwohl

Von den technischen Schwächen abgesehen, kommt es nicht von ungefähr, dass der V70 von Vielfahrern geschätzt wird. Der Langstreckenkomfort ist hervorragend, das Platzangebot üppig und das Sicherheitspaket umfangreich. Hinzu kommt ein Styling, dass von zurückhaltender Eleganz geprägt ist und bisweilen gern als "nordische Klarheit" beschrieben wird.

Das gilt allerdings eher für den bis 2007 gebauten Typ 24, als für die aktuelle dritte Auflage des V70, die 2007 auf den Markt kam. Noch interessanter für Enthusiasten, die am liebsten einen Klassiker fahren, ist das von 1996 bis 2000 gebaute Modell. Es wurde noch vor dem Einstieg von Ford entwickelt und kann das Attribut für sich in Anspruch nehmen kann, ein echter Schweden-Volvo zu sein.

Der Ruf Volvos als Qualitätsinstanz schlägt sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt nieder. So starten die Preise für Diesel-Modelle, Baujahr 2007 mit rund 60.000 Kilometer ab circa 17.000 Euro. Interessant ist das Fahrzeug damit allemal - wenn man vorher die neuralgischen Punkte wie Achsen und Lenkung eingehend überprüft hat.

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insgesamt 19 Beiträge
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1. Manche Gelenke altern später....
Masseltov 11.04.2011
Osteoporose tritt bei Menschen ja eher im gesetzteren Alter ein; was nicht heißt, dass Jüngere nicht auch Probleme mit Knochen und Gelenken haben können. Ebenso treten manche Krankheiten innerhalb einer Familie gehäufter auf, manche dagegen gar nicht. Und so wird es wohl auch bei Autos sein. Wobei mich der Platz 118 echt überrascht hat: Ich selbst fahre einen V70 von 2004, 2,5T Benziner, Automatik, mit aktuell 220.000km auf der Uhr - und ich habe noch nie auch nur das kleinste Wehwehchen gehabt (klopf' auf Holz!). Hoffe, dass das noch seeeehr lange so bleibt... ;-)
2. ....
Trotz.Kopf 11.04.2011
Also ich bin mit meinem V70 2.4 Diesel von 2001 voll auf zufrieden. Solide Verarbeitung, Platz, zeitloses Design und auf der Autobahn kommt er auch ganz gut mit. Was will man mehr?
3. Nicht nur Gelenke
intomi 11.04.2011
an meinem Volvo V 70 T5 Bj.1998 knistert alles, billiges Plastik bricht überall. Mit meinem Drittwagen Honda Accord 2,0i Bj.1990 uvergelichbar schlechter.gerade Motor macht Spaß Erster und sicher letzter Volvo...
4. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!
Danex 11.04.2011
Volvo v70 2.4 ...knapp 300.000km nicht ein mal unplanmäßig in der werkstatt.
5. es gibt immer...
truereader 11.04.2011
Es gibt immer was zu Meckern... egal bei welchem Auto. Und es ist klar, dass in einem Land, in dem man darüber definiert wird, was man fährt, ein Volvo oftmals belächelt wird. Zu Unrecht. Ich fahre jetzt seit knapp 1,5 Jahren einen V70 D5 vom Typ 24 und bin vollauf zufrieden. Lässt man den Wagen bei seiner Werkstatt des vertrauens regelmäßig nach Scheckheft etc. checken, stehen ihm hohe Laufleistungen nicht im Wege. Er hat jetzt bei uns knapp 108.000 runter ohne Macken. Da können sich andere eine Scheibe abschneiden. Und es war immer schon anstrengend, einen guten Geschmack zu haben.
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