Volvo V70 XC Stelzen für den Schweden

Den Komfort eines Volvos mit der Geländetauglichkeit eines Offroaders soll der V70 Cross Country verbinden. In punkto Komfort gelingt das. Was Gelände und Styling angeht, kann der kräftige Bruder des V70 dagegen nicht so richtig überzeugen.


Als vor Jahren der Golf Country auf Deutschlands Straßen erschien, tippten sich alle nur an die Stirne. Wozu sollte ein "Golf auf Stelzen" gut sein? Mittlerweile jedoch tummeln sich mehrere Hersteller im Segment der geländegängigen Kombis. Erst im vergangenen Monat erschien der Audi Allroad auf dem deutschen Markt. Und im September schickt Volvo bereits seinen zweiten V70 XC (Cross Country) über Stock und Stein.

Großer Bruder: Der Volvo Cross Country ist im Innenraum und in der Ausstattung identisch mit dem V70

Großer Bruder: Der Volvo Cross Country ist im Innenraum und in der Ausstattung identisch mit dem V70

Die erste Generation des höhergelegten Volvo V70 kam erstmals 1997 auf den Markt und war für die Schweden ein voller Erfolg. Rund 18 Prozent aller 1999 weltweit verkauften V70 entfielen auf den Cross Country. Grund genug, kurz nach der Präsentation des neuen V70, den geländetauglichen Zwilling hinterher zu schieben.

Der Volvo V70 XC soll die Vorzüge des großen Schwedenkombis mit den Eigenschaften der neumodischen SUV (Sport Utility Vehicle) vereinigen: viel Komfort und Geräumigkeit in Kombination mit großer Bodenfreiheit und Allradantrieb. Dazu kommt ein 2,4-Liter-Fünfzylinder-Turbo mit 200 PS, der mit 285 Newtonmeter Drehmoment kräftig genug ist, um einen Hänger zu ziehen oder auch rutschige Steilhänge zu bewältigen. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Volvo mit 210 km/h an.

Unterstützt wird der Motor von der TRACS-Traktionskontrolle, die bei glattem Untergrund die Hinterräder zuschaltet und den XC aus dem Schlamassel befreien soll. Dank der großen Bodenfreiheit von 20,9 Zentimetern - mehr haben die meisten echten Geländewagen auch nicht - dürfen dabei auch ruhig Wasserlöcher, Geröll und Steine den Weg kreuzen. Allzu groß sollten sie jedoch nicht sein, denn Differenzialsperren oder Geländeuntersetzungen, mit denen echte Offroader über Felsen und Findlinge klettern, fehlen im Volvo V70 XC.

Angriffslustig: Zumindest beim Kampf um den Parkplatz dürfte der V70 XC keine Probleme haben

Angriffslustig: Zumindest beim Kampf um den Parkplatz dürfte der V70 XC keine Probleme haben

Gewöhnungsbedürftig ist das Styling. Die großen schwarzen Plastikstoßfänger halten zwar manchen Parkrempler aus, ohne gleich neu lackiert werden zu müssen. Sie geben der olivgrünen Karosse aber auch einen stark militärischen Anstrich.

Das Innenraum-Design des Gelände-Volvos ist ebenso wie die Ausstattung weitgehend mit dem Brudermodell V70 identisch. Dazu gehört auch das Sicherheitspaket bestehend aus Kopf-Schulter-Airbags, Schleudertrauma-Schutzsystem und Isofix-Vorbereitung für Kindersitze. Neu ist die im Verhältnis 40/20/40 dreigeteilte Rückbank. Darüber hinaus kann der Gepäckraum im V70 XC von 485 und 1641 Liter vergrößert werden.

Ab 16. September steht der Volvo V70 Cross Country zum Preis von 71.388 Mark in Deutschland beim Händler. Der Volvo ist damit rund 7000 Mark günstiger als der vergleichbare Audi Allroad, allerdings ohne dessen variable Luftfederung und ohne Dieselmotor. Ein modernes Common Rail-Treibwerk wollen die Schweden erst 2002 verfügbar machen.



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